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McLaren-Mercedes: Drei Rennen Sperre auf Bewährung

Der Formel-1-Rennstall McLaren-Mercedes ist wegen der "Lügen-Affäre" zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Im Falle weiterer Verstöße gegen das Regelwerk in den kommenden zwölf Monaten wird das Team für drei Rennen gesperrt.

McLaren-Mercedes ist in der "Lügen-Affäre" der Formel 1 glimpflich davongekommen. Der Rennstall wurde für drei Rennen gesperrt, die Strafe aber für zwölf Monate auf Bewährung ausgesetzt. Das entschied das World Motor Sport Council des Automobil-Weltverbandes Fia bei seiner außerordentlichen Sitzung am Mittwoch in Paris, weil Weltmeister Lewis Hamilton und der inzwischen entlassene McLaren-Sportdirektor Dave Ryan nach dem Großen Preis von Australien in Melbourne die Renn-Kommissare angelogen hatten.

In der Begründung des Council hieß es: "Unter Berücksichtigung der offenen und ehrlichen Weise, mit der McLaren-Teamchef Martin Whitmarh vor das World Council getreten ist, und dem Wechsel der Kultur in seinem Team hat das World Council entschieden, dass eine Bewährung für die Strafe angemessen ist. Die Sperre von drei Rennen werde nur dann in Kraft treten, "wenn weitere dringliche Beweise in diesem Fall auftauchen oder es in den nächsten zwölf Monaten einen weiteren Bruch des Artikels 151c des International Sporting Code gibt."

Kompletter Ausschluss wäre möglich gewsen

Als Strafe für McLaren-Mercedes wäre auch ein kompletter WM-Ausschluss möglich gewesen. Die Fia hatte dem Rennstall in fünf verschiedenen Punkten vorgeworfen, gegen den Artikel 151c verstoßen zu haben, der Handeln gegen den Geist des Sports unter Strafe stellt.

Als zuvor letztes Team war am 5. Mai 2005 BAR-Honda wegen eines illegalen Zusatztanks für zwei Rennen gesperrt worden. McLaren-Mercedes hatte 2007 in der Spionage-Affäre die Rekord-Geldstrafe von 100 Millionen Dollar (damals 72 Millionen Euro) erhalten.

Entschuldigung für Fehler

McLaren-Mercedes-Teamchef Martin Whitmarsh hatte sich zuvor am Mittwoch bei der Anhörung in Paris für Fehler in der "Lügen-Affäre" entschuldigt. "Wir haben Fehler gemacht und uns dafür bei der Fia und der Öffentlichkeit entschuldigt", sagte Whitmarsh. Offenbar auch auf Druck von Mercedes war McLaren bei der Anhörung nicht auf Konfrontation mit der Fia gegangen, sondern hatte versucht, konstruktive Kooperation zu suchen.

Das Urteil über die Silberpfeile fällte in der Fia-Zentrale am Place de la Concorde in Paris das World Motor Sport Council der Fia. Dem 26-köpfigen Gremium gehören neben Fia-Präsident Max Mosley unter anderem auch Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone sowie als einziger Deutscher der Rosenheimer Hermann Tomczyk als einer der Fia-Vizepräsidenten an.

SID/kbe / SID

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