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Corona-Pandemie Der Ball darf wieder rollen - so geht es jetzt weiter in der Fußball-Bundesliga


Bundesliga is back: Nach einer zweimonatigen Corona-Zwangspause spielen die Ligen ab dem 16. Mai wieder. Unter Auflagen, natürlich. Hier ein Überblick, wie Fußball in Zeiten des Virus geht.

Über kaum einen Nach-Corona-Neustart wird so heftig diskutiert wir über den der Fußball-Bundesliga. Die einen sprechen von der Bevorzugung einer ohnehin schon privilegierten Branche, die anderen können die Ablenkung durch die schönste Nebensache um Welt kaum erwarten. Durchgesetzt haben sich nun die Vereine, von denen viele sich eine weitere Pause finanziell nicht hätten leisten können. Dass der Ligabetrieb in der zweiten Mai-Hälfte ohne Stadionpublikum startet – geschenkt, zumindest die Klubs aus den beiden Bundesligen dürften froh sein, die Saison überhaupt sportlich beenden zu können. Und nicht am grünen Tisch, wie etwa in den Niederlanden.

So geht es mit der Bundesliga weiter

Und doch: Nicht viel wird in den verbleibenden Spieltagen so sein wie vorher. Die wichtigsten Änderungen zum Neustart:

  • Ab wann rollt der Ball wieder?

Der Spielbetrieb in der 1. und 2. Fußball-Bundesliga wird am 16. Mai fortgesetzt. Das haben die 36 Profivereine auf der Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga in Frankfurt beschlossen. Die Politik hatte am Mittwoch zugestimmt, dass die seit Mitte März wegen der Corona-Krise ausgesetzte Saison in beiden Ligen mit Spielen ohne Publikum zu Ende gespielt werden kann.

  • Mit welchen Spielen geht es weiter?

Geplant ist, in chronologischer Reihenfolge fortzufahren. Daher geht es mit dem Mitte März abgesagten 26. Spieltag weiter. Am Interessantesten sollte das Revierderby zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04 werden, das für Samstag, 15.30 Uhr angesetzt ist. Nach zwei Partien am Sonntag endet der erste Spieltag seit der Unterbrechung wegen der Corona-Krise am Montagabend, 20.30 Uhr, mit der Begegnung zwischen Werder Bremen und Bayer Leverkusen. Damit trage die DFL auch der Tatsache Rechnung, dass Werder Bremen als einer der letzten Clubs mit dem Teamtraining beginnen konnte. Der letzte Spieltag soll in beiden Ligen am 27. und 28. Juni stattfinden.

  • Sind Spieler und Betreuer auf Infektionen getestet?

Ja. In einer ersten Testwelle mit 1724 Personen – von Spielern über die Trainerstäbe bis zu den Physio-Therapeuten. Zehn von ihnen sind mit dem Virus infiziert. Geplant sind zudem je zwei weitere Tests pro Woche. Dieser Rhythmus stößt allerdings auf Kritik. Die "Stiftung Patientenschutz" merkt an, dass wöchentlich 800.000 Pflegebedürftige und hunderttausende Mitarbeiter auf das Covid-19-Virus getestet werden müssten und schon jetzt die Labor-Kapazitäten von rund einer Million Tests pro Woche ausgeschöpft seien.

  • Was ist mit den Corona-Einschränkungen?

Bevor es losgeht, soll es auf Beschluss der Politik "eine Quarantänemaßnahme, gegebenenfalls in Form eines Trainingslagers" geben. Nach dem Willen der DFL sollen sich die Vereine eine Woche vor dem Neustart - also ab diesem Wochenende - abschotten. Die ersten Vereine wie Branchenprimus Bayern München haben bereits angekündigt, dieser Aufforderung Folge zu leisten. Davon sind auch die ohnehin schon unterschiedlichen Trainingsbedingungen betroffen. RB  Leipzig und der SC Paderborn sind als erste Bundesligisten wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen. Durch die neuen Lockerungen dürfte sich die bisher sehr diffuse Lage in der Liga entspannen.

  • Ändert sich sonst etwas?

Die Clubs denken für die Fortsetzung der Saison über fünf Auswechslungen pro Team und Spiel nach. Darüber solle kurzfristig entschieden werden, sollte temporär für diese Spielzeit die Möglichkeit dazu bestehen, sagte DFL-Geschäftsführer Seifert.

  • Wie steht es um die Schiedsrichter?

Die Referees müssen sich vor dem Wiederanpfiff in der Corona-Krise ebenfalls Tests unterziehen. "Selbstverständlich wird es für Schiedsrichter, Linienrichter und vierte Offizielle ebenfalls hygienische und medizinische Anforderungen geben", sagte DFL-Boss Seifert am Donnerstag.

Seifert verwies darauf, dass der Deutsche Fußball-Bund für das Schiedsrichterwesen zuständig ist. "Der DFB hat uns mitgeteilt, dass er die Umsetzung des Konzepts in die Hand nimmt. Das wird auch Testungen vor dem ersten Spieltag beinhalten", sagte er.

  • Wo werden die Geisterspiele zu sehen sein?

Die Liverechte liegen beim Pay-TV-Sender Sky, dem größten Geldgeber der Liga. Ein generelles Live-Angebot der 163 ausstehenden Spiele in der 1. und 2. Liga im Free-TV - ARD und ZDF berichten wie gewohnt in Zusammenfassungen - dürfte es nicht geben. Spannend ist auch die Frage, ob DAZN die noch vorgesehenen 14 Live-Spiele zeigen darf. Der kostenpflichtige Streamingdienst hat für diese und die nächste Saison eine Sublizenz von Eurosport erworben. Da Eurosport aber keine Vorauszahlung für die letzte Rate an die DFL geleistet haben soll, könnte DAZN außen vor bleiben.

  • Wie war denn eigentlich die sportliche Lage zuletzt?

Im Meisterschaftsrennen geht es spannend zu: Spitzenreiter FC Bayern hat vier Punkte Vorsprung auf Borussia Dortmund und fünf auf RB Leipzig. Die Münchner müssen aber noch nach Dortmund und Leverkusen. Bayer 04 ist auch aussichtsreicher Kandidat für die vier Champions-League-Plätze, zusammen mit Gladbach. Unten hat Paderborn als Schlusslicht die schlechtesten Karten. Und auch Krisenclub Werder Bremen kann als Vorletzter ebenfalls nur vier Siege in 25 Spielen vorweisen. Neben dem 16. Düsseldorf sind auch der FSV Mainz 05, FC Augsburg, Hertha BSC, Eintracht Frankfurt und Union Berlin noch nicht durch.

  • Gab es in der Zwangspause interessante Personalien?

Ja, die alte Chaotin Hertha BSC setzt wieder auf Bruno Labbadia, der bei den Berlinern für positive Schlagzeilen sorgen soll. Zuletzt hatte der Hauptstadtclub durch den unrühmlichen Abgang von Chefcoach Jürgen Klinsmann, dem der glücklose Kurzzeittrainer Alexander Nouri folgte, und dem Video-Skandal von Salomon Kalou ein eher schlechtes Bild abgegeben. Mit Heiko Herrlich geht auch der FC Augsburg in den Rest der Saison.

  • Hat der DFB-Pokal Chancen, fortgesetzt zu werden?

Seifert erwartet auch, dass "in absehbarer Zeit" im DFB-Pokal die Halbfinals FC Bayern - Eintracht Frankfurt und 1. FC Saarbrücken - Bayer Leverkusen terminiert werden. Dies obliege jedoch dem Deutschen Fußball-Bund. Dieser hatte sich zuvor irritiert drüber gezeigt, dass die Politik in das Startsignal für die Bundesliga und 2. Liga nicht auch den DFB-Pokal mit eingeschlossen hat. Die DFB-Spitze ist nach DPA-Informationen umgehend bei einigen Spitzenpolitikern und auch Ministern aktiv geworden.

nik DPA

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