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Videobeweis: Bayern-Bonus? Schalke-Fan zeigt auf Facebook, wie unterschiedlich der Videoschiedsrichter urteilt

Der Handelfmeter für den FC Bayern München gegen den FC Schalke sorgt für hitzige Diskussionen. Manch einer wittert gar wieder den berüchtigten "Bayern-Bonus".

Du hast halt den Arm zu weit oben gehabt, erklärt Robert Lewandowksi vom FC Bayern München Naldo vom FC Schalke

Du hast halt den Arm zu weit oben gehabt, erklärt Robert Lewandowksi vom FC Bayern München Naldo vom FC Schalke

Der Handelfmeter für den FC Bayern München gegen sorgt für reichlich Diskussionen. Mit Hilfe des Videoassistenten hatte Schiedsrichter Marco Fritz in einem Zweikampf von James Rodriguez und Naldo auf Elfmeter für die Bayern entschieden. Der Ball war vom Fuß des grätschenden Schalkers an dessen ausgestreckte Hand gesprungen. Robert Lewandowski traf zum 1:0 und am Ende gewannen die Bayern mit 3:0.

Stein des Anstoßes der Kritik ist vor allem eine sehr ähnliche Szene aus dem Spiel Hannover 96 gegen Schalke 04. Ein Facebook-Nutzer teilte einen Zusammenschnitt der beiden Sequenzen, die sich in der Tat sehr ähneln. Einmal bekommt der den Elfmeter gegen Schalke, die Gelsenkirchener wiederum bekommen keinen zugesprochen. Der Nutzer sieht einen "Bayern-Bonus", der angeblich totgeschwiegen werde. 

"Warum bekommt Schalke in dieser Situation gegen Hannover keinen Elfmeter? Obwohl es vom so tollen Videoschiedesrichter überprüft worden ist?", fragt der Nutzer und ergänzt: "Und warum bekommen ausgerechnet die Bayern in der gleiche Situation zu ihren Gunsten den Elfmeter zugesprochen gegen Schalke?" Der auf die Pinnwand des Senders Sport1 gepostete Beitrag wurde mehr als 2600-mal geteilt und animierte zu rund 5000 Kommentaren.

Schalke-Manager sah seine Mannschaft ebenfalls benachteiligt und gab an, die strittige Szene aus dem Hannover-Spiel sei sogar auf einer Tagung mit DFB-Schiedsrichtermanager Hellmut Krug als Beispiel gezeigt worden.  Er habe in dem Vortrag gehört, warum das kein Elfmeter sei, meinte Heidel. "Aus ganz kurzer Distanz zunächst gegen den Körper und von dort prallt der Ball dann gegen die Hand, das sei kein Handspiel. Deswegen habe ich mich sehr gewundert, dass sich der Videoschiedsrichter eingeschaltet hat." 

Hellmut Krug wehrt sich gegen die Kritik

Krug selbst hat die Kritik am für den FC Bayern zurückgewiesen. "Es handelt sich definitiv um ein strafwürdiges Handspiel. Es war eine unnatürliche Vergrößerung der Körperfläche von Naldo, was überall auf der Welt so geahndet wird. Hier sind keine Zweifel angebracht", sagte Krug am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Bei Grenzfällen interveniere der Video-Assistent nicht, betonte Krug, der beim Deutschen Fußball-Bund das Projekt Videobeweis leitet. "Wir schreiten ausschließlich ein, wenn einem Schiedsrichter ein klarer Fehler unterlaufen ist, sonst nicht." 

Krug widersprach auch Heidel direkt. "Ich habe nie gesagt, dass es grundsätzlich keinen Strafstoß gibt, wenn der Ball vom eigenen Körper zum Arm kommt", sagte er. "Von entscheidender Bedeutung ist vielmehr, ob sich im Moment des Handspiels die Arme in einer natürlichen oder unnatürlichen Körperhaltung befinden." 

fin mit Agentur/DPA

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