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DFB-Elf im Viertelfinale: Mesut Özil - der müde Magier

Die Nationalmannschaft hat mit drei Siegen souverän das EM-Viertelfinale erreicht. Gegen Dänemark hat sich der Trend zu einem eher gedämpften Spielstil fortgesetzt. Das liegt auch an Mesut Özil.

Von Klaus Bellstedt, Lwiw

Es ist ein Kreuz mit den beiden Klimazonen, zwischen denen sich die deutsche Nationalmannschaft bei dieser EM bewegt. Im Quartier in Danzig herrschen seit zwei Wochen immer die gleichen Temperaturen. Die Ostsee kühlt die Luft nachts ab, tagsüber wird es meist nie über 18 Grad warm. Meeresklima eben. An den Vorrundenspielorten des DFB-Teams liefen die Spieler dann beim Verlassen des Flugzeugs jedes Mal gegen eine Wand. In Charkow war es besonders extrem, aber nun war die Hitzewelle, unter der die Ukraine leidet, auch in Lwiw angekommen.

Als sich die Spieler von Joachim Löw vor dem dritten und letzten Gruppenspiel gegen Dänemark um kurz nach 21 Uhr Ortszeit unten auf dem Rasen aufwärmten, lief der Ball auf dem ausgetrockneten und stumpfen Grün nicht richtig optimal, weswegen der Stadiongreenkeeper sich dazu entschied, den Rasen kurz vor dem Anpfiff noch einmal kurz zu wässern. Und weil alle anderen Kollegen bereits auf dem Weg in die Kabine entschwanden, war schließlich Mesut Özil der Leidtragende. Die Riesenfontäne erwischte den Regisseur der deutschen Mannschaft voll. Er versuchte zwar noch unter dem Strahl hinwegtauchen, aber da war es schon passiert. Der Schopf war nass. Özil nahm sein Haarband ab und rannte milde lächelnd seinen Mitspielern hinterher.

Özil steht normalerweise für das Spektakuläre

Eigentlich hätte der Star von Real Madrid nach der erfrischenden Dusche sehr wach sein müssen. Aber im Spiel gegen Dänemark war davon hinterher nur wenig zu spüren. Vital und in Ansätzen spielfreudig war Özil eigentlich nur in der ersten Hälfte dieser Partie, die für die Deutschen trotz der zuvor eingefahrenen sechs Punkte eine Art Endspielcharakter hatte. Um ganz sicher zu gehen, durfte man schließlich nicht verlieren. Die Mannschaft gewann dann den Vorrundenabschluss bei dieser EM durch ein spätes Tor von Lars Bender (80. Minute). Und wieder war es mehr ein erarbeiteter Sieg, als eine spektakuläre Darbietung.

Für das Spektakuläre im deutschen Spiel, für die Kunst, steht normalerweise Mesut Özil. Seine Fähigkeiten am Ball sind außergewöhnlich. Keiner im Kader von Joachim Löw kann mit der Kugel so viel Überraschendes anstellen wie er. Bei der EM konnte der 23-Jährige seine Klasse aber bislang nicht demonstrieren. Nach drei Spielen steht fest: Özil ist in diesem Turnier noch immer nicht angekommen. In Lwiw begann er besser als in der ersten beiden Partien. Der Taktgeber in der Offensive hatte viele Ballkontakte und war auch manches Mal Ausgangspunkt für die zahlreichen Angriffe gegen ziemlich harmlose Dänen, deren glücklicher Treffer zum 1:1 (24.) eine Ecke vorausging. Lukas Podolski hatte die deutsche Mannschaft in dieser Hitzenacht in seinem 100. Spiel für die DFB-Auswahl in Führung geschossen. Aber Özil war daran weder direkt, noch indirekt beteiligt. Er wurde mit zunehmender Spieldauer immer unauffälliger.

Lesen Sie auf der nächsten Seite die Reaktionen von Bundestrainer Joachim Löw...

Löw lobt und kritisiert

"Uns hat der Killerinstinkt gefehlt. Das hätte die Aufgabe heute erleichtert", monierte hinterher der Bundestrainer. Und Löw nannte weitere Gründe für den Leistungsabfall in der zweiten Hälfte: "Es gab große Lücken im Mittelfeld. Wir haben dem Gegner zu viel Platz gelassen. Das hätten wir besser in den Griff bekommen müssen." Die Kritik richtete sich an sämtliche Akteure in der Zone zwischen Defensive und Offensive. Und doch traf sie, wenn auch unausgesprochen, vor allem Özil. Denn er war es, der sich nach der Pause seltsam emotionslos und eher passiv präsentierte. Auch die Laufbereitschaft ließ zu wünschen übrig. Es ist nur eine Vermutung, aber auch Bastian Schweinsteiger, der die meisten Kilometer von allen deutschen Spielern fraß, schien von der nahen Tribüne aus betrachtet, unzufrieden mit Özils Engagement. Als hätte es noch eines weiteren Beleges für dessen durchwachsenen Auftritt bedurft, stolperte der Ex-Bremer Mitte der zweiten Hälfte am gegnerischen 16-Meter-Raum über seine eigenen Füße, kurz danach landete ein Hackentrick im Nichts. Wäre Özil ein Boxer, man würde ihm als Kritiker vorwerfen, dass er derzeit nicht über den nötigen Punch verfügt.

Als Joachim Löw im Anschluss an den Sieg über Dänemark schließlich direkt nach der Leistung seines Mittelfelfspieler gefragt wurde, konnte er sich nicht so recht entscheiden. "Er hat viel getan, war ballsicher und hat sich immer wieder angeboten", sagte er einerseits. Andererseits meinte der Bundestrainer aber auch, dass Özil "oft die Möglichkeit hatte, in die Tiefe zu spielen, diese aber nicht genutzt hat." Am Ende wurde es sehr technisch: "Der Laufweg bestimmt den Pass und nicht umgekehrt. Wir haben es verpasst zu warten und dann los zu sprinten, wenn Özil am Ball war." Also doch wieder die anderen.

"Wir müssen uns steigern"

"Ich hatte immer das Gefühl, dass bei uns nicht viel nach vorne geht. Wir müssen froh sein, gewonnen zu haben." Lukas Podolski traf mit seiner Analyse ins Schwarze. Natürlich ist Özil nicht der Hauptverantwortliche dafür, dass das Offensivspiel dieser talentierten Mannschaft bis jetzt noch nicht so kombinationssicher wie sonst abläuft. Aber erst nun mal derjenige, der im DFB-Team das Ideal des schönen Spiels verkörpert. Weil es an dieser Stelle derzeit hakt, konnte sich innerhalb von drei EM-Spielen erst der Trend zu einem dominanten Defensivstil mit einer starken Viererkette sowie dem laufstarken Duo Khedria/Schweinsteiger davor entwickeln. Anders ausgedrückt: Würde Özil mit seinen genialen Zuspielen glänzen, Treffer vorbereiten und auch selber Tore erzielen, stünde das eigene Abwehrverhalten vermutlich nicht so sehr im Fokus. Das Spiel der Nationalmannschaft hätte dann nämlich einen anderen Schwerpunkt.

"Wir müssen uns in den nächsten Spielen noch steigern", sagte der Bundestrainer zu mitternächtlicher Stunde im Presseraum des EM-Stadions von Lwiw. Das gilt im Besonderen für Mesut Özil. Gegen Griechenland mag es vielleicht noch gutgehen, dass die Mannschaft - wie in der zweiten Hälfte beim Arbeitssieg gegen Dänemark - mehr für ihn als mit ihm arbeitet. Aber spätestens in einem möglichen Halbfinale gegen Frankreich braucht das Team nicht nur eine starke Defensive, sondern auch seine Extraklasse. Özil weiß das alles im Zweifel selbst am besten. Nach dem knappen Erfolg und dem Einzug ins EM-Viertelfinale verließ er unmittelbar nach Schlusspfiff als Erster den Platz. Er schaute ernst und unzufrieden. Keine Spur von Freude oder gar Euphorie. Nicht mal die Humorbombe konnte ihn aufheitern. Lukas Podolski nahm Özil vor der Reservebank väterlich in den Arm, aber mehr als ein gequältes Lächeln huschte nicht über sein Gesicht. Später im Bauch der Arena das gleiche Bild: Özil rauschte durch die Mixed-Zone, ohne auch nur einen einzigen Kommentar abzugeben. Ein bisschen konnte man ihn sogar verstehen.

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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(