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Nach Deutschlands WM-Aus Khedira offenbart: Erdogan-Affäre "war ein Riesenthema und wurde unterschätzt"

Mesut Özil und Sami Khedira
Mesut Özil und Sami Khedira nach der Pleite gegen Südkorea und dem damit verbundenen WM-Aus
© Shaun Botterill / Getty Images
Sami Khedira hat sich nach dem bitteren WM-Aus der DFB-Elf zu Wort gemeldet. Vor allem mit seiner eigenen Leistung geht er hart ins Gericht und gibt zu, dass die Erdogan-Affäre das Team sehr belastet hat.

Sami Khedira hat sich als erster Nationalspieler nach dem WM-Aus zur Affäre um die Fotos von Mesut Özil und Ilkay Gündogan mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan geäußert. Im Interview mit der Bild-Zeitung erklärte der 31-Jährige: "Das war ein Riesen-Thema und wurde unterschätzt, ja. Ich bin aber auch kein Krisen-Manager, der sagt, wie man damit genau umzugehen hat. Aber man hat das Thema nicht ruhig bekommen. Doch auch das möchte ich nicht als Ausrede für unser Ausscheiden gelten lassen."

Khedira selbst war mit anderen Zielsetzungen nach Russland gereist. Der erfahrene Nationalspieler wollte mit weiteren Führungsspielern wie Manuel Neuer, Thomas Müller oder Mats Hummels mit gutem Beispiel vorangehen. Doch am Ende kam es anders. Nach dem historischen Ausscheiden ging der Mittelfeldmann mit dem Team und vor allem mit seiner eigenen Leistung hart ins Gericht: "Kein einziger Spieler ist an sein Top-Niveau herangekommen. Aber ich will nicht der Mannschaft einen Vorwurf machen. Meine persönliche Leistung ist mir auch heute noch unerklärlich." Nach einer sehr erfolgreichen Saison bei Juventus Turin könne er sich seine zwei misslungenen Auftritte bei der WM in Russland nicht erklären: "Das habe ich in meiner ganzen Fußballer-Karriere noch nicht erlebt." 

Sami Khedira beschäftigt sich mit dem Thema Rücktritt

Der gebürtige Stuttgarter brauche nun "etwas Abstand und Ruhe, um das Unerklärliche versuchen erklären zu können." Zu seinem möglichen Rücktritt aus der Nationalmannschaft wollte er sich noch nicht äußern. "Ich verstehe, dass diese Fragen jetzt kommen. Aber ich muss erst alles aufarbeiten, Erklärungen finden." Er wolle eine solche Entscheidung "nicht aus der Emotion heraus treffen und auch nicht von den beiden Spielen abhängig machen", sagte Khedira. "Ich werde mit Vertrauten, auch mit Jogi Löw sprechen. Und dann werden wir weitersehen."

Auf die Frage, ob er sich einen Verbleib von Bundestrainer Joachim Löw vorstellen kann, hat er eine klare Antwort. "Definitiv kann und sollte er das! Ob er es will, ist seine Entscheidung. Ich würde mir wünschen, dass Jogi weiter macht."

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vit/tkr

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