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Fußball-Bundesliga: Huntelaar rettet Schalke das Remis - Leipzig kommt der Champions League näher

Der FC Schalke 04 hat den Schock des Europa-League-Scheiterns mit einer couragierten Leistung gegen RB Leipzig einigermaßen verdaut. Bayer Leverkusen hat nach der Niederlage beim SC Freiburg die Abstiegsgefahr noch nicht gebannt.

Bundesliga Freiburg gegen Leverkusen: Nils Petersen jubelt

Nils Petersen jubelt über seinen 1:0-Führungstreffer für Freiburg gegen Leverkusen

Timo Werner hat den Spießrutenlauf auf Schalke erfolgreich gemeistert und Bundesliga-Aufsteiger RB Leipzig ein Stück näher Richtung Champions League geschossen. Der Fußball-Nationalspieler, der wegen einer peinlichen Schwalbe im Hinspiel Pfiffe und Schmähgesange ertragen musste, erzielte am Sonntag beim verdienten 1:1 (1:0) mit seinem 17. Saisontreffer (14.) die Führung. Den willensstarken Schalkern rettete drei Tage nach dem bitteren Aus in der Europa League gegen Ajax Amsterdam der überraschend aufgebotene Klaas-Jan Huntelaar mit seinem ersten Liga-Tor seit mehr als einem halben Jahr zumindest einen Punkt (46.).

Den Sachsen fehlen bei vier Spieltagen noch vier Zähler zur sicheren Qualifikation für die Königsklasse, da die Verfolger Borussia Dortmund und 1899 Hoffenheim noch direkt aufeinandertreffen. Der Rückstand auf Tabellenführer FC Bayern bleibt jedoch bei acht Punkten, zudem verpasste RB vorerst die Einstellung des Aufsteiger-Rekords der Bayern aus der Saison 1965/66 von 20 Saisonsiegen. Für die Schalker ist hingegen die erhoffte direkte Rückkehr in die Europa League bei sechs Punkten Rückstand auf Rang sechs kaum noch zu schaffen.

Leipzig auf Schalke zu Beginn dominant

Die Leipziger waren vor 60.916 Zuschauern zunächst die dominierende Mannschaft. Sie gewannen die meisten Zweikämpfe und kombinierten sich immer wieder gefährlich vor dem Strafraum der Königsblauen. Vor allem Werner und Emil Forsberg sorgten für Unruhe. Den Gastgebern waren indes die Anstrengungen vom unglücklichen Europa-League-Spiel gegen Ajax am Donnerstag anzumerken. Zudem fehlten wichtige Kräfte wie Leon Goretzka (Gehirnerschütterung und Kieferverletzung gegen Ajax) und kurzfristig Matija Nastasic (Wadenprobleme).

S04-Trainer Markus Weinzierl berief erstmals Guido Burgstaller und Huntelaar als Doppelspitze in die Startelf. Die Maßnahme brachte zunächst wenig. Das Mittelfeld lieferte kaum Impulse. Gefährlich waren die Schalker nur, wenn sie Raum zum Kontern hatten. So kamen sie auch zur ersten Chance, doch nach Flanke des Spaniers Coke setzte Burgstaller (12.) per Kopf den Ball knapp am Tor vorbei.

Es sollte für lange Zeit die einzige Aufreger-Situation der Gelsenkirchener im Leipziger Strafraum bleiben. Die Sachsen kontrollierten die Partie und gingen verdient durch Werners Kopfball in Führung. Der Jung-Nationalspieler verzichtete danach auf Jubelgesten, um die Schalker Fans nach seiner Schwalben-Affäre aus dem Hinspiel nicht unnötig zu provozieren.

Die Gäste verpassten es in der Folgezeit, noch vor der Pause die Führung auszubauen. Fünf Minuten schoss Forsberg freistehend aus etwa elf Metern am Tor vorbei. Der aufmerksame 04-Keeper Ralf Fährmann musste dann in der 36. Minute rund 40 Meter vor dem Tor gegen den heranstürmenden Werner retten.

Huntelaars Paukenschlag nach Wiederanpfiff

Dann der Paukenschlag gleich nach Winderanpfiff: Nach nur 47 Sekunden nickte Huntelaar den Ball per Kopf völlig überraschend zum Ausgleich ein. Der Treffer schien Kräfte bei den Schalkern freizusetzen, die Gäste mussten sich hingegen erst einmal finden. Der Spielfluss des Tabellenzweiten war dahin, auch weil die Gastgeber die Räume nun besser zustellten. Coke (65.) und Schöpf (66.) hatten kurz nacheinander jeweils per Kopf Chancen zur Schalker Führung. Für Leipzig sorgte Marcel Sabitzer (80.) mit einem Freistoß für einen Hauch von Gefahr. Am Ende blieb es beim leistungsgerechten Remis. 

SC Freiburg - Bayer Leverkusen 2:1

Mit einem 2:1 (1:0) gegen Bayer Leverkusen hat der SC Freiburg derweil seine Europapokalambitionen unterstrichen und den Gästen wohl endgültig die Hoffnung auf die Teilnahme an der Europa League genommen. Der Sport-Club steht nach dem verdienten Sieg am Sonntag vier Spieltage vor dem Saisonende weiter auf Rang sechs der Fußball-Bundesliga. Leverkusen aber fehlen nun schon acht Zähler auf die internationalen Plätze - auf den Relegationsplatz und den FC Augsburg dagegen sind es weiter nur vier Punkte Vorsprung.

Vor 24.000 Zuschauern im Schwarzwald-Stadion sorgten Nils Petersen (11. Minute) und Pascal Stenzel (88.) für die Freiburger Tore. Der Ausgleich per Foulelfmeter von Kevin Volland war zu wenig für Bayer (60.). Leverkusen wartet noch immer auf den zweiten Dreier unter Trainer Tayfun Korkut. Mit ihm auf der Bank gab es nur das 2:0 gegen den SV Darmstadt 98 und den Achtungserfolg beim 0:0 gegen den FC Bayern München.

Freiburg mit vier Neuen in der Startelf

Freiburg dagegen ging mit dem Gefühl des bitteren 0:4 gegen Leipzig in die Begegnung und tauschte vier Spieler in der Startelf. Bei Leverkusen ruhten die Hoffnungen vor allem auf Chicharito. Nach vier wegen Muskelbeschwerden verpassten Partien gab der Mexikaner sein Comeback - hatte aber nur eine gute Szene und musste nach einer Stunde vom Feld.

Im Mittelpunkt stand dagegen der Mittelstürmer der Gastgeber: Top-Joker Nils Petersen erwischte bei seinem erst sechsten Startelf-Einsatz einen Traumstart. Die feine Vorlage von Mike Frantz schoss Petersen ohne Abwehrchance für Leverkusens Keeper Bernd Leno in den Winkel. Für ihn war es in dieser Saison der erste Treffer bei einem Einsatz von Beginn an. Mit etwas mehr Glück hätte Petersen allein schon für die Vorentscheidung sorgen können. Erst verhinderte Leno aber das 2:0 (15.), dann geriet Petersens Schuss zu hoch (23.).

Darüber hinaus war Petersen eine gesuchte Anspielstation seiner Mitspieler. Ein ums andere Mal half er mit, die Bälle klug auf die Flügel zu verteilen und dem Freiburger Spiel auf dem Weg in den Europacup eine überzeugende Souveränität zu verpassen.

Der Champions-League-Achtelfinalist aus Leverkusen dagegen wirkte auch nach dem Rückstand passiv und kam wenn überhaupt durch den agilen Julian Brandt zu guten Szenen. Mehr als ein deutlich zu hoch angesetzter Schuss des Nationalspielers kam dabei aber lange nicht heraus (27.). Chicharitos erste aussichtsreiche Möglichkeit machte Caglar Söyüncü mit einer mutigen Grätsche zunichte (51.).

Bundesliga: Stenzel schießt die Freiburger ins Glück

Dennoch war Leverkusen zu Beginn der zweiten Halbzeit präsenter. Kurz nach dem Onur Bulut frei vor Leno die Nerven verlor und mit einem schwachen Querpass die klare Chance verspielte (53.), belohnte sich Bayer durch den Elfmeter-Treffer von Volland. Zuvor war der Nationalspieler von Aleksander Ignjovski klar gefoult worden.

Nach einem Pfosten-Treffer von Volland (65.) war die Drangphase aber wieder vorbei. Freiburg erspielte sich Chance um Chance. Söyüncü (66.), Janik Haberer, Florian Niederlechner (beide 67.) und Petersen (72.) brachten den Ball aber nicht über die Linie. Das gelang dann kurz vor Schluss dem eingewechselten Pascal Stenzel, der für das vielumjubelte 2:1 sorgte.

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Holger Schmidt/Maximilian Haupt / DPA

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