Nationalmannschaft Löw will Kießling holen


Der von Bundestrainer Joachim Löw zuletzt nicht berücksichtigte Stürmer Stefan Kießling wird für die beiden Testspiele des DFB-Teams im November in den Kader der Nationalmannschaft zurückkehren. Hoffnung auf eine Nominierung können sich auch zwei weitere Bundesliga-Akteure machen.

Die Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung liegen nach wie vor auf Eis, vielmehr beschäftigt sich Joachim Löw intensiv mit dem Aufgebot für die letzten Länderspiele des Jahres. "Stefan Kießling wird dabei sein, davon kann man ausgehen. Er hat sich seine Nominierung verdient, nicht nur wegen seiner sechs Tore in der bisherigen Saison, sondern wegen seiner insgesamt konstanten Leistung", verriet der Bundestrainer im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (SID). Löw wird am Freitag kommender Woche das Aufgebot der deutschen Fußball-Nationalmannschaft für die beiden Länderspiele gegen Chile (14. November in Köln) und die Elfenbeinküste (18. November in Gelsenkirchen) bekanntgeben.

Der Bundestrainer kündigte zudem an, dass er auch noch "dem ein oder anderen Spieler eine Chance geben wird, sich in der Nationalmannschaft zu beweisen". Auf Namen wollte sich der 49-Jährige aber noch nicht festlegen, "da ich erst die Bundesligaspiele vom Wochenende und die Europacup-Spiele in der nächsten Wochen abwarten möchte". Der Münchner Shootingstar Thomas Müller und auch der Bremer Aaron Hunt zählen aber nach wie vor zu den Kandidaten. "Er ist auf jeden Fall ins Blickfeld gerückt. Ein guter Spieler, der jetzt verletzungsfrei ist und konstant auf hohem Niveau spielt", sagte Löw über Hunt.

Löw wehrt sich gegen Hoeneß-Kritik

Ob Robert Enke nach seiner ausgestandenen Virus-Infektion wieder in den DFB-Kader zurückkehrt, ließ Löw ebenfalls noch offen: "Darüber haben wir noch nicht gesprochen. Robert hat ja seit der Erkrankung nicht gespielt und wir müssen abwarten, ob er wirklich am Samstag ins Tor zurückkehrt. Klar ist, dass Tim Wiese gegen Chile und Manuel Neuer gegen die Elfenbeinküste spielen wird."

Löw verteidigte sich noch einmal gegen die Kritik aus der Bundesliga von beispielweise Uli Hoeneß oder Felix Magath, die solche Länderspiele sinngemäß als überflüssig bezeichnet hatten. "Der Rahmenterminkalender steht schon lange fest, da konnte man sich früh genug drauf einstellen. Zudem sollten wir froh sein, dass wir nicht in die Play-offs müssen und noch mal was ausprobieren können. Bis zur WM-Vorbereitung im kommenden Mai haben wir gerade noch drei Länderspiele, das ist nicht gerade viel", sagte Löw. Er versicherte aber den Bundesliga-Verantwortlichen, "dass ich keinen Spieler, der im Europacup beschäftigt ist, zweimal 90 Minuten spielen lasse."

Regenerations-Trainingslager mit Frauen und Kindern

Die Vorbereitung auf diese beiden Spiele, aber auch auf die WM in Südafrika nimmt den Bundestrainer derzeit voll in Anspruch, deshalb sei auch das direkt nach der geschafften WM-Qualifikation aufgeworfene Thema Vertragsverlängerung mit dem DFB derzeit nicht aktuell. "Wir haben keinen Zeitdruck. Ich habe mit DFB-Präsident Theo Zwanziger darüber auch noch nicht gesprochen, denn es besteht kein Grund zur Eile. Ich werde mir vielleicht in der nächsten Woche mal einen Fahrplan zurechtlegen", berichtete der Bundestrainer. Nach der Auslosung in Kapstadt am 4. Dezember werde er noch mal für zwei Tage im deutschen WM-Quartier Velmore Grande in der Provinz Gauteng verweilen, um dort die Bedingungen zu inspizieren: "Wichtig ist mir der Trainingsplatz. Bislang ist dort nur Holperrasen."

Nach der Auslosung der WM-Gruppen sollen dann auch die Gegner für die Vorbereitungsspiele ausgesucht werden. "Alles hängt von der WM-Auslosung ab. Dann wissen wir, wann wir starten, dann legen wir die Test-Gegner fest", erklärte Löw, der zudem bestätigte, dass es vor der entscheidenden Vorbereitungsphase zunächst noch "ein Regenerations-Trainingslager mit Frauen und Kindern" geben wird. "Wenn es zeitlich klappt, werden wir wohl nach Mallorca oder Sardinien gehen. Das hat sich vor der EM 2008 bzw. vor der WM 2006 bewährt." Das Haupttrainingslager vor dem Abflug nach Südafrika findet dann in der Schweiz oder Österreich statt.

SID/kbe


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