Nationalmannschaft Innenverteidiger gesucht


Jens Nowotny, Lukas Sinkiewicz oder Manuel Friedrich: Wer fährt als vierter Innenverteidiger mit zur WM? Bundestrainer Jürgen Klinsmann rätselt immer noch.

Eine Woche vor Ablauf der Nominierungsfrist rätselt Bundestrainer Jürgen Klinsmann immer noch über die endgültige Besetzung der deutschen Innenverteidigung bei der Weltmeisterschaft. "Es ist noch nichts entschieden", verriet Klinsmanns Assistent Joachim Löw nach einem Fitnesstest von sechs WM-Kandidaten in Frankfurt am Main. Überraschend war der eigentlich bereits für die Junioren-Europameisterschaft (U 21) vorgesehene Lukas Sinkiewicz noch zu der Leistungsüberprüfung eingeladen worden, an der zudem die drei Schalker Fußball-Nationalspieler Fabian Ernst, Gerald Asamoah und Kevin Kuranyi sowie die beiden frisch gebackenen Münchner Meister Bastian Schweinsteiger und Philipp Lahm teilnahmen.

Test hat keine Auswirkungen auf Nominierung

Die Rückhol-Aktion von Sinkiewicz, der das letzte seiner erst drei Länderspiele vor mehr als einem halben Jahr in der Türkei (1:2) absolviert hatte, wollte Löw aber nicht in Zusammenhang mit möglicherweise gestiegenen WM-Chancen für den 20-jährigen Kölner einordnen. "Die Tests haben keinen Einfluss auf die Nominierung, sondern sind bedeutend für die weitere Trainingsgestaltung", unterstrich der Assistenzcoach. Offenbar will Klinsmann den letzten Bundesliga-Spieltag noch nutzen, um sein Bild über die Form der drei Kandidaten Sinkiewicz, Jens Nowotny (Leverkusen) und Manuel Friedrich (Mainz) abzurunden.

Einer aus diesem Kreis wird neben Per Mertesacker (Hannover 96), Robert Huth (Chelsea London) und Christoph Metzelder (Borussia Dortmund) einen Platz im Aufgebot bekommen. Die sportliche Leitung werde "definitiv vier Innenverteidiger" berufen, kündigte Löw an. "Wir werden noch einige Gespräche führen", hatte Klinsmann bei seinem letzten Deutschland-Aufenthalt erklärt. Bis zur offiziellen Bekanntgabe der 23 Profis, die das DFB-Team im eigenen Land zum vierten WM-Titel bringen sollen, am kommenden Montag in Berlin wolle er sich nicht mehr öffentlich äußern, übermittelte der Bundestrainer aus Kalifornien.

Stürmerduell noch nicht entschieden

Eine zweite Baustelle muss Klinsmann, der Ende der Woche aus den USA wieder einfliegt, im Angriff lösen. Dort wird er sich wohl zwischen Routinier Oliver Neuville und Zukunftshoffnung Mike Hanke entscheiden, der allerdings nach einer Roten Karte beim Confederations Cup für die ersten zwei WM-Spiele gesperrt sein wird.

"Die Gruppe war sehr motiviert. Man spürt die Vorfreude eine Woche vor der Nominierung", berichtete Löw von dem Leistungstest auf einem Nebenplatz des Frankfurter WM-Stadions. "Es geht ja darum, dass man die Defizite, wenn sie denn da sind, in der kurzen Zeit bis zur WM noch abstellen kann", erklärte der Schalker Ernst. Die beiden Bremer Torsten Frings und Miroslav Klose sowie der Wolfsburger Hanke waren wegen der "Endspiele" ihrer Clubs in der Bundesliga vom Nachholen des Leistungstests befreit worden. Der Hannoveraner Mertesacker leidet an Adduktoren-Schmerzen. Kapitän Michael Ballack war von vornherein von den Tests freigestellt. "Wir wissen genau, was wir an ihm haben und haben ihm einen Tag Pause gegönnt", sagte Löw dazu.

Entspannung und Rehabilitation sei für einige Akteure nach einer langen Saison ohnehin dringend erforderlich, betonte Löw: "Es ist wichtig, dass die Spieler in der Vorbereitung nicht überlastet werden." So sei es auch kein Problem, dass der Mainzer Kapitän Friedrich derzeit mit seinem Team auf der "Ballermann-Insel" Mallorca ausgiebig den Bundesligaverbleib feiert. "Die Freude ist verständlich, er hat nach wie vor eine Chance", sagte Löw.

Jens Mende und Jens Marx/DPA DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker