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Champions-League-Auslosung: Knaller-Gruppe für Werder

Barcelona und der Ballack-Club Chelsea: Für Werder Bremen kommt es in der Champions League-Vorunde knüppeldick. "Wir sind Außenseiter, aber nicht ohne Chancen", sagt Manager Allofs. Die Bayern und der HSV hatten dagegen mehr Losglück.

Der FC Bayern München und der Hamburger SV können sich über fehlendes Losglück nicht beklagen, dafür ist der SV Werder Bremen in der Vorrunde der Champions League in einer sehr schweren Gruppe gelandet. Der Vizemeister erwischte bei der Gruppen-Auslosung am Donnerstag im Grimaldi Forum von Monte Carlo mit Titelverteidiger FC Barcelona und Michael Ballack-Club FC Chelsea zwei ganz dicke Brocken. Qualifikant Hamburger SV bekommt es auf dem angepeilten Weg in die K.o.-Runde mit Vorjahresfinalist FC Arsenal, dem FC Porto und ZSKA Moskau zu tun. Recht zufriedene Gesichter gab es auch in München, nachdem dem Meister für die erste Etappe der langen Reise, die erst im Finale am 23. Mai 2007 in Athen enden soll, Inter Mailand, Sporting Lissabon und Spartak Moskau zugelost worden waren.

Schaaf: "Wir wollen Favoriten ärgern"

"Wir haben gleich zwei Favoriten auf den Titel erwischt. Jeder rechnet damit, dass Chelsea und Barcelona Platz eins und zwei unter sich ausmachen", stöhnte Werder-Trainer Thomas Schaaf, gab sich dann aber gleich wieder kämpferisch: "Wir wollen die Favoriten ein wenig ärgern." In der vergangenen Saison war den Bremern dies nicht gelungen: Beide Gruppenspiele gegen den FC Barcelona gingen mit 0:2 und 1:3 verloren. "Natürlich sind wir Außenseiter, aber nicht ohne Chancen. Es ist eine große Herausforderung. Im Fußball gibt es immer Überraschungen", hofft Geschäftsführer Klaus Allofs. Dritter Kontrahent der Hanseaten in der Gruppe A ist Champions League-Neuling Lewski Sofia.

Bayern-Torjäger Roy Makaay atmete erleichtert auf. "Es hätte schlimmer kommen können", sagte der Niederländer, als die Gegner der Münchner feststanden. Für Trainer Felix Magath ist Inter Mailand der Hauptkonkurrent im Kampf um den Sieg in der Gruppe B. "Inter ist nicht von schlechten Eltern. Die haben diese Saison mächtig aufgerüstet. Das ist für uns eine Herausforderung", warnte der Coach. Auch Lissabon sei eine Mannschaft, "die guten Fußball spielen kann". Besonders gerne erinnern sich die Münchner an die Saison 1988/89, als sie nach einer 0:2-Heimniederlage den Spieß gegen Inter Mailand mit einem 3:1-Sieg im San Siro-Stadion noch umdrehten. Im Vorjahr kam allerdings in der gleichen Arena mit dem 1:4 gegen den AC Mailand der K.o. für den Champions League-Sieger von 2001.

Mit einer kleinen Party und reichlich Sekt feierte der Hamburger SV, der aus Topf 4 mit den vermeintlich schwächsten Mannschaften zugelost worden war, das vermeintliche Glückslos in der Gruppe G. "Wir haben eine Klasse-Auslosung erwischt. Arsenal hat im Finale gestanden, Porto hat die Champions League gewonnen und Moskau ist ein sehr schwerer Gegner. Unser Ziel ist es, ins Achtelfinale zu kommen, die Möglichkeit besteht. Man sollte uns auf der Rechnung haben", sagte Trainer Thomas Doll, dessen Team sich erst am Dienstag mit dem 1:1 bei CA Osasuna die Teilnahme am Millionenspiel gesichert hatte. Der Coach versprach: "Meine Jungs werden sich zerreißen."

Besonders freut man sich in Hamburg auf die Duelle mit Jens Lehmann. Der Nationaltorhüter war vor der Auslosungszeremonie zum besten Schlussmann der vergangenen Champions League-Saison gewählt worden. Der 36-Jährige setzte sich bei der Abstimmung vor den ebenfalls nominierten Gianluigi Buffon (Juventus Turin) und Gregory Coupet (Olympique Lyon) durch.

Die Gruppenphase in der europäischen Königsklasse beginnt am 12./13. September und endet mit dem sechsten Spieltag am 5./6. Dezember. Die beiden Erstplatzierten aus jeder der acht Gruppen qualifizieren sich für das Achtelfinale im kommenden Jahr. Das Finale der Champions League findet am 23. Mai 2007 in Athen statt.

Rund 530 Millionen Euro und damit rund 100 mehr als in der vergangenen Saison werden in dieser Spielzeit an die 32 teilnehmenden Mannschaften ausgeschüttet. In der zurückliegenden Saison hatte der FC Bayern München trotz seines frühen Scheiterns im Achtelfinale fast 20 Millionen Euro eingenommen.

DPA/kbe

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