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Olympische Spiele in Tokio Peinlicher Fauxpas: IOC-Präsident Bach bezeichnet Japaner als Chinesen

IOC-Präsident Thomas Bach (l.) bei einem Treffen in Tokio mit Olympia-Organisatoren
IOC-Präsident Thomas Bach (l.) bei einem Treffen in Tokio mit Olympia-Organisatoren
© Takashi Aoyama / POOL / AFP
Peinlicher Versprecher vom Präsidenten des Olympischen Komitees, Thomas Bach: Bei einer Pressekonferenz nannte er Japaner "Chinesen". Trotz einer schnellen Korrektur sorgte sein Fauxpas für Ärger in sozialen Medien.

Noch gut eine Woche, bis die Olympischen Sommerspiele in Tokio beginnen. Doch wegen der in Japan und der Hauptstadt steigenden Corona-Zahlen herrschen Sorge und Kritik. Der Präsident des Internationalen Olympische Komitees (IOC), Thomas Bach, wollte daher bei seinem ersten Auftritt nach seiner Ankunft in Japan am Donnerstag beruhigen. Die Spiele würden kein Super-Spreader-Event werden.

"Sie haben es geschafft, Tokio zur am besten vorbereiteten Stadt für die Olympischen Spiele zu machen. Dies ist unter den schwierigen Umständen, denen wir uns alle stellen müssen, noch bemerkenswerter", sagte Bach laut Nachrichtenagentur AP. "Das japanische Volk kann auf all die Bemühungen vertrauen, die wir unternehmen, um diese Spiele mit all den intensiven und strengsten Covid-Gegenmaßnahmen für sie sicher zu machen", fügte er hinzu.

Versprecher Bachs sorgt für Ärger in sozialen Medien

Dann trat der IOC-Präsident allerdings ins Fettnäpfchen. "Unser gemeinsames Ziel sind sichere Spiele für alle; für die Athleten, für alle Delegationen und vor allem auch für die Chinesen…  Japaner", sagte Bach, der seinen Fehler schnell erkannte und sich korrigierte. Bach beendete seine Rede mit einem japanischen Satz "Gambari mashou", was übersetzt so viel bedeutet wie "Lasst uns unser Bestes tun". Die Rede Bachs im Original-Ton können Sie in diesem Video sehen: 

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Bachs Rede wurde vom Englischen ins Japanische übersetzt – sein Versprecher allerdings nicht, wie AP weiter berichtet. Dennoch berichteten japanische Medien über den Fauxpas, was zu teils heftigen Reaktionen in sozialen Medien führte, wie die "Japan Times" berichtet. Peking soll im Februar die Olympischen Winterspiele ausrichten.

Die Organisatoren der Spiele werden dafür kritisiert, dass die Olympiade trotz der Corona-Pandemie abgehalten wird, Umfragen zeigen, dass – je nach Formulierung der Frage – 50 bis 80 Prozent der Japaner:innen die Olympischen Spiele ablehnen. Die Spiele sollen am 23. Juli eröffnet werden. Viele Japaner fürchten, dass es ein Superspreader-Event wird.

Steigende Corona-Zahlen in Tokio – Mehrheit lehnt Spiele ab

Wenige Tage vor Beginn der Olympischen Spiele in Tokio ist die Zahl der Neuinfektionen wieder auf mehr als 1000 Fälle gestiegen. Am Mittwoch registrierte die Hauptstadt 1149 Neuinfektionen binnen eines Tages, wie örtliche Medien meldeten. Damit liegt diese Zahl erstmals seit rund zwei Monaten wieder über der Marke von 1000 Fällen, obwohl seit Beginn dieser Woche der inzwischen vierte Notstand in Tokio herrscht.

Bei den mehr als 8000 in der ersten Juli-Hälfte zu Olympia in Tokio gereisten Ausländern sind nach Angaben des IOC zudem drei Coronafälle bei der Ankunft in Japan festgestellt worden. Die Betroffenen seien umgehend isoliert worden, auch enge Kontakte mussten sich Quarantäne-Maßnahmen unterziehen, teilte das Internationale Olympische Komitee am Mittwoch mit.

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Hiroshima-Besuch von Bach sorgt für Protest

Für weiteren Protest sorgte das Vorhaben Bachs, die Stadt Hiroshima zu besuchen. Bach werde anlässlich des Olympischen Friedens an diesem Freitag nach Hiroshima fahren und an der Gedenkstätte im Friedenspark einen Kranz niederlegen, teilten die Olympia-Organisatoren am Mittwoch mit.

Hiroshima war zum Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 von einer amerikanischen Atombombe zerstört worden. Eine Bürgergruppe hatte Bach vorgeworfen, Hiroshimas Rolle als Botschafter des Weltfriedens zu missbrauchen und die Regierung zur Absage des Besuchs aufgefordert.

Eine Online-Petition gegen Bachs Besuch wurde bis Mittwoch von mehr als 50.000 Menschen unterzeichnet. Ungeachtet dessen teilten die Olympia-Organisatoren mit, der IOC-Chef werde im Friedenspark auch das Museum, das die Auswirkungen des Atomwaffeneinsatzes dokumentiert, besuchen. Er wird von Japans Organisationschefin Seiko Hashimoto begleitet. Zeitgleich reise der Chef der Koordinierungskommission des IOC, John Coates, nach Nagasaki und werde das dortige Atombombenmuseum und die Friedens-Gedächtnishalle besuchen, hieß es.

Weitere Quelle: Nachrichtenagentur DPA

rw

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