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BUNDESLIGA: Leverkusen bleibt Erster

Während sich Leverkusen gegen Cottbus als Meister im Chancen-Auslassen zeigte, haben die Dortmunder ihre Durststrecke beendet und den Titelanspruch untermauert.

Bayer Leverkusen hat den »Platz an der Sonne« der Fußball-Bundesliga mit Erfolg verteidigt. Doch mit Ruhm bekleckerte sich der Tabellenführer dabei am Samstag nicht. Beim 2:0 (1:0)-Sieg gegen Energie Cottbus zeigten sich die Spieler des Pokalfinalisten vor 22.500 Zuschauern in der ausverkauften BayArena als Meister im Auslassen hochkarätiger Möglichkeiten. Die Ausnahme bildete der Brasilianer Zé Roberto, der in der 12. Minute mit einem Kopfballtreffer aus kurzer Entfernung erfolgreich war. Erst in der Schlussminute gelang dem Bulgaren Dimitar Berbatow das erlösende 2:0.

Leverkusen ist nun schon fünf Mal hintereinander ungeschlagen und verteidigte auch seine Position als beste Heimmannschaft erfolgreich. Cottbus bleibt nach der 10. Auswärtsniederlage in akuter Abstiegsgefahr. Im Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart am kommenden Samstag muss Leverkusen auf Carsten Ramelow verzichten, der gegen Cottbus die zehnte Gelbe Karte erhielt.

Fink rettet 100. Derby-Sieg mit 2:1

Ein Last-Minute-Treffer durch Thorsten Fink hat dem FC Bayern München den 100. Sieg im Derby gegen die »Löwen« und die erhoffte Aufholjagd in Richtung Bundesliga-Spitze gerettet. Der deutsche Fußball-Rekordmeister feierte drei Tage nach dem bitteren Pokal-k.o. 'auf Schalke' am Samstag mit einer Notelf einen 2:1 (0:0)- Jubiläums-Erfolg gegen den TSV 1860. Neben Fink (90. Minute) traf Paulo Sergio (72.) vor 68.000 Zuschauern im Olympiastadion im 195. Münchner Derby für die Bayern, Martin Stranzl (75.) glich aus.

Bremen mit 4:0-Sieg aus der Krise

Der 1. FC Nürnberg hat im Kampf gegen den Abstieg aus der Fußball-Bundesliga daheim einen gewaltigen Dämpfer bekommen. Der SV Werder Bremen gewann am Samstag klar mit 4:0 (3:0) beim völlig demoralisierten 'Club', schoss sich nach 314 Minuten ohne Treffer aus der Krise und bleibt mit dem 13. Saisonsieg am 26. Spieltag im Gespräch um einen UEFA-Cup-Platz. Vor 24.500 Zuschauern im Frankenstadion erzielten Torsten Frings (5. Minute), der Brasilianer Ailton (20./30.) mit seinen Saisontreffern zehn und elf sowie Paul Stalteri (50.) die Tore der Hanseaten.

Ein unglückliches Tor bereits in der 5. Minute leitete die sechste und höchste Heimniederlage der Nürnberger ein. Die Franken waren insgesamt nervös und verunsichert, während die Norddeutschen klar das Geschehen auf dem Rasen bestimmten.

VfL Wolfsburg mit Blitzstart

Trainer Wolfgang Wolf vom VfL Wolfsburg konnte kräftig durchatmen. Seine Mannschaft hat mit dem 5:1 (3:1) über den 1. FC Köln zunächst einmal wieder Ruhe um seine Person gesorgt. Nach drei Niederlagen in Folge waren die »Wölfe« gegen den designierten Bundesliga-Absteiger 1. FC Köln wieder bissig. Der Erfolg war deshalb hoch verdient und sichert den Wolfsburgern erst einmal einen Platz im gesicherten Mittelfeld. Die Kölner boten eine abstiegsreife Vorstellung.

Mit einem Blitzstart zwangen die Wolfsburger den Gegner schon früh in die Knie. Diego Klimowicz (4.) und Tobias Rau (7.) versetzten die 12 583 Zuschauer im VfL-Stadion schon früh in Siegeslaune. Der Argentinier Klimowicz (18.) stellte mit dem 3:0 die Weichen auf Sieg, Markus Kreuz (45.) sorgte für den Kölner Ehrentreffer. Martin Petrow (62.) und Miroslav Karhan (77.) stellten den verdienten Sieg sicher.

St. Pauli siegt gegen Freiburg

Der FC St. Pauli hat mit dem 1:0 (0:0)-Sieg gegen den SC Freiburg wieder neue Hoffnung im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga geschöpft und die Breigauer tief in den Tabellenkeller hineingerissen. Vor 20.358 Zuschauern im Stadion am Millerntor erzielte Nico Patschinski mit seinem vierten Saisontor in der 57. Minute den entscheidenden Treffer. Damit hat St. Pauli sein Punktekonto im von Trainer Dietmar Demuth zum »Spiel des Jahres« titulierten Abstiegsduell auf 21 erhöht, bleibt aber Vorletzter vor den Freiburgern. Das Team von Coach Volker Finke, in dem in der 82. Minute Abder Ramdane wegen grober Unsportlichkeit die Rote Karte sah, konnte im siebten Spiel nacheinander nicht gewinnen.

Auch ohne ihren gesperrten Regisseur Thomas Meggle, der wegen Schiedsrichterbeleidigung in dem richtungweisenden Spiel pausieren musste, bestimmten die Gastgeber von Anfang an das Tempo. Gegen die verhalten beginnenden Breisgauer fehlte St. Pauli aber die ordnende Hand im Mittelfeld. Zlatan Bajramovic, der in der kommenden Spielzeit nach Freiburg wechselt, war auf der Spielmacherposition kein gleichwertiger Ersatz für Meggle.

Dortmund mit 3:1 wieder im Aufwind

Borussia Dortmund hat eine lange Durststrecke beendet und den Anspruch auf den Titel in der Fußball-Bundesliga untermauert. Nach sechs sieglosen Pflichtspielen kam das zuletzt formschwache Team von Trainer Matthias Sammer am Samstag zu einem 3:1 (1:0)-Erfolg über Borussia Mönchengladbach. Vor 68.600 Zuschauern im ausverkauften Westfalenstadion machten die Torschützen Peter Nielsen (10. Minute/Eigentor), Marcio Amoroso (63./Foulelfmeter) und Jan Koller (77.) dem Krisengerede ein Ende. Den Treffer für den Gast vom Niederrhein, der sich trotz passabler Leistung nun wieder ernste Sorgen um den Klassenverbleib machen muss, markierte der Dortmunder Leonardo Dede (48.) per Eigentor.

Anders als beim ernüchternden 1:1 gegen St. Pauli vor einer Woche an gleicher Stätte konnte BVB-Trainer Sammer wieder auf Koller zurückgreifen, musste jedoch auf die gelbgesperrten Miroslav Stevic und Sebastian Kehl verzichten. Gäste-Coach Hans Meyer nahm im Vergleich zur Vorwoche (1:0-Sieg über Werder Bremen) nur einen Wechsel vor und ersetzte Igor Demo durch Markus Hausweiler.

FC Hansa schlägt zehn Pfälzer 2:1

Verurteilt, begnadigt, Nerven verloren: Der umstrittene Hany Ramzy bringt den 1. FC Kaiserslautern vor dem Meisterschafts-Endspurt in Not. Erst vor der Partie der Pfälzer bei Hansa Rostock hatte der FCK-Vorstand die Suspendierung des Ägypters zurückgenommen. Ramzy war wegen sexueller Nötigung zu acht Monaten Haftstrafe auf Bewährung verurteilt worden. In Rostock sah der Defensiv-Spezialist nach einem völlig überflüssigen Foul die Gelb-Rote Karte (31. Minute) und schadet seinem Club nun auch sportlich. »Das darf einem so erfahrenen Spieler nicht passieren«, beklagte FCK-Teamchef Andreas Brehme den weiteren Blackout seines Profis.

Der FC Hansa nutzte den Ramzy-Aussetzer und schlug Lautern am Samstag mit 2:1 (1:0). Die Tore für die Rostocker, die sich wieder etwas Luft im Abstiegskampf verschafften, erzielte das Schweden-Duo Magnus Arvidsson (37.) und Marcus Lantz (73.), Nationalspieler Miroslav Klose glich zwischenzeitlich aus (72.). Nach der dritten Auswärts-Pleite nacheinander dürften die Meister-Träume der Lauterer beendet sein, auch wenn Brehme meinte: »Ich glaube nicht, dass wir die Meisterschaft hier verspielt haben. Jetzt müssen wir uns auf das nächste Spiel gegen Bayern konzentrieren.«

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