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Lauftrend aus Japan Laufen im Trippelschritt: Wie gesund ist Slow Jogging?

Was ist Slow Jogging?
Beim Slow Jogging läuft man so langsam, dass man nicht außer Atem kommt und sich ohne Probleme unterhalten kann.
© Anastasiia Shavshyna / Getty Images
Seit mehreren Jahrzehnten forscht der japanische Sportphysiologe Prof. Hiroaki Tanaka zu den gesundheitlichen Vorteilen des langsamen Laufens. In Deutschland ist das "Slow Jogging" noch recht unbekannt, aber die Einstiegsschwelle ist gering. 

Wer es beim Laufen lieber ruhig angehen lässt, ist nicht mehr einfach nur langsam, er ist ein "Slow Jogger". Ein Lauftrend aus Japan findet allmählich auch hier seine Fans und soll die besten Eigenschaften des Joggings vereinen, dabei allerdings noch gesünder sein. 

Was ist Slow Jogging?

Beim Slow Jogging läuft man bewusst langsam und macht viele, kleine Schritte – etwa 45 in 15 Sekunden. Anders als bei der üblichen Jogging-Bewegung, werden die Füße nicht zuerst mit der Fußspitze oder den Fersen aufgesetzt, sondern mit dem breiten Mittelfuß. Das Ganze sieht ein wenig ungewohnt aus, soll aber die Gelenke schonen und gesünder sein, als das Laufen im höheren Tempo.

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Die International Slow Jogging Association zeigt in einem Video mit Erfinder Prof. Hiroaki Tanaka, wie der Laufstil funktioniert.

Der japanische Sportphysiologe Prof. Hiroaki Tanaka hat das Slow Jogging entwickelt und über viele Jahre erforscht. Slow Jogging, erklärt Tanaka auf der offiziellen Website der Sportart, sei wie ein Spaziergang, bei dem man lachen und sich unterhalten kann. Die internationale Slow Jogging Association nennt das "niko niko pace" – "niko niko" bedeutet im Japanischen "Lächeln", "pace" ist das englische Wort für "Geschwindkeit".

Wer langsam läuft, lebt länger

Mit zahlreichen Studien belegt Tanaka die gesundheitlichen Vorteile des Slow Joggings. Untersuchungen an älteren Bluthochdruck-Patienten, die bereits blutdrucksenkende Medikamente einnahmen, zeigten, dass mit Slow Jogging im Schnitt bessere Werte erreicht wurden, als mit Medikamenten. Dafür liefen die Probanden drei Stunden pro Woche.

In einer Kontroll-Studie konnten japanische Forscher außerdem nachweisen, dass 20- bis 30-jährige Probanden, die drei Monate lang drei mal pro Woche 30 Minuten Slow Jogging betrieben, die Hirnleistung ihres Frontallappens um mehr als 40 Prozent steigerten. Dabei sollen sich Denkleistung, Gedächtnis und Planungsfähigkeit der Probanden verbessert haben. 

Aber das Loblied der Wissenschaftler geht noch weiter: In einer neueren Meta-Analysen wurden verschiedene Studien zu Läufern mit Blick auf deren Lauf-Geschwindigkeit und Trainings-Aufwand analysiert. Dabei kommen sie zu dem Ergebnis, dass langsame Jogger unter den Läufern die höchste Lebenserwartung haben.

Slow Jogging ist leicht zugänglich

"Der einzige Nachteil, den ich dabei sehe, ist, dass man keinen Grund mehr hat, nicht laufen zu gehen", sagt die Slow-Jogging-Trainerin Özlem Özkan gegenüber dem Norddeutschen Rundfunk (NDR). Die Szene des Lauftrends, der schon seit den 90er Jahren in den USA ausgeübt und erforscht wird, ist überzeugt. Und das Überzeugen fällt erstmal recht leicht, denn der Einstieg ins langsame Laufen ist einfach. "Slow Jogging eignet sich für alle Menschen, die auch gehen können", heißt auf der Seite der deutschen Slow Jogging Community. Besonders für diejenigen, die sich als unsportlich bezeichnen oder die eine Abneigung gegen schnelles Laufen oder Jogging haben, sei Slow Jogging eine gute Alternative.

Was dabei schnell unterschätzt wird: Auch langsames Laufen verbrennt Kalorien und macht den Körper fit. Bei gleicher Distanz soll Slow Jogging doppelt so viele Kalorien verbrennen wie Walking und genau so viele wie schnelleres Laufen – es dauert eben nur ein bisschen länger, bis man am Ziel ist.

Quellen: Slow Jogging Association, Slow Jogging Germany, Slow Jogging – A multi-dimensional approach to physical activity in the health conventionU.S. Department of Health and Human Services, NDR Outdoorspiele 6.45

Sehen Sie im Video: Sobald es wärmer wird, zieht es wieder viele Leute nach draußen. Outdoor-Spiele wie Spikeball, auch bekannt als Roundnet, liegen derzeit im Trend. Wie funktioniert das Spiel und welche weiteren Aktivitäten bieten sich an?

sve

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