Fußball-Bundesliga Bremen wird Dritter - Bochum steigt ab


Trauer in Bochum, Jubel bei Hannover: Der VfL verliert das Abstiegsduell gegen die 96er und muss in die 2. Liga. Hochspannung gab es zum Saisonfinale auch im Kampf um Platz drei, den Werder Bremen knapp für sich entschied. Und Meister Bayern? Zeigte zum Abschluss noch einmal eine Robben-Gala.

Großer Verlierer des Abschlussspieltags waren die Bochumer, die sich nach dem 0:3 gegen den direkten Rivalen Hannover 96 zum sechsten Mal aus der Bundesliga verabschieden müssen. Auch dem 1. FC Nürnberg droht noch der Gang in die Zweitklassigkeit: Nach dem 1:0 gegen den 1. FC Köln müssen die Franken in die Relegation, in der sie fast sicher auf den FC Augsburg treffen. Werder Bremen verteidigte den dritten Platz durch ein Unentschieden gegen den HSV, der mit leeren Händen dasteht. Stuttgart wird als Sechster neben Leverkusen und Dortmund in der nächsten Saison Europa League spielen. Der deutsche Rekordmeister kam am Samstag zu einem 3:1 bei Hertha BSC und machte damit den ersten Schritt zum avisierten Triple perfekt.

Neben den Berlinern müssen die Bochumer den bitteren Gang in die 2. Liga antreten. Beim Showdown im Revier waren sie völlig von der Rolle und sahen fast tatenlos zu, wie die Gäste aus Hannover einen Start nach Maß erwischten. Arnold Bruggink (9.) brachte 96 in Führung, Mike Hanke (23.) und Sergio Pinto (45.) ließen die Niedersachsen erneut jubeln und stürzten den VfL ins Tal der Tränen.

Nürnbergs Sieg nutzlos


Nach den frühen 96-Toren in Bochum war klar, dass die Nürnberger die Relegation nicht mehr vermeiden konnten. Dennoch kämpften sie gegen ihren "Lieblingsgegner" aus Köln, dessen letzter Sieg beim "Club" fast 20 Jahre zurückliegt, leidenschaftlich. Der verdiente Lohn war der Siegtreffer durch Andreas Ottl (88.).

In Bremen ging es im 92. Nordderby für beide um die internationalen Startplätze. Erst nach dem 1:0 durch Claudio Pizarro (58.), der mit 133 Treffern nun gemeinsam mit Giovanne Elber die Rangliste der erfolgreichsten ausländischen Bundesliga-Torjäger anführt, herrschte weitgehend Klarheit. Nach Ruud van Nistelrooys' Ausgleich (82.) wurde es noch mal für einige Minuten spannend, doch am Ende feierten die Bremer nach dem 1:1 die Champions-League- Qualifikation; die Hamburger stehen hingegen mit leeren Händen da.

Leverkusen wird Vierter


In Mönchengladbach hielt Patrick Helmes (34.) beim Abschiedsspiel von Borussen-Routinier Oliver Neuville die leisen Leverkusener Hoffnungen auf die Champions League aufrecht. Dann aber sorgte Roul Brouwers (55.) mit dem Treffer zum 1:1-Endstand für Ernüchterung bei Bayer. In der Endabrechnung reichte es für das Team von Trainer Jupp Heynckes, das lange Zeit die Bundesliga angeführt hatte, nur zum vierten Rang.

In Hoffenheim schien Nationalstürmer Cacau (19.) die beste Rückrundenmannschaft aus Stuttgart früh Richtung Europa geschossen zu haben. Doch Boris Vukcevic (45.+1) ließ seinen Ex-Club wieder zittern, als er VfB-Keeper Lens Lehmann in dessen letztem Bundesligaspiel überwand. Am Ende reichte es aber für die Schwaben.

Dzeko wird Torschützenkönig


Der VfL Wolfsburg hatte gegen Eintracht Frankfurt nur ein Ziel: Edin Dzeko sollte sich im Fernduell mit Bayer-Profi Stefan Kießling unbedingt die Torjägerkanone sichern. Doch zunächst musste der Bosnier beim 3:1 seinen Teamkollegen Zvjezdan Misimovic (21.) und Sascha Riether (31.) den Vortritt lassen. Das 3:0 besorgte Dzeko mit seinem 22. Saisontor dann aber selbst (34.) und trat damit das Erbe seines Vereinskollegen Grafite an. Eintracht-Angreifer Halil Altintop (86.) sorgte spät für Ergebniskosmetik.

In Mainzer Bruchwegstadion konnten der FSV Mainz 05 und Vize- Meister FC Schalke 04 entspannt aufspielen, da es für beide um nicht mehr viel ging. Am Ende trennten sie sich torlos mit 0:0. Mit einem gehaltenen Foulelfmeter gegen Miroslav Karhan (74.) sorgte Manuel Neuer dafür, dass die Schalker gemeinsam mit Meister Bayern die beste Defensive der Liga stellen (beide 31 Gegentore).

Auch im Breisgau herrschte ausgelassene Stimmung: Eine Woche nach der Rettung feierten die Freiburger beim 3:1 gegen Borussia Dortmund ihre erfolgreiche Saison vor heimischem Publikum. Nach der BVB- Führung durch Lucas Barrios (47.) schossen Mohamadou Idrissou (60.) und Cisse (70./90.+4) den Sieg der Hausherren heraus.

Im ausverkauften Berliner Olympiastadion erlebten die Zuschauer eine Partie der Gegensätze. Auf der einen Seite die vor Selbstbewusstsein strotzenden Münchner, für die Ivica Olic (20.) und Arjen Robben (74./87.) trafen und die nach Abpfiff die Meisterschale in Empfang nehmen durften. Auf der anderen die Hertha, die mit nur einem Sieg aus 17 Heimspielen die eigentlich als "Rekord für die Ewigkeit" geltende Tiefmarke von Tasmania Berlin noch unterbot. Adrian Ramos' (59.) Tor verhinderte die Niederlage nicht.

DPA/tis DPA

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