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Hoeneß zum VfL Wolfsburg?: "Es kann ganz schnell gehen"

Der VfL Wolfsburg steht offenbar kurz vor der Verpflichtung von Ex-Hertha-Manager Dieter Hoeneß. Das berichten mehrere Medien übereinstimmend. Trainer Armin Veh zeigt sich alles andere als begeistert.

Die Gerüchteküche brodelt beim deutschen Meister, doch der VfL Wolfsburg hüllt sich in Schweigen. Der Verein soll nach übereinstimmenden Medienberichten vor einer Verpflichtung von Dieter Hoeneß stehen. Der ehemalige Manager von Hertha BSC könne eine Position oberhalb der derzeitigen Geschäftsführer Armin Veh, Jürgen Marbach und Wolfgang Hotze erhalten, heißt es. Weder der Club noch der Vereinsbesitzer Volkswagen wollten die Meldungen am Montag kommentieren und bringen vor allem Veh während dessen Urlaub in eine unangenehme Position. Der Trainer, Sportdirektor und Geschäftsführer wird durch das fehlende Dementi weiter geschwächt - oder durch eine Hoeneß-Verpflichtung tatsächlich entmachtet.

"Ich führe Gespräche in der Bundesliga und werde mich in den nächsten Wochen entscheiden. Es kann aber auch ganz schnell gehen", wird Hoeneß in der "Wolfsburger Allgemeinen Zeitung" (Montag) zitiert. Mit seiner Vorstellung in Wolfsburg wird nach Angaben der Zeitung bereits in wenigen Tagen gerechnet. Der 56-Jährige, der im Sommer bei Hertha BSC seinen Ausstand gegeben hatte, war am Montag für keine Stellungnahme zu erreichen.

"Dann hätte ich ja total die Hose unten"

Bereits Anfang November hatte es Gerüchte über ein Hoeneß- Engagement in Wolfsburg gegeben. "Völliger Quatsch", lautete damals das Dementi von Geschäftsführer Marbach. "Ich kann das nicht für voll nehmen", hatte Veh nach dem 3:0-Sieg bei Besiktas Istanbul gesagt und geklagt: "Dass ich mich mit so einem Blödsinn an einem wichtigen Spieltag nicht beschäftige, ist wohl selbstredend." Der für eine Umstrukturierung der Geschäftsführung zuständige Aufsichtsrat blieb im November hingegen stumm - genau wie am Montag.

Noch am Samstag hat das wichtigste Gremium des Volkswagen-Vereins Veh trotz der mäßigen Vorrunde und des Ausscheidens in der Champions League den Rücken gestärkt. "Armin Veh steht nicht zur Disposition. Er ist Trainer, Sportdirektor und Geschäftsführer", erklärte Aufsichtsratschef Francisco Javier Garcia Sanz. Allerdings gab der mächtigste Mann des Bundesligisten auch eine Antwort, die viel Interpretationsspielraum ließ. Auf die Frage, ob es eine Maßnahme sein könne, Veh jemanden zur Seite zu stellen, sagte er: "Ich kann mir vieles vorstellen."

Sollte Hoeneß tatsächlich kommen, würde Veh einen direkten Vorgesetzten bekommen und wäre damit entmachtet. Ob der im Sommer als Nachfolger von Felix Magath verpflichtete Coach das hinnimmt, ist fraglich. Noch am Donnerstag hatte er zu Gerüchten über einen Sportdirektor gesagt: "Dann hätte ich ja total die Hose unten. Das geht doch nicht, das muss doch jedem klar sein." Derzeit befindet sich der 48 Jahre alte Fußball-Lehrer wie die Spieler im Urlaub.

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