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WM-Kader im Kurz-Check: Diese Neulinge haben gute Chancen auf die WM

Joachim Löw hat mehrere Neulinge in seinen vorläufigen WM-Kader nominiert. Einige davon kennen Experten sogar erst seit einigen Monaten. Dennoch: Für manche stehen die WM-Chancen gut.

So ist die Situation im Tor:

Manuel Neuer ist gesetzt, Dortmunds Roman Weidenfeller der Stellvertreter. Ron-Robert Zieler von Hannover 96 darf WM-Luft schnuppern.

Die größte Überraschung:

Ron-Robert Zieler hat sich gegen nahmhafte Konkurrenz durchgesetzt. Gladbachs Keeper Marc-Andre ter Stegen, Schalkes Ralf Fährmann und Bayer Leverkusens Bernd Leno spielten eine bisweilen spektakuläre Rückrunde. Löws Überlegung: Die anderen mögen besser in Form sein, aber Zieler ist die beste Nummer drei - er wird seine Rolle ohne Murren annehmen.

Einschätzung:

Es gibt nicht viel einzuschätzen. Drei Top-Torhüter, die Reihenfolge ist klar. Wenn alle fit bleiben, gibt es keine Änderungen.

Was halten Sie von Löws vorläufigem WM-Kader

So ist die Situation in der Abwehr:

Mit Jerome Boateng, Per Mertesacker und Mats Hummels ist die Innenverteidigung überdurchschnittlich stark besetzt. Benedikt Höwedes, Matthias Ginter und Shkodran Mustafi ergänzen die Innenverteidigung. Die Außenposition ist ein Problem: Nur Kapitän Philipp Lahm hat derzeit Weltklasse-Format. Und vielleicht plant Löw mit Lahm ohnehin im Mittelfeld.

Die größte Überraschung:

Löw nominiert gleich drei Dortmunder Außenverteidiger. Marcel Schmelzer und Kevin Großkreutz haben bereits Nationalmannschafts-Erfahrung. Den 21-jährigen Erik Durm hatten selbst Experten vor einem halben Jahr noch nicht auf dem Zettel. Er spielte sich - auch aufgrund der Verletzung von Schmelzer - beim BVB in den Vordergrund. Sowohl in der Bundesliga als auch in der Champions League zeigte er vielversprechende Spiele. Zweite Überraschung: Matthias Ginter und Shkodran Mustafi waren schon beim Testspiel gegen Chile im Kader - sie haben ihre Chance genutzt. Löw setzt erneut auf sie.

Einschätzung:

Erik Durm könnte als Linksverteidiger alle überraschen und den Sprung in den 23er-Kader schaffen. Vor allem weil Konkurrent Schmelzer nach Verletzung gerade erst wieder fit ist. Sein zweiter Konkurrent Marcell Jansen steckt mit dem HSV im Abstiegskampf - und ist alles andere als gut drauf. Mustafi und Ginter sind Streichkandidaten. Mehr als vier Innenverteidiger wird Löw nicht mitnehmen.

So ist die Situation im Mittelfeld:

Löws Team verfügt über Weltklasse-Spieler. Özil, Götze, Reus, Müller, Kroos, Schweinsteiger - von diesen Namen schwärmen selbst die WM-Gegner.

Die größte Überraschung:

Für das vorläufige Aufgebot nominierte Löw zu den Etablierte ganz schön viele Youngster. André Hahn, Leon Goretzka und Max Meyer haben sich in der Bundesliga in den Vordergrund gespielt. Hahn, 23, ist schnell, technisch stark und extrem ehrgeizig. Meyer ist gerade einmal 18, Goretzka 19 - beide stehen für Schalkes starke Rückrunde.

Einschätzung:

Meyer, Goretzka und Hahn dürfen das Trainingslager genießen. Sie alle haben die Perspektive, bald auch eine WM zu spielen. In diesem Jahr kommt eine Teilnahme aber zu früh. Löw wird sie am 2. Juni für ihren Einsatz loben und sie dann in den Urlaub schicken. Für die Zukunft sollten sich auch Nicht-Fußball-Fans diese Namen merken.

So ist die Situation im Sturm:

Das Mittelfeld ist das Glanzstück der DFB-Elf, die Spitze das Sorgenkind. Löw nominierte mit Altstar Miroslav Klose und Kevin Volland nur zwei nominelle Stürmer. Klose ist gesetzt - vorausgesetzt er verletzt sich nicht wieder.

Die größte Überraschung:

Mario Gomez und Gladbachs Max Kruse dürfen nicht mit nach Brasilien. Gomez fehlte mehr als ein halbes Jahr verletzt. Sein Aus hatte sich abgezeichnet - doch aufgrund der fehlenden Mittelstürmer überrascht die Absage dennoch. Auch die an Kruse, schließlich erzielte er in den letzten zehn Bundesliga-Spielen vier Tore und bereitete fünf weitere vor.

Einschätzung:

Volland wird gegen Polen zu seinem Debüt kommen. Wenn Klose wieder der Oberschenkel zwickt, hat Löw ein Problem. Dann dürfte Müller als zentrale Spitze spielen - und Volland als Backup mit nach Brasilien fahren.

Von Felix Haas

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