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Formel 1 - Vor dem Saisonfinale: Wie Rosberg noch Champion werden kann

Das Saisonfinale in der Formel 1 ist so spannend wie lange nicht. Lewis Hamilton geht als Favorit an den Start. Doch auch Nico Rosberg kann Weltmeister werden. Die Chancen stehen gar nicht schlecht.

Nico Rosberg kann noch Formel-1-Weltmeister werden

Nico Rosberg kann noch Formel-1-Weltmeister werden

Auf der Zielgeraden der Saison ist der Titel-Zweikampf zwischen Nico Rosberg und Lewis Hamilton längst nicht die einzige offene Frage in der Formel 1. Vor den letzten 305 Renn-Kilometern des Jahres geht es für einige Teams noch um viel Geld, für manchen Fahrer um seinen künftigen Arbeitsplatz. Die wichtigsten Baustellen der Königsklasse vor dem Finale in Abu Dhabi an diesem Wochenende.

Wie kann Rosberg noch Weltmeister werden?

Nico Rosberg gewann in Brasilien zum fünften Mal in dieser Saison. Damit verkürzte er den Abstand auf seinen Teamkollegen Hamilton auf 17 Punkte. In Abu Dhabi gibt es am Wochenende zum ersten Mal die doppelte Punktzahl, für einen Sieg also 50 Zähler. Bislang hatte es immer 25 Punkte für den Sieger gegeben. Rosberg wird also Weltmeister, wenn er gewinnt. Und Hamilton nicht über Platz drei hinauskommt.

Umgekehrt bedeutet das: Hamilton reicht ein zweiter Rang. Dann ist er mit Sicherheit Weltmeister. Wenn Rosberg Zweiter wird, reicht Hamilton ein fünfter Rang zum Titelgewinn.

Schießen sich die Mercedes-Fahrer wieder ab?

Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff fürchtet im Formel-1-Titelfinale keine absichtliche Kollision zwischen den beiden Silberpfeil-Piloten Lewis Hamilton und Nico Rosberg. "Dass man das steuert, ist unmöglich in einem Formel-1-Auto, auch für die besten Fahrer der Welt", sagte Wolff vor dem letzten Saisonrennen in Abu Dhabi. WM-Spitzenreiter Hamilton hat 17 Punkte Vorsprung auf Rosberg, ein Ausfall des jeweils anderen am Sonntag würde für beide den Weg zum Titel frei machen. In dieser Saison waren die Mercedes-Fahrer in Spa-Francorchamps miteinander kollidiert.

Für wen steht sportlich in Abu Dhabi noch etwas auf dem Spiel?

Die Mercedes-Fahrer Hamilton und Rosberg machen den Weltmeister unter sich aus. Ihr Team ist schon Konstrukteurs-Weltmeister, Red Bull Zweiter. Aber zwischen Williams und Ferrari geht es noch um Rang drei der Mannschaftswertung, die über die Verteilung der Einnahmen entscheidet. Mehrere Millionen stehen auf dem Spiel. Dahinter will Nico Hülkenbergs Team Force India noch McLaren von Rang fünf verdrängen. Für zusätzliche Spannung sorgt dabei auch hier, dass erstmals die doppelte Punktzahl vergeben wird.

Was wird aus dem früheren Weltmeister Jenson Button?

Der Brite hatte sich zuletzt bitter über die Behandlung bei McLaren beklagt, weil das Team sich um eine klare Aussage zu seiner Zukunft drückte. "Das ist, als wenn deine Eltern dich nicht zu Weihnachten einladen", sagte der Champion von 2009. Alonso aber ließ erkennen, dass er wohl lieber mit dem Routinier Button als mit dessen jungem Stallkollegen Kevin Magnussen arbeiten würde. McLaren indes könnte mit seinem neuen Motorenpartner Honda den Youngster bevorzugen, weil dieser wohl deutlich günstiger als Button ist.

Gibt es noch einen offenen Arbeitsplatz für Adrian Sutil?

Fast alle Teams haben personell schon die Weichen gestellt. Nur bei Lotus und bei Toro Rosso ist offiziell noch ein Platz frei. Aber dort dürfte der bei Sauber ausgemusterte Sutil keine Chance haben. Lotus wird wohl Romain Grosjean weiter beschäftigen. Toro Rosso hat die Wahl zwischen Jean-Eric Vergne und einer Nachwuchskraft aus der Red-Bull-Akademie. Einzige Hoffnung wäre Hinterbänkler Caterham, der bislang aber nicht einmal weiß, ob er 2015 überhaupt noch dabei ist.

Welche Zukunft hat das insolvente Caterham-Team noch?

Nur mit Hilfe von Spendengeldern von Fans und Sponsoren konnte der bislang punktlose Rennstall überhaupt die Reise nach Abu Dhabi finanzieren. Noch ist offen, wer in der Wüste das zweite Auto des Teams steuert, nachdem Stammpilot Marcus Ericsson gekündigt hat. Einem Großteil der Angestellten wurde vom Insolvenzverwalter gekündigt. Findet sich nicht doch noch ein Käufer, verschwindet nach Marussia ein weiteres Team aus der Starterliste - dann wären es nur noch neun. Die anderen Rennställe und Formel-1-Chef Bernie Ecclestone haben bislang keinen Willen gezeigt, Caterham aus der Klemme zu helfen.

Droht noch mehr Teams das Aus nach dem Saisonfinale?

Sauber, Force India und Lotus warnen schon seit Wochen davor, dass auch für sie die Luft dünn wird. Sie fühlen sich von den großen Teams übervorteilt, weil sie nur einen geringen Anteil an den immensen Vermarktungseinnahmen bekommen. Die Krisengespräche bei den vergangenen Rennen aber blieben ergebnislos. Angeblich nimmt hinter den Kulissen schon der Plan Formen an, dass Ferrari und Red Bull in der kommenden Saison mit jeweils drei Autos an den Start gehen.

feh/DPA / DPA

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