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Großer Preis der Türkei: Massa erobert die Pole

Ferrari hat die Weltmieisterschaft nicht aufgegeben: Nach dreiwöchiger Pause gastiert der Formel-Zirkus in Istanbul. Dort holte sich Scuderia-Pilot Felipe Massa die Pole Position beim Großen Preis der Türkei. Auf Position zwei und drei folgen Lewis Hamilton und Kimi Räikkönen.

Ferrari-Fahrer Felipe Massa hat die "neue Harmonie" bei McLaren-Mercedes schon wieder gestört. Der Brasilianer holte am Samstag in der Qualifikation zum Großen Preis der Türkei seine fünfte Pole Position in dieser Saison und machte damit deutlich, dass die Roten im WM-Titelkampf gegen die klar führenden Silberpfeile längst nicht aufgegeben haben. In 1:27,329 Minuten verwies Massa WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton im McLaren-Mercedes nur um die Winzigkeit von 0,044 Sekunden auf den zweiten Platz. Dritter wurde auf dem 5,338 km langen Istanbul Park Circuit der Finne Kimi Räikkönen im zweiten Ferrari vor Weltmeister Fernando Alonso. Der Spanier verlor nach der verordneten Hausruhe das interne Duell mit Hamilton: Seinen 100. Grand Prix muss er von Platz vier aus angehen.

"Das ist nicht die optimale Startposition", meinte der recht griesgrämig dreinschauende Alonso, der sich bei der Reifenwahl nach eigener Aussage verzockt hat. Dagegen durfte sich Rivale Massa über den ersten Hauptgewinn des Wochenendes freuen. "Ich bin sehr glücklich über das Ergebnis nach dem schlechten Resultat in Ungarn", meinte er. In Budapest war er in der Qualifikation als 14. schon früh gescheitert, weil nicht nachgetankt worden war. Im Rennen reichte es nur zum 13. Rang.

Heidfeld bester Deutscher

Bester Deutscher am Samstag in Istanbul war der Mönchengladbacher Nick Heidfeld im BMW-Sauber. Er wurde hinter seinem polnischen Rennstall-Kollegen Robert Kubica Sechster, Nico Rosberg kam im Williams- Toyota auf Rang acht. Schlechter lief es für Ralf Schumacher, Sebastian Vettel und Adrian Sutil. Sie schieden bereits im ersten ersten Durchgang der Qualifikation aus. Schumacher konnte als 18. kaum Argumente für einen neuen Vertrag für die kommende Saison sammeln. Vettel belegte im Toro Rosso nur Rang 20, Sutil im Spyker den 21. Platz.

McLaren-Mercedes hatte nach den Vorfällen von Ungarn allen Eventualitäten vorgebaut. Im letzten Qualifikations-Abschnitt in Istanbul kamen sich die beiden Titelkandidaten Hamilton und Alonso erst gar nicht in die Quere. "Wir haben beschlossen, alle strategischen Entscheidungen vor der Qualifikation zu treffen und nicht währenddessen!", meinte Hamilton. "Soweit hat das gut funktioniert."

Bei McLaren-Mercedes soll es freidlich sein

In Budapest war die Fehde zwischen den beiden in dieser Saison dominierenden Fahrern eskaliert, als Alonso seinen Teamkollegen so lange in der Box blockierte, dass dieser keine schnelle Runde mehr in der Qualifikation fahren konnte. Zuvor hatte Hamilton entgegen einer Teamanordnung Alonso nicht überholen lassen. Bei einer Aussprache am Donnerstag verordneten die Rennstall-Verantwortlichen Frieden. Doch Alonso monierte vor dem Rennen bereits mangelnde Unterstützung. "Ich habe dem Team eine Menge gegeben. Seit ich im Dezember gekommen bin, habe ich dem Team eine halbe Sekunde, sechs Zehntelsekunden, gebracht. Und ich sehe nicht, dass das Team mir etwas zurückgegeben hat", hatte er schon vor dem Zeittraining vor Journalisten gesagt.

Dass er in der Qualifikation für das Rennen am Sonntag (14.00 Uhr/RTL und Premiere) auf die falschen Reifen setzte, nahm er auf die eigene Kappe. "Es scheint so, dass die weichere Reifenvariante die bessere gewesen wäre. Es war meine Entscheidung, ich hatte das Team aufgefordert die harten Reifen draufzumachen. Ich habe ein bisschen Lotterie gespielt", sagte Alonso.

Hamilton fürht die WM-Wertung an

Vor dem zwölften von 17 Grand Prix liegt er mit insgesamt 73 Zählern sieben Punkte hinter dem 22 Jahre alten Neuling Hamilton (80). Räikkönen (60) und Massa (59) folgen auf den Plätzen drei und vier. Heidfeld (42) ist Fünfter. Auch im Teamklassement liegt McLaren- Mercedes mit 138 Punkten klar vor Ferrari (119) und BMW- Sauber (71).

Heidfeld konnte zufrieden sein, obwohl er als Sechster einen Platz hinter dem Teamkollegen Kubica landete. "Die Runde war wirklich gut. Sicherlich ist aber die dreckige Seite ein kleiner Nachteil", sagte er. BMW-Motorsportchef Mario Theissen hoffte, dass Heidfeld und Kubica nicht wie auf dem Nürburgring aneinandergeraten. Auch dort waren sie Seite an Seite gestartet: "Ich bin zuversichtlich, dass die beiden das im Griff haben. Es ist klar, dass beide Fahrer ganz nach vorne wollen. Das ist eine spezielle Situation."

Rosberg war überrascht

Rosberg war überrascht von seinem achten Rang. "Ich hatte nicht erwartet, dass wir die vierte Kraft sein könnten an diesem Wochenende." Für Ralf Schumacher blieb nur das Prinzip Hoffnung. "Letztes Jahr bin ich auch schon hier von hinten gestartet", sagte er und setzt auf eine ähnliche Aufholjagd wie 2006. Damals war er von Startplatz 15 noch auf Rang sieben vorgefahren.

Claas Hennig/DPA / DPA

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