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Fußball-Bundesliga vor dem 3. Spieltag: Fünf Fragen, die die Fans bewegen

Nach der Länderspielpause rollt in der Fußball-Bundesliga endlich wieder der Ball. Neue Stars wie Klaas-Jan Huntelaar sind angekommen, alte Brennpunkte sind geblieben. Wir beantworten die fünf wichtigsten Fragen zum 3. Spieltag.

Von Klaus Bellstedt

Restart! Nach der Länderspielpause geht die Bundesliga jetzt erst richtig los. Der 3. Spieltag steht auf dem Programm. Neue Spieler mit Star-Potenzial wie Schalkes Klaas-Jan Huntelaar oder Wesley von Werder Bremen präsentieren sich den Fans. Aber es gibt auch neue (alte) Brennpunkte. Einer davon: der ungeklärte Fitness-Zustand von Michael Ballack. Wir beantworten die fünf wichtigsten Fragen vor dem Neustart der Liga.

Spielt Schalkes neuer Star-Stürmer Klaas-Jan Huntelaar gegen Hoffenheim gleich von Beginn an?

Wirklich integriert ist der zuletzt sehr erfolgreiche niederländische Nationalstürmer nach ganzen zwei Tagen auf Schalke natürlich noch nicht. Das hindert Trainer Felix Magath aber nicht daran, Huntelaar gegen Hoffenhein sofort aufzustellen. Mit Raúl soll Huntelaar das neue königsblaue Sturmduo bilden. Alles kein Problem für Magath: "Uns fehlen zwar gemeinsame Trainingseinheiten, aber mit solchen Top-Leuten geht es einfacher." Zumal sich die beiden gut kennen. Bei Real Madrid machten sie zusammen 20 Spiele, gewannen davon 15. Huntelaar schoss dabei acht Tore, Raúl zwölf.

Wird Bayern-Coach Louis van Gaal nach der letzten Pleite in Kaiserslautern sein System umstellen?

Vieles spricht dafür! Klose, der gegen Lautern noch als einzige Sturmspitze agierte (und enttäuschte), muss trotz seiner Länderspieltore wohl wieder auf die Bank. Van Gaal hat Kloses Leistung im Club zuletzt zu sehr geärgert. Olic würde dafür in den Angriff rücken, den dadurch frei werdenen Platz im Mittelfeld könnte Toni Kroos einnehmen. Holger Badstuber (Kicker-Note 5 vs. Kaiserslautern) wird dagegen in der Innenverteidigung eine neue Chance bekommen und steht vermutlich in der Startelf.

Alarm in der Innenverteidigung von Werder Bremen. Ausgerechnet vor dem Bundesliga-Klassiker gegen Bayern München (Samstag, ab 18.30 Uhr im stern.de-Liveticker) fehlen mit Naldo und Mertesacker die beiden Türme in der Schlacht. Rückt nun Neuzugang Mikael Silvestre nach innen?

Nein! Im Training am Donnerstag setzte Thomas Schaaf auf Naldo-Ersatz Prödl und den Finnen Petri Pasanen, einen gelernten Innenverteidiger. Wie der Zufall es will, spielte Pasanen das letzte Mal im Abwehrzentrum beim 1:1 gegen die Bayern am 18. August 2009. Neuzugang Silvestre, zuletzt bei Arsenal London nur Ergänzungsspieler, wird in der Viererkette die Linksverteidiger-Position einnehmen. Auch wenn der Ex-Bremer und Jetzt-Bayer Miro Klose noch mit einem Überraschungscoup rechnet ("Thomas Schaaf zaubert immer etwas aus dem Hut"), Fritz, Prödl, Pasanen und Silvestre sollten es gegen die Bayern hinten richten.

Hat Michael Ballack seinen Trainingsrückstand in der Länderspielpause aufholen können? Ist er endlich richtig fit?Das hat Michael Ballack lange nicht mehr erlebt. Während die DFB-Stars Mittwochvormittag langsam wieder bei ihren Klubs eintrudelten, hatte der DFB-Kapitän schon eine Trainingseinheit hinter sich. Ballack trainierte in Leverkusen mit den Nicht-Nationalspielern, verbrachte den freien Nachmittag bei seiner Familie in Düsseldorf. Laut Trainer Heynckes hat Ballack in dieser Woche "prima trainiert". "Er wird seine Fitness schnell wieder erreichen", sagt der Coach. In fünf Trainingseinheiten und einem extra für ihn abgemachten Test letzten Freitag gegen Schalke (4:0) war eine Steigerung im spielerischen und läuferischen Bereich jedenfalls erkennbar. Ob er Bayer Leverkusen in Hannover aber wirklich weiterhelfen kann? Zweifel bleiben.

Nach zwei Auftaktniederlagen steht FC-Köln-Coach Soldo bereits unter Druck. Muss er bei einer weiteren Niederlage im Heimspiel gegen die unberechenbaren Aufsteiger vom FC St. Pauli schon seinen Hut nehmen?

Nachdem Michael Meier am Wochenende Zvonimir Soldo den Rücken gestärkt hatte, meldete sich auch Wolfgang Overath im "Kicker" zu Wort. Der Präsident des 1. FC Köln stellt sich ebenfalls hinter den Kroaten. "Es gibt keine Trainerdiskussion, und St. Pauli ist kein Endspiel! Das Spiel ist unerhört wichtig, aber es ist doch kein Endspiel! Zumal wir noch über 30 Spiele vor uns haben. Hier soll keine Panik aufkommen." Bei den Fans herrscht indes eine andere Meinung. In Foren im Internet wird Soldo als "Angsthasentrainer", "Versager" und "Losertyp" verunglimpft. Sein Kredit bei den Fans ist nie groß gewesen, jetzt scheint er endgültig aufgebraucht. Trotz des Treueschwurs der Bosse: Bei einer klaren Niederlage gegen Pauli ist der Kroate wohl nicht mehr zu retten. In Köln passieren schon mal verrückte Dinge. Plötzlich geht dann alles doch ganz schnell.

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