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Fußball-WM 2018 kompakt: Einwechslung verweigert: Kroatien schmeißt Nikola Kalinic aus WM-Kader

Kroatien suspendiert Kalinic +++ Reporter schreit sich bei Mexikos Siegtor die Lunge aus dem Hals +++ Russischer Sender retuschiert Botschaft aus WM-Video +++ Aktuelle News und Informationen rund um die Fußball-WM 2018.

WM 2018: Nikola Kalinic während einer Pressekonferenz

Wird unter Trainer Zlatko Dalic keine Rolle mehr spielen: Milan-Stürmer Nikola Kalinic

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Vom 14. Juni bis 15. Juli findet in Russland die Fußball-WM 2018 statt. Als Titelverteidiger und ausgemachte Turniermannschaft zählt Deutschland auch in diesem Sommer zum Favoritenkreis im Kampf um den wichtigsten Pokal im Fußballsport. Im ersten Vorrundenspiel kassierte die DFB-Elf um Trainer Jogi Löw gegen Mexiko jedoch eine unerwartete 0:1-Niederlage. In Gruppe F müssen die Deutschen nun noch gegen Schweden und Südkorea ran, ehe ab dem 30. Juni die K.o.-Phase beginnt (hier der komplette Spielplan zur WM 2018).

Der hält Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten, aktuellen Entwicklungen und Informationen auf dem Laufenden:

Kroatien schmeißt Stürmer Kalinic aus dem WM-Kader

18. Juni: Paukenschlag bei der kroatischen Nationalmannschaft: Trainer Zlatko Dalic wirft den Milan-Star Nikola Kalinic aus disziplinarischen Gründen aus dem aktuellen WM-Kader. Damit verzichtet der Coach auf seinen dritten Mittelstürmer und reduziert sein Aufgebot auf 22 Mann. Was war passiert? Kalinic hatte im ersten Gruppenspiel gegen Nigeria (2:0) eine späte Einwechslung verweigert. 

Laut übereinstimmenden Medienberichten aus Kroatien soll es dafür allerdings keinen nachvollziehbaren Grund gegeben haben. Der Stürmer selbst sagt, er habe Rückenschmerzen gehabt und deshalb freiwillig auf einen Einsatz verzichtet. Die kroatische Sport-Tageszeitung "Sportske Novosti" berichtete, dass Kalinic bereits im Testspiel gegen Brasilien einen Einsatz verweigert hatte. Aus offenbar ebenso fadenscheinigen Gründen wie im ersten WM-Spiel gegen Nigeria. Trainer Dalic hatte nach dem Spiel gesagt, es gebe keine Verletzung sondern nur ein "Problem" mit Kalinic. Kroatien trifft in der Gruppe D noch auf Island und Argentinien

Reporter schreit sich bei Mexikos Siegtor die Lunge aus dem Hals

18. Juni: Während in Deutschland nach der 0:1-Pleite gegen Mexiko Ernüchterung herrscht, ist ganz Mexiko im Freudentaumel. Von einem "historischen Sieg" ist in mehreren Medien des Landes die Sprache. In der Hauptstadt Mexiko City löste der Jubel über das letztlich siegbringende Tor Lozanos gar ein kleines Erdbeben aus. Auch der mexikanische Kommentator Andres Cantor flippte beim Treffer in der 35. Spielminute regelrecht aus - doch hören Sie selbst:

Russisches Fernsehen löscht britische Botschaft aus WM-Video

16. Juni: Das war wohl kaum ein Versehen: In einem WM-Video des russischen Staatsfernsehens ist die britische Botschaft in Moskau nicht dort zu sehen, wo sie eigentlich steht. Der Sender Perwy Kanal platzierte an seiner Stelle kurzerhand die prunkvolle Kathedrale aus der WM-Stadt Saransk, wie russische Medien am Samstag berichteten. Das retuschierte Video war vor dem Eröffnungsspiel der Fußball-Weltmeisterschaft am Donnerstag ausgestrahlt worden und zeigte Impressionen aus der russischen Hauptstadt. Dabei gab es nicht nur für die britische Botschaft, die 2000 am Ufer des Flusses Moskwa eröffnet wurde, Veränderungen: Auch ein überdimensional großes Denkmal aus der WM-Stadt Rostow am Don wurde einfach ins Moskauer Stadtbild versetzt.

Dort, wo im rechten Bild aus dem WM-Video goldene Kuppeln einer Kathedrale zu sehen sind, steht eigentlich die britische Botschaft in Moskau (l.)

Dort, wo im rechten Bild aus dem WM-Video goldene Kuppeln einer Kathedrale zu sehen sind, steht eigentlich die britische Botschaft in Moskau (l.)

DPA

In den sozialen Netzwerken wird das Vorgehen auch als Spitze gegen Großbritannien verstanden. Die Beziehungen zwischen Moskau und London sind unter anderem wegen des Streits um den Giftanschlag auf den Ex-Spion Sergej Skripal und dessen Tochter Julia verhärtet. Im Frühjahr wiesen beide Länder gegenseitig zahlreiche Diplomaten aus. Moskau untersagte auch die Arbeit des britischen Kulturinstituts British Council in Russland. Die russische Führung um Präsident Wladimir Putin hatte zum Auftakt des Turniers ausdrücklich betont, die Fußball-WM müsse aus der Politik herausgehalten werden.

Ex-Werder-Coach Thomas Schaaf kritisiert Özil

14. Juni: Werder Bremens Rekord-Trainer Thomas Schaaf hat sich in einer Kolumne in der Erdogan-Affäre kritisch gegenüber seinem ehemaligen Schützling Mesut Özil geäußert. Er geht davon aus, dass Mesut Özil den Wirbel um dessen Fotos mit dem türkischen Staatschef nicht so schnell verarbeiten kann. "Ich kenne Mesut aus seiner Bremer Zeit. Er wird die Kritik nicht einfach so abschütteln können, das wird ihn beschäftigen", schrieb er am Donnerstag in seiner Kolumne für das Online-Portal Deichstube zur Fußball-WM in Russland. Schaaf hatte den Mittelfeldspieler von 2008 bis 2010 in Bremen trainiert.

Zugleich kritisierte der 57-Jährige aber auch Özil und dessen Nationalmannschafts-Kollegen Ilkay Gündogan für die Aktion. "Das war unglücklich. Und wer sich in so eine Situation begibt, der muss mit diesen heftigen Reaktionen eigentlich auch rechnen. Und wenn nicht, dann muss er anschließend zumindest den Fehler eingestehen", meinte Schaaf, der vom 1. Juli an als Technischer Direktor zu Werder zurückkehrt. "Ich hätte mir schon gewünscht, dass die beiden Spieler direkt danach klar Stellung bezogen und sich auch klar zu Deutschland bekannt hätten." Nun wirke alles doch etwas konstruiert. Die beiden türkischstämmigen Profis Özil und Gündogan waren wegen gemeinsamer Fotos mit Erdogan scharf in die Kritik geraten. Beim 2:1 gegen Saudi-Arabien in Leverkusen war Gündogan von Teilen der deutschen Fans ausgepfiffen worden, Özil fehlte verletzt. 

Polizei nimmt Messi-Double in Moskau fest

14. Juni: Der Argentinier Lionel Messi ist einer der großen Stars der heute beginnenden Fußball-WM in Russland. Da ist es verständlich, dass Fans ausflippen, wenn sie den Ausnahmekönner live zu sehen bekommen. In Moskau sorgte jüngst jedoch ein Missverständnis -  genauer gesagt eine Verwechslung - zu chaotischen Szenen. Wie mehrere Medien berichten, hatten Besucher des berühmten Roten Platzes den iranischen Studenten Reza Parastesh für Messi gehalten. Es habe sich schnell eine riesige Menschenmenge gebildet - offenbar hoffend, ein Selfie mit dem "Star" schießen zu können. Parastesh wurde laut iranischen Medien daraufhin wegen Erregung öffentlicher Unruhe von der Polizei abgeführt.

Tatsächlich sieht Parastesh dem argentinischen Weltfußballer wie aus dem Gesicht geschnitten ähnlich. In Iran ist der 25-Jährige längst landesweit bekannt. So sorgte er beispielsweise im vergangenen Mai für einen Verkehrskollaps, als ihn Einheimische verwechselten. Polizisten mussten Parastesh damals mit auf die Wache nehmen, damit sich der Stau auflöste. Hier können Sie die Geschichte noch einmal nachlesen:

Mathematiker sehen Brasilien als WM-Favorit

14. Juni: Für Mathematiker und Statistiker verschiedener Universitäten und Wirtschaftsunternehmen ist die WM bereits entschieden: In den vergangenen Wochen berechneten die Wissenschaftler die Wahrscheinlichkeiten für das anstehende Turnier in Russland durch. Das Ergebnis: In vielen Rechenmodellen hat Brasilien die Nase vorn gefolgt von Deutschland. Aus wissenschaftlicher Sicht deutet außerdem vieles auf ein Finale zwischen Brasilien und Deutschland hin. 

Statistiker der Universität Innsbruck schätzen die Wahrscheinlichkeit für eine deutsche Titelverteidigung auf 15,8 Prozent, für Brasilien als Champion auf 16,6 Prozent. Auch an der Universität Münster ist der Topfavorit Brasilien (31 Prozent) vor Deutschland (17 Prozent).

Analysten von Deloitte haben eine Prognose erstellt, die Daten unter anderem mit historischen Ergebnissen und den Austragungsorten verrechnet. Deutschland verliert in diesem Modell im Viertelfinale gegen Brasilien, das anschließend Weltmeister wird.

Spanien trennt sich von Trainer Lopetegui

13. Juni: Der spanische Fußballverband hat sich zwei Tage vor dem ersten WM-Spiel gegen Portugal von seinem Nationaltrainer Julen Lopetegui getrennt. Das teilte Verbandschef Luis Rubiales am Mittwoch mit, nachdem tags zuvor der Wechsel Lopeteguis zu Real Madrid nach der Weltmeisterschaft in Russland bekanntgegeben worden war. "Wir stecken in einer komplizierten Situation, die komplizierteste, die man sich vorstellen kann", sagte Rubiales im WM-Quartier des früheren Welt- und Europameisters in Krasnodar.

Als Nachfolger wurde Sportdirektor Fernando Hierro bestimmt, der das Team bei der Weltmeisterschaft übernimmt. Ob er darüber hinaus Trainer bleiben wird, wurde nicht mitgeteilt. Dies gab der Verband via Twitter bekannt. Der 50 Jahre alte Ex-Nationalspieler Hierro hatte bisher nur den Zweitligisten Real Oviedo trainiert.

Der Verbandschef erhob schwere Vorwürfe gegen Real. "Wir hatten überhaupt keine Information über das", sagte Rubiales. "Julen hätte es lieber gehabt, wenn die Dinge anders gehandhabt worden wären." Die Spieler hätten die Entscheidung der sofortigen Trennung "akzeptiert", sagte Rubiales. "Es ist ein harter Schlag, aber wir stehen zusammen, um nach vorne zu schauen."

Lopeteguis Ankündigung hatte im spanischen Verband und WM-Quartier für helle Aufregung gesorgt. Eine vom spanischen Verband angesetzte Pressekonferenz mit ihm war am Mittwoch um eine Stunde verschoben worden. "Kanonenschuss gegen die Selección" titelte sogar die Real nahestehende Madrider Sportzeitung "AS". Der am Dienstag nur zehn Minuten vor der offiziellen Bekanntgabe informierte neue Verbandspräsident Luis Rubiales habe vor Wut gekocht, hieß es in den Berichten.

Erdogan-Affäre: Effenberg vermisst klare Linie beim DFB

13. Juni: Ex-Nationalspieler Stefan Effenberg hat dem DFB vorgeworfen, im Falle Mesut Özils und Ilkay Gündogans und deren Treffen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan keine klare Linie zu fahren. "Wenn man auf gewisse Werte setzt, so wie das der DFB immer wieder vermittelt, dann kann die Entscheidung eigentlich nur so ausfallen, dass man die beiden Spieler rauswirft", sagte der 49-Jährige dem Internetportal t-online.de in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview.

Effenberg selbst durfte jahrelang nicht mehr für die Nationalelf spielen, nachdem er Fans bei der WM 1994 den Mittelfinger gezeigt hatte. "Der DFB war damals sehr konsequent und sehr schnell in der Entscheidung. Özil und Gündogan haben jetzt Glück gehabt, dass der DFB in diesem Fall inkonsequent und nicht schnell gehandelt hat", sagte Effenberg.

Auch im Fall Uli Stein hatte sich der Deutsche Fußball-Bund 1986 für einen Rauswurf des Ersatztorwarts entschieden, nachdem dieser Teamchef Franz Beckenbauer als "Suppenkasper" bezeichnet hatte. "Man dreht es sich beim DFB allerdings so, wie man es gerade braucht. Bei mir oder bei Uli Stein haben sie anders reagiert", sagte Effenberg. 

AfD-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel will deutsche Elf nicht anfeuern

12. Juni: Kurz vor dem Start der WM in Russland hat die AfD-Bundestagsfraktionsvorsitzende Alice Weidel in einem Interview erklärt, sie habe Probleme damit, der deutschen Nationalmannschaft zu applaudieren. "Ich muss ganz ehrlich sagen, so wie die Nationalmannschaft, die ja nur noch 'Die Mannschaft' heißt, aufgestellt ist, habe ich da schon Probleme, insgesamt für die deutsche Mannschaft zu applaudieren. Solange man Gündogan und Özil, die offensichtlich ein Problem mit unserem Staat  haben, da auch zulässt", sagte die Politikerin in der WDR-Sendung "1zu1", die am Mittwochvormittag um 9.20 Uhr ausgestrahlt wird.

Die beiden Nationalspieler Ilkay Gündogan und Mesut Özil hatten sich am 13. Mai in London mit dem türkischen Präsidenten Erdogan getroffen, was zu Kritik geführt hatte.

Spaniens Nationalcoach wird nach WM Trainer von Real Madrid

12. Juni: Julen Lopetegui, der spanische Fußball-Nationaltrainer, wird nach der Weltmeisterschaft in Russland Nachfolger des zurückgetretenen Zinédine Zidane Trainer von Champions-League-Sieger Real Madrid. Das teilte der Club  mit.

Fifa-Boss Infantino befürchtet rassistische Pöbeleien bei der WM

12.Juni: Will da etwa jemand schon gegen eventuelle Skandale vorbauen? Der Weltfußballverband Fifa mag rassistische Pöbeleien aus dem Publikum bei der WM in Russland nicht ausschließen. "Sicher gibt es Risiken", sagte Fifa-Chef Infantino der Schweizer Boulevardzeitung "Blick". "Der Kampf gegen den Rassismus ist eine große Herausforderung." In den Stadien seien aber Beobachter, die bei den geringsten Ausfällen Alarm schlagen würden, und Schiedsrichter könnten Spiele unter- oder sogar abbrechen. "Das ist ein Problem, welches man natürlich nicht unterschätzen sollte", sagte Infantino der Zeitung.

Dunkelhäutige Fußballspieler sind in Russland bereits öfter von der Tribüne aus beleidigt worden. Die europäische Fußballunion (Uefa) hat schon mal Geldstrafen gegen den russischen Verband wegen rassistischer Ausfälle russischer Fans verhängt.

Mo Salah Arm in Arm mit Tschetschenien-Diktator Kadyrow

11. Juni: Ob Liverpool-Star Mohamed Salah weiß, mit wem er auf dem Foto posiert? Als die ägyptische Nationalmannschaft am Sonntag ihr WM-Quartier in der autonomen Republik Tschetschenien aufschlägt, bekommt sie hohen Besuch: Der umstrittene Präsident der Teilrepublik, Ramsan Kadyrow, nimmt das Team in Grosny in Empfang und führt die Spieler durch die örtliche Fußballarena. Danach posiert Ägyptens Superstar mit Kadyrow auf einem Foto, Handshake inklusive.

Ramsan Kadyrow gilt als Autokrat in der autonomen Republik Tschetschenien, 2010 rief er inoffiziell die Scharia in Russland aus. Seiner Regierung wird vorgeworfen, Homosexuelle und Oppositionelle verfolgen zu lassen, Erstere bezeichnete er als "Teufel". Auch die gezielte Folter und Ermordung von Andersdenkenden wird ihm vorgeworfen. Die ägyptische Nationalmannschaft bezieht als einziges Land der WM-Endrunde in der Regionalhauptstadt Grosny ihr Lager. Dort residieren sie in einem Luxus-Hotel und werden weite Anreisen für die Gruppenspiele in Kauf nehmen müssen. 

Thomas Delaney: Wer ist der Gegner? Wer ist der Mitspieler?

11. Juni: Als wäre eine WM nicht schon schwer genug, muss sich Thomas Delaney noch mit einem ganz besonderen Zusatz-Handicap herumschlagen. Der Ex-Werderaner, der zur neuen Saison zum BVB wechselt, ist rot-grün-blind - und kann deshalb häufiger kaum unterscheiden, wer Mitspieler und wer Gegenspieler ist. Ganz schlimm war das für den Dänen beim WM-Test gegen Mexiko (2:0). Beide Teams traten in ihrer traditionellen Tracht an. Dummerweise trugen die Dänen in roten Hemden ebenso wie die Mexikaner in grüen Jerseys weiße Hosen. Bedeutete für Delaney: "Es war etwas schwer zu sehen, mit wem ich in einem Team war und gegen wen ich spielte", sagte der 26-Jährige dem Radiosender P3. In einer Sendung zum Thema Farbenblindheit meldete sich der Bundesliga-Profi von sich aus und berichtete von seinen Problemen: Wenn Rotes und Grünes nebeneinander liege, habe er kein Problem, "aber wenn es schnell geht und ich die Leute aus dem Augenwinkel sehe, kann es etwas schwierig werden." Gut für Delaney: Mit den Trikots der dänischen WM-Gruppengegner (Frankreich, Australien, Peru) sollte er keine Probleme haben.

Kahn lehnt Boykott der WM in Russland ab 

11. Juni: Der frühere Nationaltorhüter Oliver Kahn hält es für wichtig, dass sich Fußballer auch politisch zu Wort melden. "Jeder, der unten auf dem Platz steht, hat eine politische Ansicht oder eine Meinung zu bestimmten Ereignissen, die er durchaus äußern sollte", sagte der 48-Jährige der "Mittelbayerischen Zeitung". "Fußball ist immer auch Politik." Kahn arbeitet seit Herbst als Torwart-Berater des Fußball-Verbandes in Saudi-Arabien.

Einen Boykott der Weltmeisterschaft halte er nicht für sinnvoll, so Kahn weiter. Wegen der Syrien-Politik des Gastgebers Russland hatte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch zuletzt zu einem Boykott der Eröffnungsfeier aufgerufen. Russland unterstütze die syrische Regierung mit Waffen, Militärhilfe und diplomatischem Schutz, obwohl deren Streitkräfte Zivilisten angriffen.

Julian Draxler modelt für die Vogue

11. Juni: PSG-Star Julian Draxler ist auf dem Cover der russischen Vogue (Juniausgabe) zu sehen. Zusammen mit dem brasilianischen Verteidiger Dani Alves (ebenfalls PSG), dem russischen Shootingstar Fedor Smolov (FK Krasnodar) und dem russischen Model Natalia Vodianova ziert der deutsche Nationalspieler das Modemagazin. Draxler, Alves und Smolov posieren oberkörperfrei und sitzen um das russische Supermodel herum, das in der Mitte des Covers hockt. Julian Draxler äußert sich auf Instagram zu dem Shooting: "Danke Vogue Russia für die Zusammenarbeit für das WM Cover der Juniausgabe". 

Der ehemalige Schalker und Wolfsburger machte kürzlich in einem Interview mit dem Magazin"Bunte" auf sich aufmerksam, in dem er über Eitelkeiten von Fußballern sprach und das entsprechende Klischee bestätigte: "Es gibt ein Klischee, das in jedem Fall zutrifft - und das ist, dass wir sehr, sehr eitel sind. Jeder hat vorm Spiel ein Ritual und ich greife eben meistens noch mal zum Kulturbeutel in meinem Spind und nehme zwei, drei Sprühstöße Parfüm. Das gibt mir ein Glücksgefühl. "

Podolski: "Der Kader ist sehr gut"

10. Juni: Ex-Nationalspieler Lukas Podolski sieht gute Chancen für die deutsche Mannschaft auf eine erfolgreiche Titelverteidigung bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland. "Der Kader ist sehr gut. Er hat Qualität. Die Zusammenstellung passt", sagte der 33-Jährige der "Welt". "Das sind Jungs, mit denen du was gewinnen kannst." 

Für ihn sei allein die Nichtnominierung von Leroy Sané eine Überraschung gewesen, so Podolski weiter. Mit Thomas Müller, Toni Kroos, Sami Khedira, Mesut Özil, Mats Hummels oder Jérôme Boateng seien aber "gestandene Typen" in der Mannschaft, die das DFB-Team zum Titelfavoriten machten. Podolski steht derzeit beim japanischen Verein Vissel Kobe unter Vertrag. Im vergangenen Jahr hatte der Weltmeister von 2014 seine Nationalmannschaftskarriere nach 130 Länderspielen beendet.

Belgierin zur "Miss WM" gekürt

wm 2018 - miss wm gekürt

Eine offizielle Funktion wird Siegerin Zoé Brunet bei der WM 2018 nicht haben.

DPA

10. Juni: Die Studentin Zoé Brunet aus Belgien ist "Miss WM": Die 18-Jährige aus der belgischen Universitätsstadt Namur gewann in der Nacht zum Samstag den Schönheitswettbewerb im Europa-Park in Rust - sechs Tage vor dem Eröffnungsspiel der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland. Für ihren Sieg erhielt sie 3500 Euro. Platz zwei ging an Deutschland, das durch die amtierende "Miss Germany" Anahita Rehbein (23) aus Stuttgart vertreten wurde. Auf Platz drei kam Dänemark mit der Studentin Amanda Petri (21) aus der dänischen Hauptstadt Kopenhagen. Eine offizielle Funktion bei der Fußball-WM wird die Siegerin nicht haben. Zoé Brunet sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Ich bin stolz auf diesen Titel. Ich hoffe, dass es die belgische Nationalmannschaft nun so wie ich macht und bei der WM den Titel holt." 

DFB-Gegner schwächeln - Favoriten überzeugen nicht

10. Juni: Nicht nur Titelverteidiger Deutschland ist noch nicht in WM-Form. Auch die Gruppen-Gegner Mexiko und Schweden konnten in ihren letzten Testspiele vor der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland nicht überzeugen und gewinnen - Südkorea steht an diesem Montag die letzte Probe bevor.

In Kopenhagen musste sich Deutschlands Auftaktgegner Mexiko 0:2 (0:0) gegen Dänemark geschlagen geben. Juan Carlos Osorio, Trainer der Mittelamerikaner, zeigte sich dennoch zuversichtlich: "Für das nächste Spiel wissen wir jetzt, wie wir strategisch planen". Dann werde man auch wieder Tore schießen. 

Schweden - Deutschlands zweiter Gegner - kam in seinem letzten Testspiel vor der WM gegen Peru nicht über ein 0:0 hinaus. In Göteborg blieben die Skandinavier am Samstagabend trotz einiger Gelegenheiten zum dritten Mal in Serie ohne eigenes Tor und müssen ohne einen Sieg in der WM-Vorbereitung nach Russland reisen. 

Auch Deutschlands Mitfavoriten auf den Titel sind noch ein Stück von der WM-Form entfernt. Gut eine Woche nach dem überzeugenden 3:1-Sieg gegen Italien mussten sich die Franzosen gegen die nicht für die WM qualifizierten USA mit einem 1:1 (0:1) zufrieden geben. Der frühere Welt- und Europameister Spanien kam im russischen Team-Camp in Krasnodar nur zu einem mühsamen 1:0 (0:0) gegen Tunesien.

mod/fin / DPA

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