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1. Bundesliga: Fünf Fragen an den 4. Spieltag

Diese Woche stellen wir uns vor dem vierten Bundesliga-Spieltag unter anderem die Fragen, ob Maskottchen Hermann beim HSV vom Aussterben bedroht ist, Bayern ohne Stümerkauf nicht ein zu großes Risiko eingeht und was aus dem lieben Philipp Lahm geworden ist?

Der vierte Bundesliga-Spieltag steht vor der Tür und wir haben für Sie wieder einmal die fünf wichtigsten Fragen zur nächsten Runde zusammengestellt.

Was passiert eigentlich mit dem HSV-Maskottchen bei Abstieg?

Bereits nach dem ersten Spieltag wurde auf dem Forum der HSV-Supporter ein Thread mit dem Titel "Es geht gegen den Abstieg..." eröffnet. Etwas verfrühte Panik möchte man eigentlich an dieser Stelle sagen, doch seitdem haben die Hamburger nur einen Punkt geholt und im Spiel gegen die Bayern präsentierten sie sich nicht bundesligatauglich. Dies bringt uns dann auch zur Ausgangsfrage zurück.

Das Hamburger Maskottchen ist ja bekanntlich der Dino Hermann, da die Hanseaten als einziges Team von Beginn an in der Bundesliga dabei sind. Aber was passiert denn mit dem armen Stofftier, wenn der HSV tatsächlich absteigen sollten? Ein Dino in der 2. Liga wäre ja irgendwie nicht mehr passend. Für Vorschläge, welches Maskottchen den Dino ablösen sollte, sind wir an dieser Stelle dankbar.

Vorstellbar wären vielleicht ein Meteorit oder ein kleines Säugetier frei nach zwei Theorien, wie die Dinosaurier ihr Ende gefunden haben. Aber keine Angst, liebe Hamburger, noch ist etwas Zeit und gegen den 1. FC Köln kann am Wochenende der erste Schritt der Mission: "Rettet den Dino" gemacht werden.

Wesentlich besser aus den Startlöchern gekommen ist Nordrivale Werder Bremen, das mit sechs Punkten auf dem fünften Tabellenplatz steht. Uns stellt sich deshalb die Frage:

Ist das schon wieder das alte Werder Bremen?

Das Werder Bremen, das sich mit Offensivfußball Jahr für Jahr für die Champions League qualifiziert hat und nach dem FC Bayern das konstanteste Team der Liga war.

Das Spiel in Hoffenheim wird auf jeden Fall ein Fingerzeig sein, wie es um die Grün-Weißen diese Saison bestellt ist. Positiv für die Bremer ist auf jeden Fall, dass sie personell aus dem Vollen schöpfen können und das schlägt sich auch in den Ergebnissen nieder. Trainer Thomas Schaaf hat auf allen Positionen mehrere Alternativen und dies belebt den Konkurrenzkampf.

Eine Situation, die es vergangene Saison nicht gab, waren doch zu viele Spieler verletzt und die erste Elf stellte sich beinahe von selbst auf. Auf der  Ersatzbank blieben teilweise sogar Plätze leer oder wurden von Spielern gefüllt, die aus der Amateur-Mannschaft herbeigeholt worden waren.

"Wir brauchen den Konkurrenzkampf auf allen Positionen", weist so auch Werder-Boss Klaus Allofs auf weser-kurier.de auf die ungewohnt positive Situation hin, die bei vielen anderen Clubs selbstverständlich ist - nur eben bei Werder lange nicht war.

Macht Philipp Lahm den "feinen Unterschied"?

Was ist nur aus unserem lieben Philipp Lahm geworden, dem früheren Vorzeige-Schwiegersohn der Nation? Nun ist der Kapitän des FC Bayern und der deutschen Nationalmannschaft unter die Buch-Autoren gegangen und rechnet in "Der feine Unterschied: Wie man heute Spitzenfußballer wird", das folgende Woche auf den Markt kommt, gnadenlos mit seinen Trainern bei Bayern München ab.

Und natürlich ist es die Bild, die vorab erste Auszüge des Machwerks exklusiv präsentieren darf. Dort ist dann zu lesen, dass Jürgen Klinsmann bei den Bayern scheiterte, weil die taktischen Belange zu kurz kamen und er nur an die Fitness dachte. Felix Magath habe mit Druck gearbeitet. Die Spieler hätten nie gewusst, ob sie spielen würden oder nicht und das hätte ihnen Beine gemacht. Aber irgendwann hätte sich das auch abgenutzt.

Und schließlich Louis van Gaal, der viel zu offensiv gespielt hätte und partout nicht von dieser Spielphilosophie abrücken wollte, egal wie oft Lahm ihm auch ins Gewissen redete. Lobende Worte gibt es für Jupp Heynckes (rettete die Klinsmann-Saison) und Bundestrainer Joachim Löw (erweist sich schon früh als gewiefter Taktiker, seine beiden aktuellen Trainer. Puh, doch noch etwas Schwiegersohn-Image übrig geblieben, Lob für die aktuellen Trainer.

Aber falls Lahm mit seinem Stil-Wandel weitermacht, hätten wir auch schon einen Nachfolger im Visier, der die Schwiegermütter Deutschlands in Schwärmen geraten lassen könnte: Marko Arnautovic, der sich langsam vom Saulus zum Paulus wandelt und den sie in Bremen auf einmal ganz doll lieb haben.

Quo vadis, Lukas Podolski?

Lukas Podolski macht schwere Zeiten durch. Sein Platz in der Nationalmannschaft war nach schwachen Leistungen zuletzt alles andere als sicher, da junge talentierte Spieler vehement nachrücken. Und auch bei seinem 1. FC Köln wurde er vom neuen Trainer Ståle Solbakken aber so richtig demontiert. Der Norweger kam, sah und nahm Poldi die Kapitänsbinde weg.

Podolski blieb entmachtet zurück und ausgerechnet in dem Spiel, in dem er krank fehlte, holten die Geißböcke gegen den 1. FC Kaiserslautern den ersten Punkt der Saison und zeigten ein ansprechendes Spiel. So verwundert es nicht, dass spiegel.de berichtet, dass von den Kölner Trainern zu hören sei, dass Podolski das neue System Solbakkens noch nicht verstanden habe.

Der Stürmer soll der erste Verteidiger sein und muss sich am rotierenden Verschieben verteidigen, das die Lauf- und Passwege für den Gegner blockieren soll. Bisher kam Podolski gerade einmal auf neun bis zehn Kilometer Laufleistung pro Spiel und 28 Prozent gewonnene Zweikämpfe. Alles deutet darauf hin, dass der Kölner nicht den Ansprüchen seines neuen Trainers genügen wird.

Da kommt ein Angebot aus der Türkei gerade recht: Galatasaray soll zehn Millionen Euro für Podolski bieten, aber noch winkt Sportdirektor Volker Finke ab, man wolle Podolski unbedingt halten. Scheint nur eine Frage zu sein, ob Galatasaray bei der Ablöse noch eine Schippe drauflegt.

Was passiert, wenn sich Mario Gomez verletzt?

Beim Rekordmeister wird man trotz einiger Verletzungssorgen nicht müde zu erklären, dass man keine weiteren Transfers mehr tätigen wird. Aber die Verletzung von Mario Gomez beim Champions League-Qualifikationsspiel in Zürich zeigte, wie dünn die Bayern gerade im Sturm besetzt sind. Ivica Olic fällt mit einem Teilriss einer Sehne des rechten Hüftbeugemuskels sechs bis acht Wochen aus. Bleiben als Stürmer noch Gomez und Nils Petersen, der in Zürich die zweite Halbzeit für den angeschlagenen deutschen Nationalstürmer spielen durfte.

Gomez Verletzung stellte sich als Muskelverhärtung raus und für das Bundesligaspiel am Wochenende beim 1. FC Kaiserslautern wurde ihm von den Bayern-Ärzten Grünes Licht gegeben, aber ist der Muskel einmal gereizt, reißt auch schnell etwas und dann haben die Bayern ein echtes Problem. Vielleicht sollten Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge doch schon einmal einige Nummern von Spielerberatern durchschauen - trotz aller Dementis.

Henning Schulz

sportal.de / sportal

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