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Bundesliga Bremen nun Bayern-Verfolger Nr. 1


Mit einem späten Tor hat sich Werder Bremen den Sieg in Bielefeld gesichert und ist in der Tabelle am HSV vorbei gezogen. Schalke-Coach Slomka feierte einen gelungenen Einstand - Lautern bleibt Letzter.

Mit dem ersten Sieg bei Arminia Bielefeld seit gut 21 Jahren hat sich Werder Bremen zum Verfolger Nummer 1 des FC Bayern München aufgeschwungen. Dank eines Abstauber-Tores von Frank Fahrenhorst in der 72. Minute feierten die Norddeutschen am Sonntag zum Rückrunden-Start einen glücklichen 1:0 (0:0)-Erfolg bei der Arminia und verdrängten den Hamburger SV vom zweiten Bundesliga- Tabellenplatz. Vor 24.196 Zuschauern in der SchücoArena enttäuschten die Bremer über weite Strecken der Partie, nutzten aber eine ihrer wenigen Chancen zum ersten Erfolg in Bielefeld seit dem 1. Dezember 1984. Der Arminia, für die David Kobylik einen Foulelfmeter vergab, droht nach der fünften Heim-Niederlage wieder der Abstiegskampf.

"Wir haben heute sicher nicht geglänzt, aber effektiv gespielt. Dass wir nun Tabellenzweiter sind, ist nicht so wichtig, wichtig ist allein der Erfolg", sagte Trainer Thomas Schaaf zufrieden. Sein Kollege Thomas von Heesen beklagte hingegen das fehlende Glück: "Wir haben genügend Chancen gehabt und dann ist einiges Pech bei uns im Spiel gewesen. Einen Punkt hätten wir mindestens verdient gehabt."

Bremer Offensive kam nicht auf Touren

Vier Tage nach der 1:3-Pokalpleite beim Regionalligisten FC St. Pauli gingen die Gäste, bei denen Nelson Valdez den verletzten Nationalspieler Miroslav Klose ersetzte, zwar von Beginn konzentriert zu Werke. Wie am Mittwoch hatten sie allerdings im Spielaufbau große Probleme mit dem dicht gestaffelten Defensiv-Bollwerk des Gegners. Wenn aber das gefürchtete Bremer Kombinationsspiel mal auf Touren kam, wurde es sofort gefährlich. So bot sich Torsten Frings (9.) die erste Einschussmöglichkeit, doch Keeper Mathias Hain war zur Stelle.

Im Laufe der Partie befreiten sich die Hausherren um den starken Abwehrchef Marcio Borges und erspielten sich selbst gute Chancen. Die größte bot sich Kobylik, als er einen von Fahrenhorst an Isaac Boakye verursachten Foulelfmeter an die Lattenoberkante schoss (24.). In der Folge zielten Boakye (25.) aus 16 Metern und Rückkehrer Artur Wichniarek (34.) aus Nahdistanz knapp am Werder-Tor vorbei.

Reinke rettet den Sieg

Nach Wiederanpfiff erhöhten die Hanseaten den Druck. Allerdings kam aus dem Mittelfeld, in dem vor allem Spielmacher Johan Micoud blass blieb, zu wenig. Das Sturm-Duo Ivan Klasnic/Valdez hing dadurch weitgehend in der Luft, Torchancen blieben Mangelware. Bezeichnend: Erst in der 65. Minute gab es die erste Ecke. Schaaf reagierte, verstärkte mit Hereinnahme von Daniel Jensen die Offensive und wurde belohnt: Nach Micouds Latten-Freistoß war Fahrenhorst, defensiv ein Schwachpunkt, zur Stelle und köpfte den Abpraller geistesgegenwärtig zu seinem ersten Saisontor ein. Torhüter Andreas Reinke rettete am Ende gegen Borges (77.) und Westermann (88.) den wichtigen "Dreier".

Traum-Einstand für Schalker Mirko Slomka

Die Spieler des FC Schalke 04 haben Mirko Slomka einen Traum-Einstand als Bundesliga-Trainer beschert und den 1. FC Kaiserslautern noch tiefer in die Krise gestürzt. Der von den Pfälzer Fans bei jedem Ballkontakt ausgepfiffene Ex-Lauterer Lincoln (12.) und Lewan Kobiaschwili (78./Foulelfmeter) sorgten am Sonntag vor 35 549 Zuschauern auf dem Betzenberg für den 2:0 (1:0)- Sieg der Königsblauen. Allerdings ging dem zweiten Saisontreffer Lincolns in einer niveauarmen Partie ein klares Handspiel von Stürmer Ebbe Sand voraus. Während die Schalker den Anschluss an das Spitzentrio der Liga hielten, verpassten die "Roten Teufel" durch die zwölfte Saisonniederlage den Sprung vom Tabellenende.

"Natürlich bin ich zufrieden und glücklich", sagte der 38 Jahre alte Slomka, der den vor der Winterpause entlassenen Ralf Rangnick ersetzte. "Mit einem 2:0 auf dem Betzenberg zu starten, ist eine Super-Geschichte." Zunächst hatte Slomka überraschend Nationalspieler Gerald Asamoah auf der Bank gelassen und nur die beiden Spitzen Sand und Kevin Kuranyi aufgeboten. Für Asamoah rückte Dario Rodriguez, der erst vor wenigen Tagen seinen Vertrag beim deutschen Vizemeister bis 2008 verlängert hatte, in die Startelf.

Wolf sieht Lautern als Opfer der Schiedsrichter

"Das mit den Schiedsrichterentscheidungen gegen uns geht heute weiter", sagte der sichtlich angefressene FCK-Coach Wolfgang Wolf in Anspielung auf das Aus nach einer Fehlentscheidung im DFB-Pokal gegen den FSV Mainz 05. "Wenn die Hand von Sand nicht zum Ball geht, wo soll sie sonst hingehen? Das muss man nicht diskutieren. Es geht hier um die Existenz, um die Zukunft eines Vereins, das muss man pfeifen."

Wolf hatte auf die neu formierte Abwehrkette mit den Bundesliga- Debütanten Mathieu Beda und Jon Inge Høiland gebaut, die der verunsicherten Hintermannschaft jedoch noch nicht die erhoffte Sicherheit geben konnten. Zudem verursachte Høiland mit einem Foul an Kuranyi den Strafstoß.

Kaiserslautern bleibt Letzter

Teammanager Andreas Müller hatte von den Schalker Profis eine "konzentrierte und geschlossene Mannschaftsleistung" gefordert. Zunächst setzten die Gäste dies auch erfolgreich um. Die Schalker erarbeiteten sich ein Übergewicht, ohne jedoch spielerisch zu glänzen. Nach Lincolns umstrittenem Führungstreffer, der eine Hereingabe von Fabian Ernst aus kurzer Distanz verwertete, entwickelte sich eine hitzige erste Hälfte. Drei Tage vor der mit Spannung erwarteten brisanten Mitgliederversammlung der Pfälzer fanden die Akteure auf dem Rasen jedoch kaum ein Mittel, sich gegen die in der Abwehr gut organisierten Gäste durchzusetzen.

Lediglich Halil Altintop (21.) sorgte gegen seinen zukünftigen Arbeitgeber mit einem Volleyschuss für Gefahr vor dem Tor von Schalke-Keeper Frank Rost. Ansonsten blieben sowohl Rost als auch sein Gegenüber Jürgen Macho im Tor der Pfälzer in den ersten 45 Minuten weitgehend beschäftigungslos. Nach dem Seitenwechsel hätte Lincoln mit drei Torchancen in kurzer Zeit (46./47./65.) schon früh für die Entscheidung sorgen können. Doch er vergab ebenso wie auf der Gegenseite Altintop, dessen Schuss (73.) am Außennetz landete.

DPA DPA

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