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DFB-Pokal: Weiterer Tiefschlag für Daums Geißböcke

Christoph Daum und der 1. FC Köln kommen einfach nicht in Fahrt: Nach der Niederlage gegen Eintracht Frankfurt haben sich die Geißböcke nun auch aus dem DFB-Pokal verabschiedet. Nürnberg gewinnt erst im Elfmeterschießen. Stuttgart und Berlin haben sich dagegen mit klaren Siegen für das Viertelfinale qualifiziert.

Christoph Daum hat mit dem 1. FC Köln auch im DFB-Pokal eine böse Bescherung erlebt und geht bei seinem Comeback sieglos in die Weihnachtspause. Der Zweitligist aus dem Rheinland unterlag im Achtelfinale bei Bundesligisten Eintracht Frankfurt mit 1:3 (1:1) in der Verlängerung und verpasste damit im vierten Spiel unter Daum den ersten Sieg. Dabei durften die Kölner lange auf den ersten Einzug in die Runde der besten Acht seit der Saison 2002/2003 hoffen. Nach der Blitzführung durch Alexander Meier (2.) hatte Peter Madsen (18.) schnell ausgleichen können. Vor 50 700 Zuschauern in der Commerzbank-Arena sorgte der neue Eintracht- Torjäger Naohiro Takahara erst in der fünften Minute der Nachspielzeit in einem niveauarmen Spiel für die Vorentscheidung zu Gunsten des Finalisten der vergangenen Saison. Der Grieche Sotirios Kirgiakos (112.) macht dann alles klar für die Hessen.

Schlechter Start

Zuerst einmal wurden die Kölner aber eiskalt erwischt. Nach einem tödlichen Pass von Markus Weissenberger spielte Meier nach nur 64 Sekunden den Ball am verdutzten Gäste-Goalie Stefan Wessels unhaltbar aus zwölf Metern vorbei ins Tor zu seinem ersten Pokal-Treffer in dieser Saison. Die Kölner, bei denen Daum weiter auf Ricardo Cabanas sowie auch auf Milivoje Novakovic verzichten musste und insgesamt drei Veränderungen gegenüber dem Lautern-Match vornahm, bestraften die phlegmatischen Frankfurter. Nach einer Vorlage von Bernt Haas zirkelte Peter Madsen den Ball ins lange Eck. Drei Minuten später brannte es lichterloh im Eintracht-Strafraum, aber den Kölnern war die Verunsicherung der letzten Wochen anzumerken. Beinahe hätten sie sich noch vor der Pause den zweiten Treffer gefangen. Wessels war gegen Naohiro Takahara (31.) und Weissenberger (43.) aber auf dem Posten.

Besser wurde die Begegnung der nominell erstklassigen Frankfurter gegen den kriselnden Zweitligisten auch nach der Pause nicht. Fehlpässe prägten den Spielaufbau, Strafraumszenen blieben Mangelware. Eintracht-Trainer Friedhelm Funkel reagierte und brachte in Michael Thurk für Weissenberger einen Angreifer für einen Mittelfeldspieler. Und der Ex-Mainzer hatte nur drei Minuten nach seiner Einwechslung die erste Eintracht-Chance in der zweiten Hälfte. Sein Volley-Schuss (64.) aus 14 Metern ging jedoch über den Kölner Kasten. Daum setzte zehn Minuten vor Schluss auf den angeschlagenen Scherz, der kurz vor der Verlängerung die Kölner Siegchance vergab. Danach ging es blitzschnell: Mit dem zehnten Treffer in einem Pflichtspiel für die Frankfurter sorgte Takahara für den schmeichelhaften Erfolg. Den ersten spielerisch sehenswerten Angriff schloss der Japaner nach einer Flanke von Benjamin Köhler mit einem Kopfballtreffer ab. Nach einer Ecke des Ex-Kölners Albert Streit sorgte Kirgiakos ebenfalls per Kopf für die Entscheidung.

Hertha erreicht nach Pflichtsieg in Osnabrück das Viertelfinale

Hertha BSC Berlin hat die Pflichtaufgabe im DFB-Pokal problemlos erfüllt und durch einen 3:0 (2:0)-Sieg beim Drittligisten VfL Osnabrück das Viertelfinale erreicht. Nach den zwei Pokal-Blamagen der Vorjahre in St. Pauli und in Braunschweig machte es der Fußball-Bundesligist am Dienstag besser und kam durch Malik Fathi (33.) und Christian Gimenez (41./53.) zu den Toren. Vor 18 500 Zuschauern hielten die Osnabrücker die Partie nur in der ersten halben Stunde offen und ließen die Fans von der zweiten Pokal- Überraschung nach dem Sieg gegen Borussia Mönchengladbach träumen.

Die Hertha-Profis, die in der Vorsaison beim Regionalligisten FC St. Pauli nach 2:0-Führung noch mit 3:4 und im Jahr davor bei Eintracht Braunschweig mit 2:3 kläglich ausgeschieden waren, taten sich lange Zeit sehr schwer. Auf dem schlecht zu bespielenden Boden gelangen erst spät einige vernünftige Spielzüge. Ohne die verletzten Yildiray Bastürk und Dick van Burik wirkten die Herthaner anfangs sogar verunsichert und wussten sich einige Male nur durch Rückpässe auf Torhüter Christian Fiedler zu helfen. Erst nach dem Wechsel wirkte der Auftritt der Hertha etwas souveräner.

Späte erste Chancen

Angesichts der wenig einfallsreichen Spielweise war es wenig verwunderlich, dass die ersten Chancen durch einen Freistoß von Gilberto (20.) und einen Fernschuss von Pal Dardai (25.) entstanden. Gegen die forsch störenden Gastgeber kamen die viel zu passiven Berliner bis zum ersten Treffer zu keiner gefährlichen Strafraumszene.

Malik Fathi erzielte die Führung mit einer "verunglückten" Flanke. Beim zweiten Tor traf Gimenez per Kopf. Er bugsierte den von VfL- Torwart Frederik Gößling parierten Schuss von Marko Pantelic über die Linie. Die Osnabrücker, die nach 18-tägiger Wettkampfpause ihr erstes Pflichtspiel absolvierten, zeigten in der ersten Halbzeit in einigen Szenen, warum sie als Tabellenführer der Regionalliga in die Winterpause gegangen sind. Ohne ihren Topstürmer Addy Waku Menga attackierten sie die Gäste aus der Hauptstadt früh und suchten immer wieder die Chance, schnell nach vorne zu spielen. Torraum-Szenen gab es jedoch wenig.

Die Osnabrücker, die sich im Niedersachsen-Pokal bereits wieder für den DFB-Pokal des kommenden Jahres qualifiziert hat, kamen stürmischer aus der Pause, kassierten aber schnell den dritten Treffer durch Gimenez. Danach verwalteten die Berliner die Partie, ohne zu überzeugen. Für die größte Gefahr sorgte eine Lattentreffer

Der VfB Stuttgart steht nach dem zweiten Sieg gegen den VfL Bochum binnen zehn Tagen im Viertelfinale des DFB-Pokals. Dank Mario Gomez, zwei Mal Thomas Hitzlsperger und Cacau feierte der Bundesliga-Vierte am Dienstagabend einen 4:1 (1:0)-Sieg und krönte seine großartig verlaufende erste Hälfte der Fußball-Saison. Der Stuttgarter Torjäger traf vor 18 650 Zuschauern in Bochum in der 34. Minute, der WM-Dritte Hitzlsperger (49./58.) sowie der Brasilianer Cacau (90.) sorgten für die weiteren Treffer und brachten die Schwaben damit zum ersten Mal seit der Saison 2000/2001 wieder in die Runde der letzten Acht. Die wird am 27./28. Februar ausgespielt und am 7. Januar ausgelost. Tommy Bechmann (85.) traf für Bochum.

Rückkehr in die Erfolgsspur

Auch ohne den verletzten Roberto Hilbert zeigte sich der dreimalige Pokalsieger (1954/58/97) gut erholt von der Bundesliga-Nullnummer gegen Cottbus und kehrten gegen die in Bestbesetzung angetretenen Bochumer in die Erfolgsspur zurück. Nach langweiligem Beginn und einer Chance der Gastgeber durch Filip Trojan (23.) nahm die insgesamt cleverer agierende Mannschaft von Trainer Armin Veh das Heft in die Hand. Ein Kopfball von Gomez (32.) blieb noch ohne Folgen. Doch nur zwei Minuten später traf der 21-Jährige. Antonio da Silva, der trotz Blessur spielen konnte, scheiterte kurz danach mit einem 18-m-Freistoß.

Die Bochumer hatten nach einer Co-Produktion von Trojan und Theofanis Gekas kurz vor der Pause die Chance zum Ausgleich, den der Grieche unmittelbar nach dem Seitenwechsel noch einmal auf dem Fuß hatte. Doch dann kam Hitzlsperger. Zunächst vollendete der Nationalspieler in der 49. Minute vorbei an Keeper Peter Skov-Jensen flach ins rechte Eck; elf Minuten später hämmerte er den Ball volley ins Bochumer Tor. Auch danach präsentierte sich der von Aston Villa gekommene Hitzlsperger in prächtiger Schusslaune und hätte den Sieg (65./74.) noch deutlicher gestalten können.

Der VfB hofft nun auf ein Heimspiel, das es seit der Halbfinal- Niederlage gegen Schalke 04 (0:3) im Jahr 2001 nicht mehr gegeben hatte. Für Bochum, das sich zwar bemühte, letztlich aber chancenlos war, gab es trotz der Niederlage eine positive Nachricht: Nationalspieler Joel Epalle aus Kamerun wechselt per sofort von Iraklis Saloniki zum VfL, wo er kurz vor dem Anpfiff einen Vertrag bis 2010 unterzeichnete. Die Ablöse soll 600 000 Euro betragen.

Nürnberg nach elf Jahren wieder im Viertelfinale

Mit viel Elfmeter-Glück und den letzten Kraftreserven hat sich der 1. FC Nürnberg erstmals seit elf Jahren wieder ins Viertelfinale des DFB-Pokals gekämpft. Der favorisierte Fußball-Bundesligist setzte sich am Dienstagabend gegen den Zweitligisten SpVgg Unterhaching aber erst mühsam mit 2:1 im Strafstoßschießen durch. Zuvor hatten die 16 676 frierenden Zuschauer im bayerischen Duell in 120 Minuten kein einziges Tor erlebt.

"Club"-Trainer Hans Meyer hatte seine Profis angestachelt, nach der kräftezehrenden Bundesliga-Hinrunde kurz vor Weihnachtspause noch einmal an die Schmerzgrenze zu gehen. «Gerade im Pokal wissen wir, wie schnell du plötzlich in Europa bist oder einen Titel hast. Das ist eine große Chance», sagte der Coach. Die Franken übernahmen vom Anpfiff an die Initiative - und hatten durch einen Kopfball von Markus Schroth (4.) auch die erste Chance. Pech für die Nürnberger, dass der bereits angeschlagene Iwan Saenko schon nach 26 Minuten verletzt vom Platz musste. Für den Russen kam Leon Benko.

Nürnberg war dominierend, machte aber zu viele Fehler im Spielaufbau. Unterhaching kam nach zehn Minuten besser in die Partie, machte vor der massierten Abwehr im Mittelfeld die Räume eng und verlegte sich ganz geschickt auf Konter. Nach 16 Minuten schien die Taktik aufzugehen: Doch Michal Kolomaznik, die einzige Sturmspitze, schoss freistehend aus acht Metern über das Tor von Daniel Klewer, der den am Knie verletzten Stammkeeper Raphael Schäfer ersetzte.

Sensation lag in der Luft

"Wir tun alles dafür, die Sensation zu schaffen", hatte Haching- Trainer Harry Deutinger vor dem letzten Spiel des Jahres verkündet. Die Gäste haben noch keines der bisher sechs Zweitliga-Duelle mit Nürnberg gewonnen. Deutinger hatte nach dem 0:0 gegen Rostock zwei Positionen neu besetzt: Bruno Custos kam für Paul Thomik, Thomas Sobotzik ersetzte den formschwachen Babacar N’Diaye.

Auch nach der Pause wurde die schwache Partie nicht besser. Nürnberg versuchte es jetzt mit der Brechstange - vergeblich. Nach einer Stunde rief Meyer seinen frustrierten Torjäger Robert Vittek vom Platz. Robert Lechleiter vergab für die Hachinger in der 86. Minute freistehend die Riesenchance zum Siegtreffer. In der Verlängerung scheiterten erst Pinola und dann Schroth am bestens postierten Hachinger Torhüter Philipp Heerwagen.

DPA / DPA

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