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Abschied vom FC Barcelona: Adéu, Iniesta – eine Hommage an den unterschätzten Weltklasse-Fußballer

Eine Legende verabschiedet sich von der großen Bühne: Andrés Iniesta spielte Fußball wie kaum ein Zweiter. Und bewies dabei, dass man auch als Superstar sympathisch und bescheiden bleiben kann.

Andrés Iniesta winkt zum Abschied

Abschied aus seinem Wohnzimmer: Nach 22 Jahren beim FC Barcelona verlässt Andrés Iniesta den Verein.

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Ein knallharter Schuss aus etwa zehn Metern machte Andrés Iniesta unsterblich. Es war der Abend des 11. Juli 2010, im WM-Finale war die spanische Nationalmannschaft 116 Minuten lang gegen die Niederlande angerannt. Erst in der Verlängerung fiel das erlösende 1:0-Siegtor: Iniesta nimmt einen Pass im Strafraum mit rechts an, lässt den Ball noch einmal auf den Rasen tropfen, bevor er ihn mit Wucht am Torwart vorbei ins lange Eck schickt. Spanien ist zum ersten Mal in seiner Geschichte Weltmeister.

In diesem Moment hatte Andrés Iniesta seine außergewöhnlichen Fähigkeiten als Fußballer der Weltöffentlichkeit demonstriert. Sekunden später zeigte er, dass er auch ein außergewöhnlicher Mensch ist: Der damals 26-Jährige zog beim Torjubel sein Trikot hoch und zeigte ein Shirt mit der Aufschrift "Dani Jarque siempre con nosotros" ("Dani Jarque ist immer bei uns"). Ein Gruß an einen plötzlich an Herzversagen gestorbenen, weit weniger prominenten Mitspieler.

Nach 22 Jahren nimmt Andrés Iniesta Abschied vom FC Barcelona

Es ist diese Mischung aus fußballerischer und charakterlicher Weltklasse, die Andrés Iniesta zur Legende gemacht hat. Beim FC Barcelona lieben sie ihn dafür. Entsprechend emotional fiel der Abschied aus, als Iniesta – mittlerweile 34 Jahre alt – am Sonntag sein letztes Spiel für Barca bestritt. Nach 22 Jahren im Verein und 673 Pflichtspielen (57 Tore) wurde Iniesta in der 82. Minute ausgewechselt, von den Fans im Camp Nou wie ein Held gefeiert und saß anschließend weinend auf der Ersatzbank.

Als alles vorbei war, gegen ein Uhr nachts, kehrte der Mittelfeldstratege noch einmal auf den Rasen zurück, um Erinnerungsbilder zu machen – ohne Mitspieler, ohne Zuschauer. Es war sein stiller Abschied von seinem Wohnzimmer. "Es waren 22 wundervolle Jahre. Es war ein Privileg und eine Freude, diesen Verein zu repräsentieren, für mich der beste der Welt. Ich werde euch für immer in meinem Herzen behalten", sagte Iniesta später. Jetzt lässt er seine Karriere wahrscheinlich in Japan ausklingen – innerhalb von Europa wollte er nicht wechseln, um nicht gegen Barca spielen zu müssen, seine große fußballerische Liebe. So viel Loyalität ist im Profifußball selten geworden.

Der Großmeister des Tiki-Taka

Mehr als 15 Jahre lang gehörte Iniesta zur Profi-Mannschaft des FC Barcelona, in dieser Zeit gewann er 32 Titel (unter anderem vier Mal die Champions League). Doch seine Bedeutung geht darüber hinaus: Iniesta prägte eine Epoche im Weltfußball, das berühmte "Tiki-Taka-Spiel" – den schnellen, auf Ballbesitz und Dominanz ausgelegten Spielstil mit den unzähligen Kurzpässen. Pep Guardiola gilt als Erfinder, Iniesta, Xavi und Busquets erweckten Tiki-Taka auf dem Rasen zum Leben. Damit beherrschten Barcelona und die spanische Nationalmannschaft jahrelang die Fußballwelt. 

Der Mann hat im Vereinsfußball tatsächlich alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Mit "La Roja", der spanischen Auswahl, holte er neben dem WM-Titel auch noch zweimal den EM-Pokal. 

Ein bescheidener Weltklasse-Kicker

Trotzdem blieb Iniesta gefühlt immer der Weltklasse-Kicker aus der zweiten Reihe. Kaum ein Fußballer seiner Güteklasse kam abseits des Platzes so unbemerkt durchs Leben wie der Spanier. Große Worte waren nie seine Stärke, lieber ließ er die Füße sprechen. Und eigentlich wirkte Andrés Iniesta mit seinem kindlichen Gesicht und seinem blassen Teint immer ein bisschen wie der schüchterne Junge aus der Nachbarschaft, den man mal raus in die Sonne schicken möchte.

Wer Iniesta nicht mit dem Ball am Fuß erlebt hat, der würde nie denken, dass er einen der besten Spieler des Planeten vor sich hat. Während Cristiano Ronaldo sich als Kunstfigur in den Medien stilisiert, Lionel Messi Steuern hinterzieht und Zlatan Ibrahimovic sich seine Überlegenheit in jedem Interview selbst noch einmal beweisen muss, ist die Karriere von Andrés Iniesta frei von jeglichen Skandalen – zumindest so weit wir wissen.

Iniesta blieb stets ruhig, bescheiden und auch im Augenblick seiner größten Triumphe auf andere konzentriert. Wie nach dem Treffer im WM-Finale. Und auch auf der Liste der Rekordablösesummen wird Iniesta nie zu finden sein. Er blieb lieber seine gesamte Laufbahn lang bei seinem Jugendverein FC Barcelona, auch wenn er es sich natürlich fürstlich bezahlen ließ.

Im Schatten von Messi und Ronaldo

Wahrscheinlich lag es daran, dass Iniesta bis zuletzt ein wenig unterschätzt wurde. Dass dieser Spieler nicht nur ein hervorragender, sondern ein überragender Fußballer ist, hat sich natürlich längst herumgesprochen. Die ganz große Wertschätzung aber hat der 1,71-Meter-Mann nur selten bekommen. In Barcelona stand er immer im Schatten von Lionel Messi, dessen Fähigkeiten die seinen noch einmal überstrahlten. Doch auch die Karriere eines Über-Fußballers wie Messi wäre ohne seinen zuverlässigen Zuarbeiter Iniesta wohl nicht möglich gewesen.

Goldene Bälle oder Schuhe gewinnt man damit allerdings nicht. Weltfußballer des Jahres wurde Iniesta nie, diese Auszeichnung wechselt seit Jahren zwischen Messi und Ronaldo hin und her. Sogar zu Spaniens Fußballer des Jahres wurde Iniesta lediglich einmal (2009) gekürt. 

Man darf vermuten, dass ihm die fehlenden Preise keine schlaflosen Nächte beschert haben. Denn Andrés Iniesta ist ein Superstar, der nie das Leben eines Stars haben wollte. 

Der Rasen ist seine Bühne

Die große Bühne war nie sein Ding. Es sei denn, sie war ein Rasenviereck mit einem Ball darauf. Dort nämlich lief Iniesta zu Höchstform auf. Auf kaum jemanden passte die Formulierung "Der will nur spielen" so gut wie auf ihn. Und auch auf dem Feld ließ Iniesta am liebsten die anderen glänzen: Der entscheidende Pass war seine Spezialität. Seine schlafwandlerische Sicherheit am Ball war berüchtigt und auch als mit den Jahren die Beine schwerer wurden und der schmächtige Spanier immer wieder verletzungsbedingt pausieren musste, konnte Iniesta immer noch mit einer Ballmitnahme, mit einem perfekt gespielten Pass in die Schnittstelle der gegnerischen Abwehr die Geschichte eines Spiels verändern.

Andrés Iniesta beim Fußballspielen zuzugucken, war immer ein Hochgenuss. Ein paar Male werden wir noch in diesen Genuss kommen – bei der Weltmeisterschaft in Russland wird er zum letzten Mal im Konzert der ganz Großen mitspielen. Unsterblich ist Iniesta schon. Aber vielleicht setzt er in diesem Sommer zum Abschied noch einen drauf. Ihm wäre es zu wünschen wie kaum jemandem sonst.


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