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Europa League: Bremen zieht in K.o.-Runde ein

Mit einem glücklichen Sieg gegen Austria Wien ist Werder Bremen in die K.o.-Runde der Europa League eingezogen. Hertha BSC Berlin feierte nach langer Leidenszeit gegen SC Heerenveen wieder einen Sieg. Der Hamburger SV enttäuschte mit einem torlosen Remis gegen Celtic Glasgow.

Schlecht gespielt - aber trotzdem vorzeitig in der K.o.-Runde der Europa League: Tim Borowski und Hugo Almeida haben Werder Bremen zu einem äußerst glücklichen 2:0 (0:0)-Erfolg gegen Austria Wien geführt und die Serie von 18 Pflichtspielen ohne Niederlage fortgesetzt. Hertha BSC feierte einen Last-Minute-Sieg gegen SC Heerenveen und hat noch Chancen auf die Zwischenrunde. Eine schwache Vorstellung bot der Hamburger SV vor eigenem Publikum beim torlosen Remis gegen Celtic Glasgow.

Nach einer über weite Strecken uninspirierten Leistung erlöste Borowski Werder Bremen mit seinem Führungstreffer in der 81. Minute, nachdem er zuvor einige Großchancen ausgelassen hatte. Der eingewechselte Almeida erhöhte vor 25.000 Zuschauern in der ausverkauften Baustelle Weserstadion nur drei Minuten später. Die Austria überzeugte mehr als eine Stunde, vergab aber zahlreiche Chancen. Im Hinspiel hatten die Österreicher noch aus einem 0:2 ein 2:2 gemacht.

Der quirlige Marko Marin wirbelte die Austria-Abwehr zunächst ordentlich durcheinander. Doch das Fehlen von Top-Torschütze Claudio Pizarro machte sich von Beginn an bemerkbar. Nach seinen beiden Toren in Nürnberg tat sich Aaron Hunt schwer, der statt der angeschlagenen Marcelo Moreno und Markus Rosenberg stürmte. Auch Tim Borowski konnte sich bei den gefährlichen Hereingaben nicht wirkungsvoll durchsetzen.

Zwar war der Bundesliga-Dritte spielerisch überlegen und hatte auch mehr Ballbesitz. Die besseren Chancen aber hatten die Gäste. Die Souveränität von Torsten Frings wurde in mehr als einer Szene vermisst, zumal auch Mesut Özil - vielleicht auch deshalb - nicht zu seiner gewohnten Klasse fand. Peter Niemeyer konnte den Kapitän nicht annähernd ersetzen.

Schwächen auf den Außenpositionen


Schwächen auf den Außenpositionen vor allem von Boenisch-Ersatz Petri Pasanen kamen hinzu. Der Finne konnte froh sein, dass Keeper Tim Wiese in der 27. Minute ebenso prächtig reagierte wie zehn Minuten früher und nochmals kurz vor der Pause. Aber auch Clemens Fritz war nicht frei von Fehlern. Wie in der 23. Minute, als er Marin Leovac im Strafraum von den Beinen holte. Aber Fritz und Werder hatten Glück: Der schwedische Schiedsrichter Stefan Johanesson ließ weiterspielen.

Die Schrecksekunde rüttelte Werder nicht wach. Das Übergewicht blieb zwar bestehen, doch die besseren Chancen hatte die Austria. Das sollte die Einwechslung des lange verletzten Hugo Almeida ändern, dem Philipp Bargfrede Platz machte. Doch auch der Wechsel von Rosenberg für Marin eine Viertelstunde später brachte nicht die erhoffte Wirkung, obwohl die beiden Neuen in der 63. Minute die Führung bei Werders bester Möglichkeit nur knapp verfehlten.

Im Brennpunkt stand allerdings weiterhin Tim Wiese - gegen Milenko Acimovic (46.) ebenso wie gegen Zlatko Junuzovic (58.). Bis Werder in der Schlussviertelstunde aufdrehte und zum glücklichen Sieg kam. Denn beim wichtigen 1:0 stand Borowski im Abseits.

Ausgerechnet Sorgenkind Artur Wichniarek hat den Knoten zerschlagen und Hertha BSC nach zwölf Pflichtspielen ohne Sieg das lang ersehnte Erfolgserlebnis beschert. Der bisherige Null-Tore-Stürmer erzielte beim niederländischen Ehrendivisionär SC Heerenveen in der ersten Minute der Nachspielzeit das umjubelte 3:2 (1:2). Es war der erste Sieg des Bundesliga-Schlusslichts seit zehn Wochen. Mit nun vier Punkten hat Hertha nun in der Europa League nach vier Runden alle Chancen auf den Einzug in die K.o.-Runde. Und für das so wichtigen Bundesliga-Kellerduell gegen den 1. FC Köln am Sonntag kann Hertha viel Zuversicht mitnehmen.

Der ehemalige Leverkusener und Cottbuser Michal Papadopulos hatte mit zwei Toren vor der Pause (4. und 36. Minute) zunächst das katastrophale Abwehrverhalten der Berliner bestraft. Der erste Doppelpack des jungen Bulgaren Walerij Domowtschijski, jeweils vorbereitet von Artur Wichniarek (21., 52.), sorgte für neue Hoffnung. Und nach Zuspiel von Domowtschijski machte Wichniarek vor rund 20.000 Zuschauern den verdienten Berliner "Dreier" perfekt (90.+1).

HSV spielt harmlos


In Hamburg sahen die Fans des HSV eine harmlose Vorstellung ihres Teams gegen Celtic Glasgow - und das am 73. Geburtstag von Hamburg-Ikone Uwe Seeler. Die Hanseaten verpassten mit einem kläglichen 0:0 den Sprung an die Tabellenspitze der Gruppe C. Vor 45.037 Zuschauern blieben die Hausherren den Beweis schuldig, eine Spitzenmannschaft zu sein. Vor allem die Leistung in der ersten Hälfte war ein fußballerischer Offenbarungseid.

Durch den klaren Sieg von Spitzenreiter Hapoel Tel-Aviv (9 Punkte) beim Tabellen-Dritten Rapid Wien (4) steht der HSV, der als Gruppen-Zweiter sieben Zähler gesammelt hat, im nächsten Heimspiel (2. Dezember/21.05 Uhr) gegen die Österreicher unter Druck. Schließlich hat der Bundesliga-Dritte schon das Hinspiel in Wien mit 0:3 sang- und klanglos verloren. Danach kommt das Gastspiel in Israel.

DPA/tis / DPA

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