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Mega-Transfer: Ruud van Nistelrooy wechselt an die Elbe

Fast schon beiläufig hat Trainer Bruno Labbadia nach der Niederlage gegen Borussia Dortmund bestätigt, dass der Superstar Ruud van Nistelrooy an die Elbe wechseln wird. In Hamburg stehen die Fußball-Fans schon Kopf.

Der Hamburger SV nimmt Kurs auf die Champions League - zumindest was die Transferpolitik betrifft. Die gute Nachricht vom ablösefreien Wechsel des Niederländers Ruud van Nistelrooy aus Madrid half über das schlechte Spiel und den sportlichen Rückschlag im Kampf um den Einzug in die europäische Fußball-Königsklasse hinweg. Nicht mit großem Pathos, sondern eher beiläufig bestätigte Trainer Bruno Labbadia im Anschluss an das schmerzliche 0:1 (0:1) beim Bundesliga-Rivalen Borussia Dortmund die Unterschrift des Weltstars unter einen bis 2011 datierten Vertrag: "Es war nicht schwer, ihn zu verpflichten. Er hat sich schnell entschieden, bei uns zu spielen."

Aus Sorge, den avisierten internationalen Platz in einer von großem Verletzungspech begleiteten Saison noch zu verspielen, nutzten die Norddeutschen die sich bietende Schnäppchen-Chance. Nach rund 14- tägigen Verhandlungen verkündeten beide Seite am Samstag Vollzug. "Alle haben mir dazu geraten, nach Hamburg zu gehen", sagte van Nistelrooy, der beim HSV nach Rafael van der Vaart, Nigel de Jong und Co. die Liste der niederländischen Nationalspieler fortsetzt.

Montag kommt van Nistelrooy nach Hamburg


Die ersten Reaktionen aus der Mannschaft waren positiv. Selbst Mladen Petric, der in van Nistelrooy einen neuen Konkurrenten im Kampf um einen Stammplatz im Angriff hat, begrüßte den Deal: "Über die Qualitäten eines solchen Spielers braucht man nicht zu diskutieren. Jeder weiß, dass er ein Weltstar ist."

Während van Nistelrooy am Montag (15.00) offiziell vorgestellt werden soll, packen Alex Silva und Mickael Tavares die Koffer. Mittelfeldspieler Tavares wechselt bis Saisonende auf Leihbasis zum 1. FC Nürnberg, der lange verletzte Verteidiger Alex Silva wird bis Juni 2011 an den brasilianischen Erstligisten FC Sao Paulo ausgeliehen. "Für beide Spieler ist es wichtig, regelmäßig zum Einsatz zu kommen", sagte Trainer Bruno Labbadia. Dies gilt auch für van Nistelrooy, der sich beim HSV für den niederländischen WM-Kader empfehlen will. "Damit das Wirklichkeit wird, muss ich erstmal spielen und eine gute Leistung zeigen", sagte der 33-Jährige der spanischen Zeitung "Marca".

Beeindruckende Vita


Angesichts der beeindruckenden Vita des zuletzt verletzungsanfälligen Dauerläufers konnte der HSV nicht widerstehen. Schließlich ist van Nistelrooy der einzige Spieler, der in drei europäischen Top-Ligen Torschützenkönig wurde. Für Real traf er in 97 Spielen 64 Mal, bei Manchester United erzielte er in 150 Spielen 95 Treffer und bei seinem Heimatverein PSV Eindhoven kam er in 67 Partien auf 62 Tore. In der Champions League traf er in den Jahren 2002, 2003, 2005 am häufigsten. "Ich bin sehr glücklich, dass alles geklappt hat und freue mich sehr auf Montag, wenn ich nach Hamburg komme. Der HSV ist ein toller Verein mit großen Ambitionen. Und große Ambitionen habe ich auch", sagte van Nistelrooy auf der HSV-Homepage.

Doch der Transfer des 33 Jahre alten Stürmers, der in Hamburg ein üppiges Gehalt kassieren dürfte, birgt auch Risiken. Denn ohne dessen gesundheitliche Probleme hätte Real kaum die Zustimmung gegeben, die bis zum Saisonende vorgesehene Zusammenarbeit vorzeitig zu beenden. Nach einer Meniskusoperation im November 2008 musste van Nistelrooy zehn Monate pausieren. Deshalb kam der Angreifer, dessen Knie wieder vollständig hergestellt sein soll, in dieser Saison bei den "Königlichen" erst einmal zum Einsatz. Sie wüssten, dass der Transfer auch Probleme mit sich bringe, "weil der Spieler natürlich noch nicht topfit ist", bekannte Labbadia.

Doch die Aussicht, nach van der Vaart wieder einen absoluten Topstar an die Elbe zu locken, war zu groß. Zumal van Nistelrooy auch in der Europa League, in der am 12. Mai im eigenen Stadion das Finale stattfinden wird, spielberechtigt ist. Zunächst gilt es aber, den 64- maligen Nationalspieler, den seit Wochen eine Zerrung plagt, wieder fit zu bekommen. Denn als kurzfristige Hilfe steht der Niederländer nicht zur Verfügung. "Für unser Spiel gegen Wolfsburg ist er noch keine Wahl. Wir müssen bei ihm erst einmal Aufbauarbeit leisten", sagte Labbadia.

Heinz Büse und Benjamin Haller/DPA / DPA

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