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Bundesliga im stern-Check: Es gibt nur ein Zwischenfazit, das man zur aktuellen Bundesliga-Saison ziehen kann

Von wegen Spannung: Die Bundesliga ist schon wieder so langweilig wie in den letzten Jahren. Da braucht es schon die gefärbte Tolle eines Superstars und die Rückkehr mehrerer Langzeitverletzter, um den gelangweilten Fan in Wallung zu versetzen. Der Spieltag im stern-Check.

Bundesliga: Die Bayern jubeln

Gewohntes Bild: Die Spieler des FC Bayern jubeln nach dem Heimsieg über den FC Augsburg

So liefen die Spiele

Hier finden Sie alle Ergebnisse, Tabellen und Highlights im Überblick.

Der Aufreger des Tages

Es war der neueste Gruß vom Videoassistenten - und er ging mal wieder auf Kosten des 1. FC Köln, wo die Verantwortlichen inzwischen zurecht schwer genervt sein dürften: Beim Spiel in Mainz fällt Schiedsrichter Felix Brych Sekunden vor der Halbzeit eine schwerwiegende Entscheidung gegen den FC. Nach einer Schwalbe des Mainzer Stürmers Pablo de Blasis im Kölner Strafraum entscheidet Brych auf Elfmeter. Auch nach kurzer Rücksprache mit dem Video-Assistenten bleibt er bei seiner Entscheidung. Im Netz reagieren nicht nur die Kölner, sondern auch neutrale Fans mit Fassungslosigkeit. Brych gibt den Fehler nach dem Spiel zu und sagt, dass ihm der Videoassistent in Köln bestätigt habe, dass es einen Kontakt am Knie von de Blasis gegeben hatte. Wenn Fernsehbilder auf so abenteuerliche Art falsch bewertet werden, verliert der Videobeweis tatsächlich seine eigentlich durchaus vorhandene Daseinsberechtigung. Und abgesehen von allen Assistenten: Den Schiedsrichtern ist vor Saisonbeginn sicher nicht verboten worden, auch ohne Hilfsmittel ab und zu die richtige Entscheidung zu treffen. Es wäre schön, wenn sie sich das mal wieder ein bisschen bewusster machen würden. Denn davon lenkt die Debatte um den Videobeweis bisweilen ab.

Dieses Tor sollten Sie (noch einmal) sehen

Was für eine Rückkehr an die alte Wirkungsstätte! Über vier Jahre war Raffael der Liebling der Hertha-Fans. Jetzt sorgte der Brasilianer als Mönchengladbacher für viel Frust in der Hauptstadt. Mit einem Knallertor aus 25 Metern (und einem weiteren Treffer) war der 32-Jährige maßgeblich am 4:2-Sieg der Borussia in Berlin beteiligt und wischte die aufgekommene Kritik an ihm vom Tisch. Selbst Hertha-Trainer Pal Dardai war beeindruckt. Ähnlich sehenswert war der 20-Meter-Schlenzer von Kevin-Prince Boateng zur Führung von Eintracht Frankfurt in Hoffenheim: "Im Training landet solch ein Schuss oft im Wald", so Boateng nach dem Spiel. "Heute war er drin."

Verlierer des Tages

Hat hier irgendjemand "Bayern-Verfolger" gesagt? Zugegeben, noch vor ein paar Wochen traute der neutrale Fan dem furios in die Saison gestarteten BVB die Rolle des nervigen Kontrahenten durchaus zu. Auch RB Leipzig leistete dem Abo-Meister eindrucksvoll Paroli im Pokalspiel, das erst im Elfmeterschießen verloren ging. Dumm nur, dass die unter Coach Carlo Ancelotti im Spätsommer noch schwächelnden Bayern unter dem alten, neuen Trainer Jupp Heynckes nicht mehr wieder zu erkennen sind und das Verlieren komplett eingestellt haben. Der große Verlierer dieser Entwicklung: Die Bundesliga. Die sechs Punkte Vorsprung der Münchner nach nunmehr zwölf Spieltagen sind ein klares Indiz, dass es auch in dieser Saison an der Tabellenspitze genau so langweilig zugehen wird wie im letzten Jahr. Und dem Jahr davor. Und dem davor. Und davor.

Gewinner des Tages

Wiederauferstehung an der Weser! Beim ersten Bundesligasieg nach über sechs Monaten schoss sich Max Kruse eindrucksvoll auch aus der persönlichen Krise: Der Stürmer war in seinen bisherigen Saisoneinsätzen in 551 Minuten ohne Treffer und ohne Assist geblieben. Gegen Hannover 96 holte er einiges nach, bereitete in der ersten Halbzeit den Führungstreffer durch Fin Bartels vor und erzielte nach der Pause einen Hattrick. "Max ist ein absolut wichtiger Spieler für uns", befand Werder-Trainer Florian Kohfeldt nach der Partie, "nicht nur wegen seiner Tore". Kruse selbst hob lieber das Kollektiv hervor: "Die Mannschaftsleistung hat heute gestimmt. Alles, was wir uns vorgenommen haben, haben wir heute umgesetzt." Beeindruckende Bescheidenheit eines Spielers, der kurz zuvor den Beweis erbracht hatte, dass er nicht nur den Unterschied für Bremen ausmachen kann, sondern in dieser Verfassung zu den besten und komplettesten Offensivspielern der Liga zählt.

Bild des Tages

Robert Lewandowski zeigte sich im Heimspiel der Bayern gegen den FC Augsburg ungewohnt grauhaarig - aber gewohnt torgefährlich: Seine Treffer beim 3:0 waren die Saisontore 12 und 13 für den polnischen Stürmer. In bisher 13 Spielen gegen den FCA hat Lewandowski damit bereits 18-mal genetzt. Sowas nennt man wohl Lieblingsgegner.

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