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Champions League Finale 2021 "Es ist einfacher, dem Meister zu applaudieren, als ihn zu kopieren"

Chelseas Mannschaftskapitän Cesar Azpilicueta stemmt die Trophäe am Ende des Champions-League-Finalspiels
Pep Guardiola von Manchester City kommt in der Nachberichterstattung besonders in England nicht so gut davon
© Pierre Philippe Marcou / AFP / AP / DPA
Der FC Chelsea hat das Finale der Champions League in Porto gegen Manchester City für sich entschieden. Die internationale Presse lobt nicht nur Torschütze Kai Havertz, sondern vor allem Trainer Thomas Tuchel.

England

"Guardian": "Als Thomas Tuchel Ende Januar den Job erhielt, Chelsea wiederzubeleben, wollte er sie über einen Top-Vier-Platz zurück in die Champions League führen. Die Vorstellung, dass er das Ding tatsächlich erst zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte gewinnen könnte, war lächerlich. Nicht mehr. In einer Nacht voller Ruhm für ihn und sein Team setzte der Manager die letzten Pinselstriche auf sein Meisterwerk der Renaissance ein, manövrierte seinen Freund und Rivalen Pep Guardiola aus und sah zu, wie Kai Havertz kurz vor der Pause das entscheidende Tor erzielte. Chelsea verteidigte wie die Teufel, (...) aber dies war ein perfekt ausbalancierter Triumph, der auf einem strukturierten Angriffsansatz beruhte, die richtigen Momente zum Umschalten auswählte und von der Geschmeidigkeit von Havertz' Technik ausgeleuchtet wurde."

"Times": "Rücksichtslosigkeit wird belohnt: Roman Abramowitschs Politik des Hin und Her funktioniert erneut für Chelsea. (...) Nun da er (Tuchel) Abramowitsch sogar getroffen hat, kann er sich auf solche Genüsse wie ein Transferfenster freuen und vielleicht einen etwas längeren Vertrag. Aber er ist clever genug (...), um zu wissen, dass er das Hier und Jetzt einfach genießen sollte, solange es geht."

"Sunday Telegraph": "Kai Havertz krönt Chelsea zum König Europas und zerstört Man Citys Champions-League-Träume."

"The Sun": "Nach einer taktischen Meisterleistung von Trainer Thomas Tuchel in Portugal vergangene Nacht stemmt das Team aus Westlondon den Champions-League-Pokal zum zweiten Mal in die Höhe."

"Sky Sports": "Der Guardiola-Weg funktioniert immer noch, seine Überlegungen bringen immer noch den besten Fußball hervor und er hat die Titel, um dies zu beweisen. Aber seit einem Jahrzehnt weigern sich die größten Spiele, sich seinem Willen zu beugen. Der vermeintliche Überdenker hat jetzt einen Sommer, um darauf herumzukauen."

Italien

"Corriere dello Sport": "Chelsea Champion in Europa! Havertz bringt City zum Weinen, ein Flop von Guardiola."

"Gazzetta dello Sport": "Die Champions League spricht weiter Deutsch: Nach Jürgen Klopp 2019 mit Liverpool und Hansi Flick 2020 mit Bayern München, ist es dieses Mal Thomas Tuchel mit Chelsea. (...) Schon bevor Tuchel den Pokal an diesem Abend in Porto hochhob, hatten die Deutschen ein Zeichen hinterlassen. Zum ersten Mal in der Geschichte der Champions League haben tatsächlich vier Trainer aus demselben Land das Viertelfinale derselben Saison erreicht: Edin Terzic (Dortmund), Jürgen Klopp (Liverpool), Thomas Tuchel (Chelsea) und Hansi Flick (Bayern München). Tuchel hat Klopp "nachgemacht", indem er seine erste Champions League gewann, ein Jahr nachdem er ein Finale verloren hatte."

"Tuttosport": "Havertz haut Manchester City um, die Champions League gehört Chelsea."

Champions League Finale 2021: "Es ist einfacher, dem Meister zu applaudieren, als ihn zu kopieren"

Spanien

"El País": "In Porto standen sich zwei Strategien gegenüber. Abwehr gegen Angriff, Disziplin gegen Kreativität, Druck gegen Passspiel. Die Verteidigung hat gewonnen. Tuchel hat gewonnen, der sich als Bewunderer Guardiolas bezeichnete und im Laufe der Jahre zu seinem Gegenbild wurde. Es ist einfacher, dem Meister zu applaudieren, als ihn zu kopieren. Ein weiterer Erfolg für die Deutsche Schule. Drei in Folge haben Ruhm erlangt: Jürgen Klopp, Hansi Flick und Thomas Tuchel.

"Marca": "Die kometenhafte Verwandlung von Tuchels Chelsea, dem besten Team Europas. Heute ist Chelsea zum zweiten Mal in seiner Geschichte Europas Champions, ein Pokal, der in den Himmel von Porto erhoben wurde und der es als derzeit beste kontinentale Fußballmannschaft bestätigt. Nicht immer gewinnt der Beste, aber diesmal gibt es keine Diskussion. Tuchel hat aus einer strauchelnden Mannschaft einen Meister gemacht."

Frankreich

"France Info": "In sechs Monaten hat der Deutsche eine Mannschaft, der es an Selbstvertrauen fehlte, in eine der stärksten Englands verwandelt, die jetzt über den Kontinent regiert. Tuchel zeigte all das, was man von ihm bei seiner Ernennung im Jahr 2018 zum Trainer des französischen FußballClubs PSG erwartet hatte: Intensität, hohe Dringlichkeit, die Fähigkeit, trotz der Fehler einiger Spieler schnell zu antizipieren: Das Chelsea von Tuchel sieht aus wie Tuchel. Im Vergleich dazu schien PSG nie zu ihm zu passen."

"Ouest France": "Thomas Tuchel ist der Champion von Europa mit Chelsea! Nach einem verlorenen Finale im vergangenen Jahr an der Spitze der PSG hat sich der deutsche Taktiker am Freitag gerächt. Mit den Blues von Chelsea hat der deutsche Trainer erreicht, was er mit PSG nicht geschafft hat: den Henkelpott."

"L’Equipe": "Dieses Finale der Champions League war aufregend, spannend, ungewiss – es war alles, wovon wir geträumt haben. Chelsea hat das Finale nicht gestohlen, sondern wegen seines klaren Spielplans, seines hervorragenden Tors und seines kollektiven Gefühls, das die Mannschaft nicht verlassen hat, gewonnen. Thomas Tuchel wurde im Mai Champion, weil PSG ihn im Dezember rausgeschmissen hatte. Es ist eine persönliche Krönung, denn der Deutsche hat Chelsea völlig verwandelt."

"France Football": "Kai Havertz war seit seiner Ankunft in London im letzten Sommer nicht immer überzeugend und konnte sich keine bessere Nacht aussuchen, um sich in seinem besten Licht zu zeigen. Der junge Deutsche war schwer fassbar, leicht und fair in allem, was er unternahm, er glänzte und spaltete die Verteidigung von Manchester."

Russland

"Sport Express": "Tuchel ist nun in den Rang eines Elite-Trainers aufgestiegen. Bis vor kurzem galt der Deutsche noch einfach als jung und vielversprechend, doch jetzt ist er selbst Guardiola überlegen und zerschlägt dessen Traum."

Polen

"Gazeta Wyborcza": "Dies ist vermutlich das sensationellste Ergebnis eines Finales in der Champions League seit 2012. Auch damals triumphierte Chelsea – ein Club, der von Roman Abramowitsch finanziert wird (...) Den russischen Geschäftsmann kümmerte die Corona-Rezession wenig. Vor dem Saisonstart gab er mehr als eine Viertelmilliarde Euro für neue Spieler aus, mehr als irgendwer sonst auf der Welt. Einer der Neuerwerbungen, Kai Havertz, schoss am Samstagabend in Porto das entscheidende Tor. (Manchester City) litt wegen Thomas Tuchel. Ein Trainer, der jeden Tag mit 20 Minuten Meditation beginnt, geradezu manisch den Charakter der Fußballer sowie das eigene Verhalten analysiert und Pep Guardiola seit langem verehrt. Der Deutsche entwickelte sich und entwickelte sich, führte schon Paris Saint-Germain bis ins Finale der Champions League, und nun ist er für sein Idol zur Nemesis geworden."

Kroatien

"Sportske novosti": "Was wird Guardiola tun? Mit der "Überraschung" hat er total danebengegriffen, und Tuchel hat gezeigt, dass er ein Trainerwunder ist. Seit er auf der Trainerbank von Chelsea sitzt, hat der deutsche Betreuer eine wundersame Wandlung durchgemacht."

Ungarn

"Nemzeti Sport": "Die beiden englischen Top-Mannschaften lieferten sich ein spannendes Duell, für den Sieg reichte ein Blitzschlag: Kurz vor der Pause erzielte Kai Havertz bei einem schnellen Gegenangriff das alles entscheidende Tor. Nach 2012 vermochte sich Chelsea den zweiten Champions-League-Titel in seiner Geschichte zu holen – Co-Trainer Zsolt Löw ist wiederum der achte Ungar, der die bedeutendste Trophäe des europäischen Club-Fußballs gewann."

yks / dpa

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