Fußball-Bundesliga Leverkusen stoppt Talfahrt

Jubel in Leverkusen, Trauer in Köln: Durch Treffer von Stefan Kießling und Patrick Helmes hat Bayer Leverkusen das rheinische Derby gegen den 1. FC Köln für sich entschieden. Bremen schoss Hannover dank Pizarro ab und für Kalrsruhe ist das Remis gegen Mönchengladbach zu wenig im Abstiegskampf.

Bayer Leverkusen hat seine sportliche Talfahrt gestoppt. Mit dem 2:0 (0:0) im emotions- und spannungsgeladenen 48. rheinischen Bundesliga-Derby beim 1. FC Köln beendete Bayer am Sonntag seine Serie von fünf Erstliga-Spielen ohne Sieg und nahm wieder den Uefa-Cup ins Visier. Mit 41 Punkten rückte das Team von Trainer Bruno Labbadia nach dem 26. Spieltag an Borussia Dortmund und Schalke 04 vorbei auf Tabellenplatz sieben. Aufsteiger Köln und Chefcoach Christoph Daum haben trotz der Niederlage in diesem Prestige-Duell bei 32 Zählern nur noch geringe Abstiegssorgen.

Vor 49 800 Besuchern im nicht ganz ausverkauften RheinEnergieStadion zeichneten Stefan Kießling (66. Minute) und der Ex-Kölner Patrick Helmes (76./Foulelfmeter) für das Ende der Bayer- Krise verantwortlich. Bei den Gastgebern verlängerten sich zwei Negativ-Bilanzen: Der FC ist zu Hause nun schon seit dem 7. November 2008 (2:1 gegen Hannover) sieglos und seit dem 4:0 am 24. Mai 1997 gegen den rheinischen Nachbarn, der damals von Daum trainiert wurde, ohne Heimerfolg.

Beide Trainer mussten bei den Startaufstellungen improvisieren. Für den verletzten Marvin Matip beorderte Daum Kevin McKenna auf die linke Verteidiger-Position. Daniel Brosinski und Derek Boateng spielten überraschend von Beginn an. Labbadia fehlten Gonzalo Castro und Pirmin Schwegler. Nationalspieler Manuel Friedrich kehrte nach seiner Knie-Operation in die Innenverteidigung zurück, Arturo Vidal (Augen-/Gesichts-Verletzung) stand ebenfalls wieder zur Verfügung.

Mondragon mit Schauspieleinlage

Schon in der 4. Minute demonstrierten FC-Torhüter Faryd Mondragon und der Ex-Kölner Lukas Sinkiewicz beim von Mondragon "gesuchten" Zusammenprall den kämpferisch hohen Stellenwert des Derbys. Der Kolumbianer Mondragon musste bei Henriques Distanzschuss (15.) sein ganzes Können zeigen, um gegen die spielerisch leicht überlegenen Gäste das 0:1 zu verhindern. Mit taktischer Disziplin neutralisierten sich beide Teams gegenseitig, Strafraum-Szenen waren Mangelware.

Im zweiten Spielabschnitt übernahm Bayer anfangs das Kommando und hatte durch Helmes (49.) auch die erste Chance. Doch der Elan verpuffte. Labbadia ging mit einem Doppel-Wechsel, als Toni Kroos und Renato Augusto (63.) auf das Feld kamen, auf volles Risiko. Das wurde kurz darauf durch Kießlings zehntes Saisontor belohnt. Weitere zehn Minuten später machte Helmes mit einem sicher verwandelten Strafstoß, den Geromel an Kießling verursacht hatte, alles klar für die Leverkusener. Für Helmes war es bereits der 18. Saisontreffer.

Werder gewinnt mal wieder

Werder Bremen baute dank Dreifach-Torschütze Claudio Pizarro seine Siegesserie gegen Lieblingsgegner Hannover 96 aus und tankte Selbstvertrauen für das Uefa-Cup-Viertelfinale gegen Udinese Calcio. Vier Tage vor dem Hinspiel-Knüller gegen die Italiener gewannen die Grün-Weißen mit 4:1 (1:0) und feierten den fünften Heimsieg im kleinen Nordderby in Serie.

Vor 42 100 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion sorgte das südamerikanische Traumduo Pizarro (41./80./84.) und Diego (77.) mit seinen Toren für die gelungene Generalprobe. Für die seit einem Jahr auswärts sieglosen Hannoveraner hatte Jacek Krzynowek (69.) den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielt. Nationaltorwart Robert Enke parierte einen Foulelfmeter von Diego (61.), konnte die hohe Niederlage aber nicht verhindern. In der ersten Halbzeit boten beide Teams eine uninspirierte Vorstellung., erst in in Hälfte zwei gewann die Partie durch vier Treffer an Attraktivität.

KSC macht keinen Fortschritt

Für den Karlsruher SC schwindet die Chance auf den Klassenerhalt nach nunmehr zehneinhalb Stunden ohne Tor immer mehr. Das Schlusslicht der Fußball-Bundesliga kam am Sonntag im "Keller-Gipfel" gegen den Drittletzten Borussia Mönchengladbach nicht über ein 0:0 hinaus und wartet damit seit dem 3:2 gegen den Hamburger SV am 7. Februar auf einen Sieg. Die Gäste verpassten durch das Remis den Sprung auf den 15. Tabellenplatz. Immerhin ließen die Borussen erstmals seit 13 Begegnungen keinen Gegentreffer zu. Beide Mannschaften zeigten vor 29 400 Zuschauern im ausverkauften Wildparkstadion schwache Leistungen.

DPA/tis DPA

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