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Fußball-Bundesliga: Kuranyi schießt Schalke an die Tabellenspitze

Zwei Treffer von Kevin Kuranyi und eine starke erste Halbzeit: Schalke schlägt Leverkusen und übernimmt am 28. Spieltag der Fußball-Bundesliga die Tabellenführung. Der FC Bayern hatte zuvor gegen Stuttgart gepatzt.

Der FC Bayern München hat im Titelkampf der Fußball-Bundesliga den nächsten Rückschlag erlitten, und diesmal hat der FC Schalke 04 aus der Schwäche des Rivalen Kapital geschlagen. Mit einem 2:0-Sieg im Verfolgerduell bei Bayer Leverkusen eroberten die "Königsblauen" am Samstag erstmals seit dem 16. August 2009 wieder die Tabellenspitze. Mit seinen Saisontoren Nummer 16 und 17 entschied Kevin Kuranyi (11./27.) die Partie in der BayArena. Schalke führt nun in der Tabelle mit zwei Punkten Vorsprung vor den Bayern. Leverkusen liegt als Dritter bereits fünf Zähler zurück. Münchens Pokalfinal-Gegner Werder Bremen dagegen mühte sich zu einem 4:2 (3:0)-Heimsieg gegen den 1. FC Nürnberg. Hertha BSC kam gegen Borussia Dortmund nicht über ein torloses Remis hinaus. Der deutsche Meister VfL Wolfsburg gewann dank der Saisontreffer 15 und 16 von Edin Dzeko 2:0 beim FSV Mainz 05. Hannover 96 kassierte eine 1:4-Heimpleite gegen den 1. FC Köln.

Der überragende Kevin Kuranyi schoss den FC Schalke 04 wieder an die Tabellenspitze. Die beiden Treffer des ehemaligen Nationalspielers (11./27. Minute) zum 2:0-Sieg bei Bayer Leverkusen eröffnen den Gelsenkirchenern die große Chance, erstmals seit 1958 wieder deutscher Meister zu werden. Mit 58 Punkten überflügelte die Mannschaft von Trainer Felix Magath den bisherigen Spitzenreiter Bayern München (56) und hielt die enttäuschenden Leverkusener (53) weiter auf Distanz. Mit einem Sieg im Spitzenspiel gegen die Bayern am kommenden Samstag könnte Schalke seinen Vorsprung auf fünf Zähler ausbauen - und sich darüber hinaus für die 0:1-Niederlage im Halbfinale des DFB-Pokals revanchieren.

Kuranyi ist aktuell bester Torschütze


Vor 30.210 Zuschauern in der ausverkauften BayArena schoss sich Kuranyi vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw mit 17 Treffern an die Spitze der Torschützenliste. Zwei Minuten vor dem Ende durfte sich der 28 Jahre alte Angreifer bei seiner Auswechslung von den Fans feiern lassen.

Von Beginn an war von Resignation nach dem unglücklichen Pokal-Aus gegen die Bayern keine Spur: Schalke wirkte wie verwandelt. Couragiert, motiviert und engagiert ging die Mannschaft von Trainer Magath zu Werke. Sicher in der Defensive und dominant im Angriffsspiel ließen die Gäste der Bayer-Elf keinen Raum zur Entfaltung. Angetrieben vom überragenden Jefferson Farfan agierten die Gelsenkirchener im Stile eines Meisters. Folgerichtig fielen die Tore durch den neuen Bundesliga-Toptorjäger Kuranyi.

Bayer wirkte leblos


Bayer wirkte leblos und bot seinen Fans sehr viel unmotiviertes Ballgeschiebe ohne Effektivität - was sich auch in den zweiten 45 Minuten nicht änderte. Selbst Leverkusens Abwehrchef Sami Hyypiä leistete sich ungewohnte Fehler. Schalke schaltete nun nach den 120 Pokal-Minuten einen Gang zurück - der souveräne und eindrucksvolle Sieg geriet nicht mehr in Gefahr.

Die Bayern mussten gegen Stuttgart eine schmerzhafte Niederlage einstecken. Die Gastgeber gingen vor 69.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz Arena durch Ivica Olic (32. Minute) in Führung. Aber der starke Nationalspieler Christian Träsch (41.) und Ciprian Marica (50.) sorgten für die überraschende Wende zugunsten der Stuttgarter. Der VfB wahrte mit dem Sieg seine Chancen auf den Einzug in die Europa League.

Van Gaal schonte Robben und Ribéry


Bayern-Coach Louis van Gaal versuchte nach dem erfolgreichen Pokal-Kraftakt gegen Schalke und mit Blick auf das Heimspiel gegen ManU am Dienstag, möglichst Kräfte und Personal zu schonen. Ohne die Tempo-Fußballer Ribéry und Robben, die bis zur Pause auf der Bank saßen, nahm die Partie nur gemächlich Fahrt auf. Den Bayern war die Müdigkeit der 120 Pokalminuten gegen Schalke anzumerken, Stuttgart begann verhalten. Konsequenz: Die Höhepunkte waren rar.

Ihre gefährlichsten Aktionen starteten die Bayern über die linke Seite: Der aufgerückte Abwehrchef Daniel van Buyten verfehlte nach einer Hereingabe von Daniel Pranjic ganz knapp das Tor (29.). Drei Minuten später überwand dafür der agile Olic - wiederum nach Pranjic-Flanke - Ex-Nationaltorhüter Jens Lehmann. Die Freude der Münchner über das 1:0 währte nur kurz: Erst vergab Marica die große Chance zum Ausgleich (39.), dann konnte Träsch mit einem von Holger Badstuber abgefälschten Ball den chancenlosen Butt überwinden.

Mit den Ribéry und Robben (für Olic und Pranjic) sollte beim Rekordmeister nach der Pause die Post abgehen, aber der Schuss ging nach hinten los. Zunächst konnte Butt einen Schuss von Timo Gebhart noch abwehren (49.). Im Anschluss an die Ecke hinderte Ribéry Geburtstagskind Cacau (29) nicht am Flanken - und Marica köpfte den Ball aus kürzester Distanz ins Münchner Tor. Für die Bayern kommt erschwerend hinzu, dass sich Robben in der Schlussphase an der Wade verletzte - womöglich ein weiterer Schock vor dem Champions-League-Viertelfinale gegen Manchester.

Bremen muss am Ende zittern
In Bremen sah es lange nach einem Spaziergang für die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf aus. Vier Tage nach dem Pokal-Erfolg im Halbfinale gegen den FC Augsburg dominierten die Bremer im Liga- Alltag gegen den "Club" die erste Halbzeit. Verteidiger Per Mertesacker mit einem Doppelpack (1./20.) und Tim Borowski (36.) schossen eine 3:0-Halbzeitführung heraus. Nach dem Wechsel sorgten Mike Frantz (47.) und Maxim Choupo-Moting (63./Foulelfmeter) für einen Hoffnungsschimmer bei den Gästen - Clemens Fritz machte dann aber alles klar (90.+2). Werder ist seit acht Spielen unbesiegt und mischt weiter im Kampf um die internationalen Plätze mit. Torsten Frings sah in der 83. Minute wegen einer Tätlichkeit die Rote Karte.

Die Berliner verpassten im 40. Pflichtspiel der Saison und im 50. Bundesligaduell mit dem BVB einen "Dreier". Eine Woche nach dem 5:1- Coup in Wolfsburg gelang den Berlinern im heimischen Olympiastadion kein Treffer. Mit 19 Zählern bleibt Hertha Schlusslicht. Mitten im Abstiegskampf steckt auch wieder Hannover 96. Nach zuletzt zwei Siegen nacheinander zeigten die Niedersachsen eine desolate Vorstellung gegen Köln. Zoran Tosic (12./71.), Petit (21.) und Milivoje Novakovic (28./Handelfmeter) bescherten dem FC den ersten Sieg in Hannover seit 22 Jahren. Bei den Gastgebern sah Hanno Balitsch in der 45. Minute die Gelb-Rote Karte. Steven Cherundolo (81.) gelang nur noch eine Ergebnis-Verbesserung für Hannover.

Dzeko mit Doppelpack


Beim Comeback von Torhüter Diego Benaglio nach 14-wöchiger Verletzungspause durften sich die Wolfsburger bei ihrem Torjäger Dzeko bedanken, der mit einem späten Doppelschlag (83./90.+1) quasi im Alleingang den Auswärtssieg sicherstellte. Am Sonntag wird der 28. Spieltag mit den Partien 1899 Hoffenheim - SC Freiburg (15.30 Uhr) und Borussia Mönchengladbach - HSV (17.30 Uhr) abgeschlossen.

DPA/tis / DPA

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