HOME

Uefa-Cup: Stuttgart spaziert in die nächste Runde

Der VfB Stuttgart hat mit einem überlegenen Sieg gegen Standard Lüttich die nächste Runde des Uefa-Cups erreicht. Für Hertha war Olympiakos Piräus dagegen zu stark. Die Berliner flogen wie auch Schalke aus dem Wettbewerb. Die Königsblauen hatten spielfrei und mussten erleben, wie die Konkurrenz an ihnen vorbeizog.

Der VfB Stuttgart steht als vierter Fußball-Bundesligist in der K.o.-Runde des Uefa-Pokals. Hertha BSC und der FC Schalke 04 haben sich dagegen aus dem Wettbewerb verabschiedet. Die Stuttgarter bezwangen am Donnerstagabend den bereits qualifizierten Gruppenersten Standard Lüttich mit 3:0. Die Berliner verpassten indes den erforderlichen Sieg bei Olympiakos Piräus. Der Bundesliga-Dritte kassierte stattdessen eine 0:4-Niederlage. Für den spielfreien FC Schalke 04 erfüllte sich die Hoffnung auf Schützenhilfe durch die Konkurrenz nicht.

Gleich nach Spielende verkündete Stuttgarts Sportdirektor Horst Heldt eine wichtige Personalie. Teamchef Markus Babbel soll den VfB Stuttgart trotz fehlender Trainerlizenz bis zum Saisonende im Mai 2009 betreuen. Babbel hatte vor knapp vier Wochen das Amt bei den Schwaben als Nachfolger des entlassenen Armin Veh übernommen. In fünf Spielen unter seiner Leitung blieb der VfB ungeschlagen. Der Deutsche Fußball-Bund hat eine längere Tätigkeit Babbels als Trainer jedoch untersagt, da diesem noch die notwendige Ausbildung fehlt.

Babbel blieb entspannt

Mit aller Macht wollten die Stuttgarter ihren Unmut über das DFB-Diktat, das eine Zusammenarbeit mit Babbel nur bis zum Saisonende möglich macht, im "Spiel der Spiele" (Sportdirektor Horst Heldt) verdrängen. Dies gelang hervorragend, da Lüttich trotz Bestbesetzung wenig Gegenwehr bot. Babbel zeigte sich äußerlich entspannt, wohl wissend, dass für ihn nach dem Abpfiff zumindest seine Vertragsverlängerung bis zum kommenden Sommer zu erwarten war.

Khedira machte exakt da weiter, wo er am Samstag beim 2:2 gegen Bayern München aufgehört hatte: Er erzielte ein Tor (5.). Glänzend freigespielt von Roberto Hilbert schoss der Mittelfeldmann aus spitzem Winkel ein und fügte Lüttich das erste Gegentor in dieser Europapokal-Saison zu. Martin Lanig (17.) prüfte per Distanzschuss Standard-Torwart Rorys Aragon Espinoza.

Stuttgart wurde nicht gefordert

Acht Minuten später war der Schlussmann bei einem erneuten Lanig-Versuch schon geschlagen, doch Verteidiger Landry Mulemo rettete auf der Torlinie stehend. Wirklich gefordert wurde der VfB von den Belgiern aber nicht. Die Führung im Rücken verlieh sichtbar Sicherheit. Torwart Jens Lehmann musste im ersten Abschnitt nicht einmal ernsthaft eingreifen.

Und auch in der zweiten Halbzeit legte Stuttgart einen tollen Start hin. Hilbert nutzte die Verwirrung in Lüttichs Defensive nach einem "Luftloch" von Mario Gomez zu seinem ersten Europapokal-Treffer (49.). Dann wurde es richtig turbulent. Khedira (51.) und Gomez (54.) trafen Latte und Pfosten. Schiedsrichter Rasmussen (Dänemark) verwehrte Lanig einen klaren Elfmeter. Auf der Gegenseite zeigte Lehmann (56.) im Duell 1-1 gegen Igor de Camargo seine Klasse und hielt sein Team auf Kurs. Marica sorgte mit einem sehenswerten 20-Meter-Kracher für den Endstand (72.).

Hertha ohne Chance

Das Rumpfteam von Hertha BSC strandete im Sturm von Piräus und darf nicht im Uefa-Cup überwintern. Die Berliner verloren am Donnerstagabend das letzte Gruppenspiel beim griechischen Fußball-Rekordmeister Olympiakos Piräus mit 0:4 (0:0) und schieden trotz einer über weite Strecken couragierten Vorstellung aus. Der Brasilianer Dudu (54. Minute) mit einem Kopfball, der Argentinier Luciano Galletti per Foulstrafstoß (67.), Vassilis Torosidis (86.) und Diogo (89.) machten für Olympiakos den Sprung in die K.o.-Runde perfekt. Der neunte Europapokal-Heimsieg der Griechen in Serie war dank der Steigerung nach der Pause verdient, fiel aber zu hoch aus.

Der FC Schalke 04 hat vergeblich auf ein Fußball-Wunder gehofft. Vier Monate nach dem schmerzlichen Knockout in der Champions-League-Qualifikation musste der zum hilflosen Zuschauen verurteilte Revierclub einen weiteren Rückschlag hinnehmen. Alle Hoffnungen auf Schützenhilfe von Twente Enschede und Manchester City blieben vergebens. Das 4:0 von Paris St. Germain über Enschede und das 3:1 von Racing Santander über Manchester City besiegelten das Aus der spielfreien Schalker, die in der Abschlusstabelle der Gruppe A nach nur einem Sieg den 5. und letzten Platz belegen und damit den Einzug in die Runde der besten 32 Teams verpassten.

DPA / DPA

Wissenscommunity