HOME

Champions League: Boateng erlöst Bayern, Schalke gelingt Achtungserfolg

Last-Minute-Sieg für Bayern: Fast 90 Minuten waren die Münchner vergeblich gegen Manchester City angerannt, dann traf Boateng zum erlösenden 1:0. Schalke gelang gegen Chelsea ein Achtungserfolg.

David Alaba kämpft gegen Fernandinho, Mario Götze schaut zu

David Alaba kämpft gegen Fernandinho, Mario Götze schaut zu

Nach einem langen Anlauf hat Jerome Boateng dem FC Bayern München doch noch einen erfolgreichen Start #link;http://www.stern.de/sport/fussball/bundesliga/die-champions-league-live-bayern-bayer-dortmund-und-schalke-in-der-koenigsklasse-1719644.html;in die Champions League# beschert. Der überragende Weltmeister erzielte am Mittwochabend in der 90. Minute den umjubelten Treffer zum 1:0 (0:0) gegen Manchester City. Zuvor hatte der deutsche Fußball-Meister eine Vielzahl an Tormöglichkeiten vergeben, war dabei aber auch mehrfach am guten City-Torwart Joe Hart gescheitert.

Zum elften Mal nacheinander gelang den Bayern damit ein Auftakterfolg in der europäischen Königsklasse. Der Sieg vor 68.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz Arena war umso wichtiger, da auch der AS Rom mit einem 5:1-Kantersieg gegen den ersten Münchner Auswärtsgegner ZSKA Moskau in die knifflige Gruppe E starten konnte.

Wie groß der Respekt von Pep Guardiola vor dem englischen Meister war, drückte sich in seiner Aufstellung aus. Mit einem massiven Mittelfeld mit dem nach sechs Wochen von einem Bänderriss wiedergenesenden Rafinha, Philipp Lahm, Xabi Alonso und Juan Bernat versuchte er, das Zentrum zu kontrollieren. Dahinter postierte er eine Dreierkette mit 26-Millionen-Einkauf Mehdi Benatia, der sein Bayern- und Champions-League-Debüt gab, Boateng in der Mitte und David Alaba links.

Schwache Chancenverwertung ist das Manko

Die Matchplan von Guardiola wäre beinahe schon wenige Sekunden nach dem Anpfiff aufgegangen. Nach 38 Sekunden setzte Thomas Müller nach schöner Kombination mit Mario Götze und Robert Lewandowski den Ball ans Außennetz.

Nach dem frühen Aufreger sahen die Zuschauer zunächst einen zerfahrenen Beginn auf beiden Seiten. Erst nach einer Viertelstunde bekam das Bayern-Spiel mehr Struktur. Mit kontrolliertem Offensivspiel und vielen Positionswechseln kam der deutsche Champion immer wieder zu Abschlüssen gegen die massierte Deckung der Gäste.

Einziges Manko: die schwache Chancenverwertung. Vor allem City-Keeper Hart erwies sich mehrfach als unüberwindbar. So scheiterte Müller (19.) per Kopf nach Flanke des offensiv starken Bernat an dem Torhüter. Auch gegen Götze (21.) nach Müller-Zuspiel war der englische Nationalspieler zur Stelle.

Joe Hart hält glänzend

Alabas (32.) Fernschuss parierte Hart ebenfalls glänzend, eine Minute zuvor hatte der Österreicher in Bayern-Diensten beinahe von der selben Stelle knapp verzogen. Lewandowski (36.) traf wenig später aus spitzem Winkel nur das Außennetz.

Das Offensivspiel von Manchester, dessen Trainer Manuel Pellegrini wegen einer Sperre die Partie von der Tribüne aus sah, bestand hingegen vor allem auf dem Ex-Wolfsburger Edin Dzeko, der in der 13. und 22. Minute zweimal vor dem Tor von Manuel Neuer gefährlich auftauchte.

Auch nach der Pause diktierten die Münchener das Spiel, doch fehlte ihnen die letzte Gier nach dem Tor. Nur Götze (55.) und Alaba (60.) kamen aussichtsreich zum Schuss. Von Manchester war zunächst nach vorn kaum etwas zu sehen. Erst in der 63. Minute meldete sich ManCity wieder im Strafraum der Gastgeber bei einem Flugkopfball Jesus Navas.

In der Schlussphase wollte Bayern-Trainer Guardiola mit den Einwechselungen der Offensivkräfte von Arjen Robben und Claudio Pizarro den Sieg erzwingen. Doch die Erlösung schaffte ausgerechnet Bayerns Abwehrchef Boateng mit einem Traumschuss.

Lesen Sie auf der nächsten Seite den Spielbericht von Schalke gegen Chelsea.

Die Mitspieler feiern Klaas-Jan Huntelaar für seinen Ausgleichstreffer gegen Chelsea

Die Mitspieler feiern Klaas-Jan Huntelaar für seinen Ausgleichstreffer gegen Chelsea

Die bravourös kämpfende Notelf des FC Schalke 04 hat sich zum Auftakt der Champions League beim Titelaspiranten FC Chelsea mehr als achtbar aus der Affäre gezogen. Ohne neun angeschlagene oder verletzte Profis kam die Mannschaft von Trainer Jens Keller zu einem nicht erwarteten 1:1 (0:1) beim Londoner Star-Ensemble. Vor 40 648 Zuschauern an der Stamford Bridge glich Torjäger Klaas-Jan Huntelaar (62. Minute) am Mittwoch die Führung durch Cesc Fàbregas (11.) aus.

Dank Engagement, Moral und mannschaftlicher Geschlossenheit verdiente sich der zuletzt schwächelnde Fußball-Bundesligist den Punkt in der Königsklasse und verschaffte sich und seinem kritisierten Chefcoach vorerst wieder etwas Ruhe. In der Schlussphase verhinderte der starke Torwart Ralf Fährmann mit mehreren Paraden das drohende 2:1.

Durch den kurzfristigen Ausfall von Jan Kirchhoff erhöhte sich die Verletztenzahl der Schalker vor dem Anpfiff auf sage und schreibe neun Profis. Neben Weltmeister und Kapitän Benedikt Höwedes fehlten unter anderem die Defensivkräfte Joel Matip, Felipe Santana, Atsuto Uchida und Sead Kolasinac. Trainer Jens Keller beorderte daher den 19 Jahre alten Kaan Ayhan in die Abwehr - und nach nur elf Minuten war die Schalker Hintermannschaft das erste Mal geschlagen.

Mourinho schont Schürrle und Diego Costa

Schiedsrichter Ivan Bebek aus Kroatien ahndete allerdings zuvor ein Foul von Fàbregas an Max Meyer nicht. Per Grätsche eroberte der Spanier den Ball und erzielte nach feinem Zusammenspiel mit Eden Kazard den Führungstreffer für die Gastgeber aus kurzer Distanz.

"Es hilft kein Jammern und kein Klagen. Das ist der falsche Weg, wir müssen jetzt da durch", hatte Manager Horst Heldt vor der Partie gefordert. Das Schalker C-Ensemble hielt sich dran und wehrte sich engagiert gegen die schier übermächtigen Chelsea-Stars.

Trainer José Mourinho gönnte sich bereits mit Blick auf das Ligaspiel am Sonntag bei Manchester City den Luxus, André Schürrle und Diego Costa, den Dreifach-Torschützen vom 4:2-Sieg in der Premier League gegen Swansea City, zunächst schonen. Für Costa stürmte Altmeister Didier Drogba. Der Angreifer der Elfenbeinküste kam in der 32. Minute frei zum Kopfball, der aber zu schwach und zu ungenau kein Problem für Schlussmann Ralf Fährmann darstellte. Die Schalker wiederum kamen in der ersten Halbzeit zweimal gefährlich vor das Chelsea-Tor.

Einen kleineren Warnschuss aus der Distanz von Sidney Sam parierte Thibaut Courtois ohne Mühe (20.). Unmittelbar vor der Pause setzte Julian Draxler dann zu einem sehenswerten Solo an, behauptete sich gegen vier Gegenspieler und verfehlte nur knapp das Tor (45.). Großes Glück hatte die Keller-Elf acht Minuten zuvor, als Fàbregas nach Zuspiel von Branislav Ivanovic freistehend über das Tor schoss (37.).

Schalke spielt mutig und furchtlos

Nach dem Wechsel machten die Schalker so weiter wie in den ersten 45 Minuten: Mutig, furchtlos und immer wieder mit Aktionen nach vorne. Das Engagement wurde dann auch belohnt. Nach toller Vorbereitung durch Draxler schloss Huntelaar cool und clever aus 16 Metern flach in die rechte untere Ecke ab. Nach dem blamablen Pokal-Aus in Dresden und nur einem Punkt aus den ersten drei Bundesliga-Spielen war den Schalkern das Bemühen um Rehabilitation deutlich anzumerken.

Auch als Mourinho noch Edelstürmer Costa und Loic Remy (74.) brachte, wichen die Gäste nicht von ihrer disziplinierten Linie ab. Hazard tauchte zweimal gefährlich vor Fährmann auf, schoss aber knapp drüber (83.) oder scheiterte am Schalker Schlussmann (84.). Als der einmal geschlagen war, rettete Roman Neustädter auf der Linie per Kopf nach einem Schuss von Remy (76.).

Wissenscommunity