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Formel 1 Vettel siegt in Spa - Schumacher glänzt beim Jubiläum


Sebastian Vettel hat in Spa-Francorchamps seine drei Rennen andauernde Durststrecke beendet und zusammen mit Teamkollege Mark Webber für Red Bull einen Doppelsieg gefeiert. Für die besonderen Momente im Rennen sorgten aber die wie wild überholenden Michael Schumacher und Jenson Button.

Sebastian Vettel ist auf dem Weg zur Titelverteidigung nur noch schwer zu stoppen. Nach drei Rennen ohne Sieg gelang ihm in Spa-Francorchamps mal wieder ein Rennerfolg, zusammen mit Mark Webber gab es sogar einen Doppelsieg für Red Bull. Bereits zum siebten Mal im zwölften Saisonrennen genoss Vettel den Siegerschampus. Der 24-Jährige blieb zu jeder Zeit des packenden Grand Prix Herr der Lage und fuhr eiskalt den verdienten Lohn ein.

Im Gesamtklassement liegt der Hesse nun mit 259 Punkten schon 92 Zähler vor seinem Stallrivalen Webber (167). WM-Dritter ist nun der spanische Ferrari-Fahrer Alonso mit 157 Punkten. Es folgen die britischen McLaren-Piloten Button (149) und Hamilton (146). "Die WM ist nicht mehr in Reichweite", gestand der nach einem Unfall ausgeschiedene Hamilton dann auch frustriert.

Ganz stark präsentierte sich Michael Schumacher. Auf seiner Lieblingsstrecke ging er von ganz hinten in das Rennen und holte am Ende als Fünfter sogar mehr Punkte als Teamkollege Nico Rosberg, der direkt dahinter ins Ziel kam. Auch Jenson Button zeigte ein starkes Überholmanöver nach dem anderen und kam nach Platz 13 im Qualifying noch auf das Podium.

Silber funkelt

Beim Start gab es zwei große Gewinner und die fuhren beide in Silber. Nico Rosberg, im Qualifying auf Rang fünf gefahren, kämpfte zunächst mit rauchenden Bremsen, katapultierte sich dann aber an Felipe Massa, Mark Webber und Lewis Hamilton vorbei auf Platz zwei. Als er nach wenigen hundert Metern auch noch an Vettel vorbeizog, war der Traumstart perfekt.

Noch mehr Plätze gutmachen konnte Michael Schumacher im zweiten Mercedes. Bei seinem Jubiläumsrennen – vor 20 Jahren begann Schumis Karriere ebenfalls in Spa – musste er von ganz hinten starten, kämpfte sich in der ersten Runde aber schon auf Platz 15 vor.

Auch im weiteren Rennverlauf zeigte Schumacher einen würdigen Auftritt für einen Jubilar. Der 42-Jährige überholte wie in besten Zeiten und sicherte sich noch Platz fünf. "Ein sensationelles Rennen", lobte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug den Altmeister. Kurz vor Schluss überholte Schumacher auch noch seinen Teamkollegen Nico Rosberg, der somit als Sechster ins Ziel kam. WM-Punkte sammelte auch Adrian Sutil als Siebter im Force India. Der überrundete Timo Glock kam im Marussia-Virgin als 18. ins Ziel.

Button verdient sich den Podestplatz

Ein ganz starkes Rennen zeigte auch mal wieder Jenson Button. Der McLaren-Pilot musste früh in die Box, holte sich neben neuen Reifen auch einen neuen Frontflügel und fiel weit zurück. Doch solche Situationen liebt der Brite, einen Konkurrenten nach dem anderen überholte Button und pflügte regelrecht durch das Feld. Als dann auch noch die Führenden Vettel, Alonso und Webber um die 30. Runde nacheinander zum Reifenwechsel abbogen, lag Button sogar kurzzeitig in Führung.

Die Frage war eigentlich nur, ob Buttons Reifen bis zum Ende halten würden. Als er von Vettel mit frischen Reifen wieder überholt wurde, war die Antwort schnell gefunden und so bog er ebenfalls in die Box ab. In den letzten Runden kämpfte Button dann gegen Alonso um den dritten Podiumsplatz und tatsächlich packte er den Spanier noch mit einem Manöver außen am Ferrari vorbei. Für Alonso reichte es somit nur zu Platz vier.

Hamilton übersieht Kobayashi

Für Buttons Teamkollege Lewis Hamilton könnte der Traum von der groß angelegten WM-Aufholjagd dagegen schon beendet sein. Der Brite zeigte bis zu seinem Ausscheiden in der 13. Runde ein durchschnittliches Rennen, Platz zwei aus dem Qualifying konnte er nicht halten und kämpfte mit Kamui Kobayashi um den vierten Platz.

Der Japaner im Sauber war durch diverse frühe Boxenstopps der Spitzenfahrer nach vorne gespült worden und setzte in eben jener 13. Runde zu einem Überholmanöver gegen Hamilton an. Der McLaren-Pilot rechnete wohl nicht mit einem Angriff des eigentlich unterlegenen Kobayashi, denn er holte ganz normal für die folgende Kurve aus, machte so die Tür zu und wurde von Kobayashi abgeräumt.

Hamilton krachte gegen die Leitplanken, rollte über das Gras und kam in einem Reifenstapel zum Stehen. Der Einschlag war heftig und so musste kurz gezittert werden. Doch der Ex-Weltmeister stieg wenig später aus, ließ sich im Medical Car kurz untersuchen und gab wenig später schon die ersten Interviews. Glück im Unglück lautete das Fazit aus McLaren-Sicht, was aber nicht für die WM-Chancen Hamiltons gilt. Vettel holte die volle Punktzahl und auch die anderen Konkurrenten punkteten fleißig, der Brite steht in der WM-Wertung nur noch auf Rang fünf.

Vettel profitiert von Hamiltons Unfall

Nach einem frühen Boxenstopp war Vettel zunächst auf Rang acht zurückgefallen. Der Titelverteidiger arbeitete sich aber wieder nach vorn und übernahm nach den Stopps seiner Rivalen in der zehnten Runde erneut die Führung. Nach Hamiltons Unfall kam dann das Safety Car auf die Strecke,Vettel reagierte prompt, holte sich den nächsten Satz frischer Reifen und ordnete sich als Dritter hinter Alonso und Webber wieder ein.

Nach dem Neustart zog der Titelverteidiger sofort am Teamgefährten vorbei, wenig später ließ er auch den Ferrari-Star hinter sich und fuhr schnell einen Vorsprung heraus. Im Eiltempo preschte nun auch Button nach vorn. In der 26. Runde war der Weltmeister von 2009 schon Vierter und erhielt von seinem Kommandostand die aufmunternde Botschaft, dass das Spitzentrio mit Reifenproblemen zu kämpfen habe. Doch Vettel war unantastbar. Auch nach der letzten Runde der Boxenstopps setzte sich der Heppenheimer wieder an die Spitze und gab sie nicht mehr her.

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