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Fußball-WM Katar, Tag 12 Spanien und Japan weiter – Deutschland wird nur Dritter und ist raus

Zwei weiße Fußball-Profis in schwarz-weißen Trikots stehen enttäuscht auf dem Rasen
David Raum (l.) und Thomas Müller (r.) sieht man die Enttäuschung über das deutsche WM-Aus deutlich an
© Christian Charisius / DPA
Bei der WM stehen die beiden Teams fest, die aus Gruppe F ins Achtelfinale kommen: Marokko und Kroatien. Deutschland und Costa Rica fliegen raus, Spanien und Japan sind weiter.

Bundestrainer Hansi Flick flüchtete eilig vom Ort des nächsten WM-Desasters, seine blamierten Spieler blieben fassungslos zurück. Der deutsche Fußball liegt vier Jahre nach dem historischen Vorrunden-Aus schon wieder am Boden. Nach Joachim Löw in Russland hat es auch Nachfolger Flick bei der WM in Katar böse erwischt. Das dürftige 4:2 (1:0) im letzten Gruppenspiel gegen das limitierte Costa Rica nach späten Joker-Toren von Kai Havertz (73./85. Minute) und Niclas Füllkrug (89.) reichte am Donnerstag in Al Chaur nicht für den Einzug in die K.o.-Runde. Japans überraschender 2:1-Sieg gegen Spanien riss die DFB-Auswahl aus allen Achtelfinal-Hoffnungen.

Nach einer erneut missratenen Vorrunde fliegen die mit Titelträumen angereisten deutschen Spieler entzaubert zurück nach Deutschland, wo auf den DFB, Flick und Nationalmannschafts-Direktor Oliver Bierhoff unruhige Adventstage mit kritischen Fragen nach der Zukunft warten. Einen Blitz-Rücktritt schloss der Bundestrainer aber aus und beteuerte: "Mir macht es Spaß. Wir haben eine gute Mannschaft, gute Spieler, die nachkommen. Von daher liegt es nicht an mir."

Allerdings räumte Flick, als er sich etwas gesammelt hatte, auch ein: "Wir hatten keine Effizienz in diesem Turnier. Natürlich ist die Enttäuschung riesengroß, das müssen wir erstmal verarbeiten."

Das Kopfballtor von Serge Gnabry (10. Minute) in der schwungvollen Anfangsphase entpuppte sich als Täuschung einer Mannschaft, die ihre Qualität zu selten wie beim 1:1 gegen Spanien auf den Platz brachte. Yeltsin Tejeda (58.) und Juan Pablo Vargas (70.) brachten vor 67.054 Zuschauern im Al-Bait-Stadion den Außenseiter sogar kurz in Führung. Die drei späten Tore sicherten dem DFB-Team zwar noch den Sieg, aber nicht mehr den Einzug in die K.o.-Runde.

Japan - Spanien 2:1

Die Japaner brüllten ihre Freude heraus und fielen sich fassungslos in die Arme. Freiburgs Torgarant Ritsu Doan lief mit einer Nationalfahne auf dem Rücken überglücklich über den Rasen, danach ließ er sich mit seinen Teamkollegen von den ganz in blau gekleideten japanischen Fans feiern. Der Außenseiter und Turnier-Mitfavorit Spanien sind in einem Thriller zum Gruppenfinale gemeinsam ins Achtelfinale eingezogen - und haben den deutschen WM-Traum beendet.

Die Japaner feierten nach dem Sieg zum Auftakt gegen Deutschland gegen den Weltmeister von 2010 den nächsten 2:1 (0:1)-Coup und konnten ihr Glück kaum fassen. Der Außenseiter spielt nun in der ersten K.o.-Runde am Montag gegen den amtierenden WM-Zweiten Kroatien. Das spanische Team von Trainer Luis Enrique wird einen Tag später von Marokko gefordert.

Alvaro Morata mit seinem bereits dritten Turniertreffer (11. Minute) hatte das zunächst souveräne Spanien am Donnerstagabend vor 44.851 Zuschauern im Chalifa International Stadion von Al-Rajjan in Führung gebracht. Joker Ritsu Doan vom SC Freiburg gelang wie schon gegen die DFB-Auswahl der Ausgleich (48.). Kurz darauf kannte der Jubel kaum Grenzen, als der Düsseldorfer Profi Ao Tanaka das 2:1 machte (51.). 

Japan erreichte damit wie vor vier Jahren die Runde der letzten 16, als sie dann gegen Belgien ausschieden. Die Spanier zeigten nur in der ersten Halbzeit eine souveräne Leistung und wurden dann völlig überrascht. 2018 waren sie im Achtelfinale in Russland am Gastgeber-Team gescheitert.

Kroatien - Belgien 0:0

Vize-Weltmeister Kroatien hat sich ins Achtelfinale der Fußball-WM in Katar gezittert. Mit einem 0:0 gegen Belgien schaffte es das Team um Topstar Luka Modric am Donnerstag in Al-Rajjan als Zweiter der Gruppe F in die K.o.-Runde. Die als Turnier-Mitfavorit gehandelten Belgier schieden dagegen durch die Nullnummer bereits in der Vorrunde aus. Den Gruppensieg sicherte sich Marokko durch ein 2:1 (2:1) gegen die Kanadier, die schon vorher keine Chance mehr auf ein Weiterkommen hatten. Marokko wäre damit ein möglicher Gegner des deutschen Teams im Achtelfinale, sollte sich die DFB-Auswahl am Abend noch als Zweiter der Gruppe E dafür qualifizieren.

Für Marokko hatten Hakim Ziyech (4. Minute) und Youssef En-Nesyri (23.) mit ihren Treffern in Doha den Weg zum Sieg gegen Kanada geebnet. Ein Eigentor von Nayef Aguerd (40.) machte die Partie noch einmal spannend.

Kroatien - Belgien 0:0

Im vermeintlichen Gruppen-Gipfel stemmten sich die Belgier erst nach der Pause so richtig gegen das drohende Aus, ließen aber selbst beste Chancen ungenutzt. Am Ende brachten die Kroaten das Remis mit viel Glück über die Zeit, das ihnen zum Einzug ins Achtelfinale genügte. 2018 war das Modric-Team erst im Endspiel von Frankreich gestoppt worden.

tkr DPA

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