FUSSBALL Zwei Spiele Sperre für Effenberg


Das Skandal-Spiel Dortmund gegen Bayern hat für die mit Karten bedachten Spieler ein Nachspiel.

Das Skandal-Spiel Dortmund gegen Bayern hat für die mit Karten bedachten Spieler ein Nachspiel. Der FC Bayern München muss im Titel- Endspurt vorübergehend ohne seinen Kapitän Stefan Effenberg auskommen. Zwei Tage nach dem Spiel hat das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) den Mittelfeld-Regisseur wegen unsportlichen Verhaltens für zwei Spiele gesperrt. Mit insgesamt vier gesperrten Spieler haben die Bayern beim nächsten Spiel gegen Schalke 04 ein echtes Personalproblem. Der im Westfalenstadion ebenfalls mit Rot bedachte Dortmunder Evanilson wurde für drei Pflichtspiele gesperrt.

Effenberg gegen Manchester dabei?

Bayern-Sprecher Markus Hörwick teilte das Ergebnis des »Eilverfahrens« heute mit. Das Urteil, gegen das kein Einspruch möglich ist, werde akzeptiert. Die Bayern werden allerdings einen Antrag stellen, dass Effenberg zumindest im Champions-League-Heimspiel am 18. April gegen Manchester United eingesetzt werden kann. Bis zuletzt hatten die Münchner Verantwortlichen auf einen Freispruch gehofft. »Ich gehe davon aus, dass Stefan freigesprochen wird. Es war einfach keine Tätlichkeit. Er hat einfach nur den Ball abgeblockt«, sagte Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld am Montag.

Hart, aber keine Tätlichkeit

Dennoch sind die Münchner mit dem Eilurteil noch glimpflich weggekommen. Das Sportgericht unter dem Vorsitz von Hans-Hermann Menzel schloss sich nicht der Meinung von Schiedsrichter Hartmut Strampe an, der den umstrittenen »Bodycheck« von Effenberg an Evanilson als Tätlichkeit gewertet hatte. In diesem Fall hätte der Kapitän mit einer längeren Sperre rechnen müssen.

In der Bundesliga-Partie am Samstagabend (1:1) hatte Schiedsrichter Strampe drei Spieler vom Platz gestellt und zwölf Mal die Gelbe Karte gezeigt. Neben Effenberg (Rot) wurden sein Bayern- Kollege Bixente Lizarazu (Gelb-Rot) sowie Evanilson (Rot) des Feldes verwiesen. Außer dem Kapitän und dem französischen Weltmeister fehlen den Bayern am Samstag gegen den Tabellenzweiten Schalke noch die gelb-gesperrten Thomas Linke und Giovane Elber. Hitzfeld hofft nun auf das Comeback von Ciriaco Sforza. Dessen Leistungsvermögen ist jedoch nach der langen Verletzungspause noch fraglich.

Rückendeckung für Schiri Strampe

Referee-Sprecher Amerell nahm den in die Schusslinie geratenen Strampe in Schutz. »Es kann doch nicht angehen, dass die Spieler sich abreagieren, ihre Emotionen ausleben und dann den Schiedsrichter für die Konsequenzen verantwortlich machen«, sagte Amerell der Münchner »Abendzeitung«. Die meisten von Strampes Entscheidungen seien »total berechtigt« gewesen. Die Argumentation der Bayern, in der Champions League werde anders gepfiffen, konterte Amerell: »Aber nur deshalb, weil sich die Herren Stars aus Angst vor Sanktionen viel besser benehmen.«

Gerechte Strafe oder viel zu lasch? Diskutieren Sie im stern.de-Forum.


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker