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Das müssen Sie zur WM-Nacht wissen Frankreich wird zum Titelkandidaten


Damit hätte in der Todesgruppe D niemand gerechnet: England ist raus, Costa Rica im Achtelfinale und Italien muss zittern. Frankreich macht mit 5:2 gegen die Schweiz das Achtelfinale so gut wie klar.
Von Carina Braun und Nils Kemter

Das war's also für die Engländer. Deprimierender kann man kaum ausscheiden. Weil Italien gegen Costa Rica patzt, müssen die "Three Lions" nach Hause fahren. Aber auch für die Azzurri wird es nach der Niederlage eng, überraschend im Achtelfinale steht ausgerechnet: Costa Rica. Dazu ein kurioser Abpfiff, Frankreich empfiehlt sich als Titelkandidat, und Ecuador schickt Honduras mit 2:1 so gut wie nach Hause. Wer ist Gewinner, wer Verlierer des Tages? Und wie läuft's eigentlich bei den Deutschen vor der Partie gegen Ghana? Das sollten Sie zu den Spielen der letzten Nacht wissen.

So liefen die Spiele

Italien - Costa Rica 0:1 - Hier geht's zum Spielbericht.
Schweiz - Frankreich 2:5 - Hier geht's zum Spielbericht.
Honduras - Ecuador 1:2 - Hier geht's zum Spielbericht.

Dieses Tor sollten Sie (nochmal) sehen

So ein Spielverderber! Und damit meinen wir den holländischen Schiri Björn Kuipers, der die Partie Frankreich - Schweiz kaltblütig mitten in einem französischen Angriff abpfiff. Das 6:2 wäre eines der schönsten Tore des Spieltages gewesen: Nach einer Flanke nimmt Benzema den Ball direkt an und platziert ihn im Tor. In dem Moment, als der Franzose zum Abschluss ansetzte, tat aber Schiri Kuipers ohne Not selbiges mit seiner Pfeife. Kurz war die Verwirrung groß. Der Treffer wurde nicht gegeben, es blieb beim 5:2.

Der Aufreger des Abends

... ist mal wieder eine Fehlentscheidung: In der 43. Minute läuft der Italiener Chiellini Costa Ricas angreifenden Stürmer Campbell im Strafraum einfach mal konsequent um. Ein klarer Elfer - doch Schiri Enrique Roberto Osses Zencovich gibt ihn nicht. Costa Rica bügelt's einfach selbst aus und trifft nur eine Minute später aus dem Spiel heraus zum entscheidenden 1:0.

Das sagt das Stern_Sofa

So hat das Stern_Sofa die Begegnung im WMWohnzimmer gesehen.

Gewinner des Abends

Gewinner des Spieltages ist Costa Rica. Den Fußball-Zwerg aus Mittelamerika hatte in dieser Spitzengruppe mit England und Italien nun wirklich niemand auf der Rechnung. Und überhaupt: Lateinamerika. Auch Ecuador wahrt sich mit dem Sieg gegen Honduras die Chance aufs Achtelfinale und könnte der Schweiz noch gefährlich werden. Chile und Kolumbien sind schon weiter, Uruguay kann gegen Italien aus eigener Kraft die nächste Runde erreichen und Brasilien und Argentinien sind soweit auch auf Kurs. Es könnte tatsächlich die Weltmeisterschaft Lateinamerikas werden.

Verlierer des Abends

Wir haben eine erfolgreiche Titelverteidigung! Natürlich ist der Verlierer dieses Abends derselbe wie gestern - und das, obwohl er gar nicht auf dem Platz stand. Egal wie man zu England steht, man kann kaum böser aus einer Weltmeisterschaft ausscheiden als vor dem Fernseher. Wir Deutschen können bekanntlich nachempfinden, was es heißt, von Italien aus dem Turnier geworfen zu werden. Wahrscheinlich ist nur eines schlimmer: SO von Italien aus dem Turnier geworfen zu werden. Die englische Heimat bewies Galgenhumor.

Vom Rest der Welt gab es via Twitter reichlich Spott und Häme.

Bild des Abends

Trotz der Niederlage gegen Ecuador wurde Honduras Carlo Costly zum Volkshelden. In der 31. Spielminute beendete Costly mit seinem Tor zum 1:0 die 32-jährige Durststrecke seines Landes. Zum letzten Mal traf Honduras nämlich am 21. Juni 1982 bei einer Fußball-Weltmeisterschaft ins Tor. Und noch etwas Gutes hatte das Tor von Costly: Es ersparte Honduras den Negativrekord mit der längsten Zeit ohne WM-Tor. Nur sechs Minuten fehlten, bis Honduras Bolivien übertrumpft hätte. Diese blieben 517 WM-Minuten ohne Tor.

Wie läuft's bei Deutschland?

Soweit, so ruhig, die Deutschen sind in Fortaleza angekommen und haben ihr Abschlusstraining absolviert. Die große Frage der vergangenen Tage war ja ohnehin immer dieselbe: Wird Sorgenkind Mats Hummels gegen Ghana auf dem Platz stehen? Die unbefriedigende Antwort: Man weiß es noch immer nicht. Zumindest was das Training anbelangt gibt es jedoch gute Nachrichten. Hummels war dabei und hat die komplette Einheit mitgemacht. Im Falle eines Falles hat Löw auch schon Alternativen aufgezeigt. Die WM-Neulinge Matthias Ginter oder Shkodran Mustafi könnten Hummels im Abwehrzentrum eins zu eins ersetzen. Oder aber Boateng würde nach innen rücken und ein neuer Spieler rechts auflaufen - Mustafi vielleicht oder sogar Großkreutz.

Frage des Abends: Ist Frankreich stark genug für den Titel?

Den Achtelfinal-Einzug sicher und die beeindruckende Bilanz von 8:2 Toren: Frankreichs furioser Start in diese WM überrascht viele. Vor vier Jahren gab es Riesenzoff zwischen dem Team und dem damaligen Trainer Raymond Domenech, verbunden mit dem Vorrundenaus. Nun läuft die französische Offensivabteilung trotz des Ausfalls von Ribéry auf Hochtouren, Karim Benzema ist in Topform und hat schon drei Treffer erzielt. Doch als die Schweizer die französische Abwehr in der Schlussphase unter Druck setzten, zeigten sich hier Schwächen. Dennoch der große Vorteil gegenüber 2010: Die Equipe Tricolore tritt diesmal als echte Einheit auf und präsentiert sich extrem harmonisch. Man muss sie wieder auf der Rechnung haben. Vorsicht, Deutschland: Schon im Viertelfinale könnte es zur Begegnung mit den Franzosen kommen.

Das dürfen Sie heute nicht verpassen

Das Duell des Tages heißt natürlich: Boateng gegen Boateng. Oder, anders gesagt: Deutschland gegen Ghana. Jerome Boateng ist fit und wird spielen, der Einsatz von Kevin Prince ist noch offen - nach der schwachen ersten Partie Ghanas dürfte aber mit ihm zu rechnen sein. Die Deutschen können dank des guten Torverhältnisses nach dem 4:0 gegen Portugal mit einem Sieg schon fast alles klar machen. Im Mitternachtsspiel Nigeria gegen Bosnien-Herzegowina wollen beide Mannschaften ihre Chance aufs Weiterkommen wahren. Die Argentinier können sich trotz der schwachen Leistung im ersten Spiel schon sechs Punkte sichern, wenn sie standesgemäß die Iraner schlagen.

Argentinien - Iran (18 Uhr)
Deutschland - Ghana (21 Uhr)
Nigeria - Bosnien-Herzegowina (0 Uhr)

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