Das Interesse von Fernsehzuschauern an der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar ist deutlich geringer gewesen als bei vorigen Turnieren. Der Intendant des Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF), Norbert Himmler, sagte der Deutschen Presse-Agentur vor dem Finale: "Das ist schon eine durchwachsene Bilanz für alle Beteiligten. Wir stellen eine etwa 30 bis 40 Prozent geringere Sehbeteiligung zu vergleichbaren Turnieren der letzten Jahre fest."
Zu den Ursachen sagte Himmler: "Ich glaube, dass die Jahreszeit eine Rolle spielt. Es hat auch mit dem Austragungsort und mit der sportlichen Performance der deutschen Mannschaft zu tun."
Mit Blick in die Zukunft ergänzte der Intendant des öffentlich-rechtlichen Senders in Mainz: "Die Austragungsorte der nächsten Turniere werden unproblematisch sein. Das ist schon absehbar. Ich gehe davon aus, dass wir in einer anderen Jahreszeit und in anderen Regionen auch wieder die große Begeisterung spüren werden." Die kommende Europameisterschaft 2024 findet in Deutschland statt, zwei Jahre später sind die USA, Kanada und Mexiko Gastgeber der nächsten WM.
Deutschland gegen Costa Rica das meistgesehene Spiel der Fußball-WM
Himmler ging auch auf den umstrittenen WM-Austragungsort Katar ein und sagte: "Wir haben die Balance hinbekommen – auf der einen Seite eine hochqualifizierte Sportberichterstattung und daneben die politische, gesellschaftliche Berichterstattung."
Ein Drama in zehn Akten: Wie das DFB-Team am Weiterkommen schnupperte und doch scheiterte

Deutschland drückt von Beginn an auf das schnelle Tor, das Jamal Musiala und Thomas Müller zunächst verpassen. Nach zehn Minuten aber jubelt Deutschland, Serge Gnabry trifft nach einer Flanke von David Raum mit dem Kopf zur verdienten Führung. Doch danach stottert der deutsche Angriffsmotor. Statt Spanien mit weiteren Treffern unter Druck zu setzen, läuft nur noch sehr wenig beim DFB-Team zusammen.
ARD und ZDF haben sich bei der Ausstrahlung von WM-Spielen abgewechselt – das Erste ist beim Finale zwischen Argentinien und Frankreich an der Reihe. Bei den Live-Spielübertragungen kam das ZDF nach eigenen Angaben auf durchschnittlich 5,21 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer und einen Marktanteil von 25,9 Prozent. Das sei erwartbar etwas hinter der ARD, die zwei der drei deutschen Partien der Vorrunde zeigte.
Das meistgesehene Spiel der WM 2022 – mit Stand nach dem Halbfinale – sei das in der ARD gezeigte Vorrundenspiel von Deutschland gegen Costa Rica mit 17,49 Millionen Zuschauern und 53,1 Prozent Marktanteil gewesen. Bei den 14- bis 49-Jährigen erzielte das ZDF nach eigenen Angaben mit der deutschen Partie gegen Spanien bis dato die höchsten Werte (5,96 Millionen, 57,7 Prozent Marktanteil).