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Fußball-Bundesliga: Siege für Bremen und Bayern

Mit seinem fünften Tordoppelpack der Saison führte Roy Makaay die Bayern zum hart umkämpften 2:1 gegen Schalke 04. Liga-Spitzenreiter Werder Bremen zitterte sich zum 1:0 gegen Eintracht Frankfurt.

Torgarant Roy Makaay hält den deutschen Fußballmeister FC Bayern München auf Titelkurs, doch der Rückstand auf Spitzenreiter Werder Bremen bleibt. Mit seinem fünften Doppelpack in dieser Bundesliga-Saison führte der Niederländer die Bayern zum hart umkämpften 2:1 (1:1) gegen Schalke 04 und versetzte den UEFA-Cup-Ambitionen des früheren Bayern-Trainers Jupp Heynckes einen Dämpfer. Nach Schalkes Führung durch Sven Vermant (4./Foulelfmeter) sorgte Makaay (8./64.) im Alleingang für den wichtigen Erfolg der seit fast genau einem Jahr zu Hause ungeschlagenen Bayern, bei denen Nationaltorwart Oliver Kahn nach 61 Minuten mit einer schweren Schienbeinprellung vom Platz gehen musste.

"Wir geben die Hoffnung nicht auf"

Obwohl Bremen weiterhin mit sieben Punkten führt, haben die Bayern noch nicht kapituliert. "Wir geben die Hoffnung nicht auf, denn Bremen zeigt Nerven. Werder hat nur mit Glück gewonnen und ein schweres Restprogramm", sagte Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld. Heynckes beklagte nach dem "engagierten und couragierten" Auftritt seines Teams die "unnötige Niederlage: Wir hätten mehr verdient gehabt, aber wir konnten Makaay nicht ausschalten und haben in der Defensive Anfängerfehler gemacht."

Auf beiden Seiten aggressives Offensivspiel

In einem turbulenten und abwechslungsreichen Duell überzeugten die Bayern, die am 12. April 2003 (0:1 gegen Bremen) ihr letztes Heimspiel verloren, mit einem glänzend aufgelegten Ze Roberto und dem effektiven Makaay über weite Strecken im Spiel nach vorne. Aber auch der "Angstgegner" aus Gelsenkirchen, der von den letzten neun Pflichtspielen gegen die Bayern nur eines verloren hatte, suchte lange Zeit den Erfolg mit aggressivem Offensivspiel.

Nach intensiver erster Halbzeit versteckten sich die Schalker auch in der zweiten Halbzeit nicht und wären durch Michael Delura (55.) fast in Führung gegangen. Der vorangegangene Fehlpass des schwerfällig wirkenden Ballack, der seine Wadenverletzung rechtzeitig auskuriert hatte, hatte Folgen: Kahn verletzte sich bei der Rettungstat gegen Delura und ließ sich gegen Michael Rensing (61.) auswechseln. Noch auf dem Gang in die Kabine durfte der Tormann jubeln. Mit seinem 22. Saisontor machte Makaay den in der Schlussphase noch gefährdeten Bayern-Sieg perfekt.

Das erste Tor fiel für die "Königsblauen"

Den ersten Paukenschlag landete Schalke. Nach einer unglücklichen Attacke von Samuel Kuffour an Levan Kobiaschwili brachte Vermant die "Königsblauen" per Foulelfmeter in Führung. Nur vier Minuten später gelang Torjäger Makaay nach glänzender Vorarbeit von Ballack und Ze Roberto mit seinem 21. Saisontreffer der Ausgleich. Die Schalker erholten sich rasch von dem Dämpfer, nagelten den Gegner in dessen Hälfte fest und erspielten sich durch Ebbe Sand (16.) und Dario Rodriguez (17./18), der für den verletzten Tomasz Waldoch verteidigte, drei gute Möglichkeiten gegen die anfangs wacklige Bayern-Abwehr.

Die Bayern meldeten sich mit einer Kopfball-Chance von Salihamdizic (23.) zurück und sorgten durch den starken Ze Roberto, den Fabian Lamotte nie in den Griff bekam, ständig für Gefahr. Schweinsteiger (38.) scheiterte nach Flanke des Brasilianers mit einem Kopfball an Schalke-Torwart Christofer Heimeroth. Zwei Minuten später hatte Makaay das 2:1 auf dem Fuß, doch er legte sich den Ball zu weit vor, und der fehlerfreie Heimeroth konnte retten.

Für Bremen reichte es nur zu einem Zittersieg

Spitzenreiter Werder Bremen hat mit dem 1:0 (0:0)-Zittersieg bei Eintracht Frankfurt auf der Zielgeraden der Meisterschaft einen wichtigen Schritt zum vierten Titel gemacht. Valérien Ismael (80.) erzielte am Samstag mit einem Foulelfmeter den Siegtreffer für den teilweise unbeholfen und überheblich auftretenden Bundesliga-Primus. Frankfurt rutschte mit 26 Punkten auf den 17. Rang ab. Vor 33.400 Zuschauern im ausverkauften Waldstadion feierte Trainer Thomas Schaaf nach zwei Unentschieden wieder einen Sieg und atmete erleichtert auf: "Wir haben unsere Aufgaben zwar nicht hundertprozentig erfüllt, aber es hat zum Sieg gereicht."

Für den unrühmlichen Höhepunkt sorgten Bremens Türke Ümit Davala und Frankfurts griechischer Nationalspieler Ioannis Amanatidis in der 41. Minute, als beide nach einer gegenseitigen Tätlichkeit Rot sahen. Frankfurts Trainer Willi Reimann, der wegen seiner Innenraumsperre zum zweiten Mal aus einem Container auf der Tribüne die Partie beobachten musste, war sauer über den Elfmeter: "Das Foul war klar vor dem Strafraum. Mit dem Ergebnis bin natürlich nicht zufrieden. Aber die Mannschaft hat geordnet und stabil ein gutes Spiel gezeigt."

Werders Kapitän Frank Baumann hatte vor der Partie mit einer Heim-Mannschaft gerechnet, die angesichts des drohenden Abstiegs, drei Niederlagen in Serie und bereits 280 Minuten ohne Tor zuvor "ums Überleben kämpfen wird". Doch in der Anfangsphase boten die leichtfüßigen Gäste, die in der gleichen Formation spielten wie zuletzt beim 1:1 gegen den zweiten Aufsteiger SC Freiburg, den Hessen nicht einmal dazu die Gelegenheit.

Kein Drang zum Tor

Leichtfüßig ließen sie Ball und Gegner laufen - allerdings ohne Drang zum Tor. Torjäger Ailton, dem Reimann keinen Sonderbewacher zugeteilt hatte, blieb in der gesamten ersten Hälfte im Gegensatz zu seinem Sturmpartner Ivan Klasnic ohne Torchance. Der 24-jährige Kroate Klasnic lupfte den Ball über Oka Nikolov hinweg - aber nur auf das Tornetz. Eintracht-Trainer Willi Reimann verfolgte dies nach seiner Innenraumsperre aus einem Container mit Sorge.

Auf der Gegenseite hatte der für Stefan Lexa nach auskurierter Fußprellung neu in die Startelf gerückte Du-Ri Cha nach nur sieben Minuten die erste Chance. Doch Keeper Andreas Reinke war wie zwei Mal gegen den späteren Rotsünder Amanatidis (25./29.) auf dem Posten.

Ein folgenreicher Zweikampf

Während die Bremer in weiten Teilen der ersten Hälfte zu überheblich und die Frankfurter in ihren eigenen Mitteln beschränkt wirkten, kam es kurz vor der Pause zu einem folgenreichen Zweikampf: Nach einer Grätsche Davalas gegen Amanatidis schubste der völlig aufgebrachte griechische Nationalspieler den Türken, ehe sich beide wie Streithähne gegenüberstanden und sogar "Kopfnüsse" austeilten. Referee Jürgen Janssen (Köln) verwies beide Profis des Feldes.

Nach der Pause erwischten die Hessen den besseren Start, doch der Südkoreaner Cha konnte mit seinem Schuss in der 50. Minute aus halbrechter Position Reinke nicht überwinden. 180 Sekunden verfehlte er das Tor nur knapp. Bremens Coach Schaaf reagierte angesichts der offensichtlichen Hilflosigkeit und wechselte den völlig blass gebliebenen Spielmacher Johan Micoud und Ivan Klasnic sowie später auch noch Top-Torjäger Ailton aus.

Der Brasilianer war gegen die in der zweiten Hälfte überlegenen Frankfurter ohne Chance geblieben. Nach einem Foul von Kapitän Alexander Schur am eingewechselten Nelson Valdez - außerhalb des Strafraums - entschied Janssen auf Elfmeter, den Ismael zu seinem dritten Saisontreffer nutzte.

Klaus Bergmann, Jens Marx und Detlef Rehling, DPA / DPA

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