HOME

Handball: Die Champions League Vorschau

Die neue Saison der Handball Champions League steht vor der Tür. Wir haben uns die Gruppen angeschaut und geben eine Prognose ab, welche Teams ins Achtelfinale einziehen werden und wer die Favoriten auf den Titel sind.

Wer wird Nachfolger des FC Barcelona oder können die Katalanen ihren Titel in der Champions League verteidigen? Wir stellen Ihnen die diesjährigen Teilnehmer in der Handball-Königsklasse vor.

Gruppe A: FC Barcelona, Croatia Zagreb, Kadetten Schaffhausen, Chambery Savoie, Bosna Sarajevo und IK Sävehof

FC Barcelona
Ganz klarer Favorit in dieser Gruppe ist der FC Barcelona, der in dieser Saison mit dem Sponsorenzusatz Intersport antritt. Mit Iker Romero (Füchse Berlin) hat nur ein Spieler die Blaugrana verlassen, dafür sind mit  Viran Morros (Ciudad Real/Atlético Madrid) and Mikel Aguirrezabalaga (Ademar León) zwei spanische Nationalspieler dazugekommen. Mit dem eingespielten Team ist Barcelona klarer Favorit auf den Gruppensieg und ein heißer Kandidat auf den achten Gesamtsieg.

Croatia Zagreb
Zum 19. Mal wird die Handball Champions League ausgetragen, nur einmal war Croatia Zagreb nicht dabei. Nachdem man 1992 und 93 den Landesmeistercup gewinnen konnte, folgten in den 90er Jahren noch vier weitere Finalteilnahmen, doch jeweils scheiterte man am übermächtigen FC Barcelona. Da diese Erfolge bereits einige Zeit zurückliegen, plant man in Zagreb nun anhand eines Fünf-Jahres-Plans den Neuaufbau, an dessen Ende die Teilnahme am Final Four stehen soll. Superstar Ivano Balic führt die junge talentierte Mannschaft an, die sich mit Josip Valcic vom VfL Gummersbach noch einiges an Erfahrung ins Boot holte. Alleine die Heimstärke sollte schon ein Garant für den Achtelfinaleinzug sein.
 
Kadetten Schaffhausen
Die neu gebaute BBC Arena soll für die Kadetten Schaffhausen zu einer Festung werden, mit deren Hilfe wie im Vorjahr das Achtelfinale erreicht werden soll. Aber Schaffhausen verlor drei wichtige Schlüsselspieler: Keeper Björgvin Gustavsson ging zum SC Magdeburg und der estnische Topscorer Mait Patrail zum TBV Lemgo. Zudem verließ der Tscheche Jan Filip die Schweizer und ging nach St. Gallen. Neben einigen Schweizern und Österreichern könnte auch der junge deutsche Rechtsaußen Christian Dissinger von der TSG Friesenheim verpflichtet werden, der beim WM-Gewinn der deutschen Junioren 2011 zum wertvollsten Spieler des Turniers ausgezeichnet wurde. Trotzdem dürfte es für Schaffhausen schwer werden, das Achtelfinale zu erreichen. Es wird auf einen Zweikampf mit Sarajevo hinauslaufen, wer den vierten Gruppenplatz erreicht.

Chambery Savoie
Zum siebten Mal ist der französische Vizemeister Chambery Savoie in der Champions League dabei. Trainer Phillippe Gardent, der seit 15 Jahren in Chambery auf der Bank sitzt, kann dieses Jahr annähernd auf das gleiche Team vertrauen, das vergangene Saison die "Todesgruppe" mit Barcelona, Kiel, Rhein Neckar Löwen und Kielce überstand und ins Achtelfinale einzog. Nur Rückraumspieler Guillaume Saurina verließ den Club Richtung Nimes. Dafür wurden wieder ausschließlich junge französische Spieler verpflichtet und mit Bertrand Roine kehrt ein Nationalspieler nach langer Verletzungspause wieder ins Team zurück. Damit sollte das Achtelfinale machbar sein.

Bosna Sarajevo
Dank der Achtelfinal-Teilnahme im Vorjahr war der bosnische Meister Bosna Sarajevo auch in dieser Saison wieder direkt für die Champions League qualifiziert. "Die Studenten" mussten den Abgang von drei Spielern, darunter Schlüsselspieler Petar Kapisoda, verkraften. Dafür kamen sechs Neue ins Team von Trainer Irfan Smajlagic, das vergangene Saison sämtliche Punkte in eigener Halle holte. Smajlagic selbst trat nach der erfolgreichen vergangenen Saison zurück, konnte aber vom Club nach einigen Verhandlungen zur Rückkehr überredet werden.

IK Sävehof
Nach nur drei Punkten aus zehn Gruppenspielen vergangene Saison soll es für die Schweden von IK Sävehof, die sich in der Qualifikation durchsetzten, dieses Jahr besser laufen. Aber dies muss ohne ihren Topscorer Jonathan Stenbäcken geschehen, den es zu den Füchsen Berlin zog. Dafür kam mit Fredrik Larsson ein erfahrener Spieler nach Sävehof, der bereits in der Qualifikation seine Klasse zeigen konnte. Alen Kulenovic kam aus Bosnien und Torwart Jesper Parker (Kärra) ist der erste Brite, der in der Handball Champions League antritt. Zudem wurden noch die beiden Nachwuchsspieler Gabriel de Santis und Joel Forsberg aus der Nachwuchsakademie ins Team berufen. Aber ob dies genügt, um die K.o.-Runde zu erreichen, muss doch stark bezweifelt werden.

Gruppe B: Medvedi Chekhov, MKB Veszprém, Atlético Madrid, Füchse Berlin, Bjerringbro-Silkeborg, Vive Targi Kielce

Medvedi Chekhov
Seit zwölf Jahren ist Medvedi Chekhov Serienteilnehmer in der Champions League. 2010 ging es bis ins Final Four, vergangene Saison war im Viertelfinale gegen Hamburg Endstation. Dieses Jahr kann Chekhov mit einem eingespielten Team antreten. Lediglich Abwehrspezialist Alexey Kamanin verließ den Club Richtung Zaporozhe in der Ukraine. Dafür kann Trainerlegende Vladimir Maximov auf zwei neue Spieler bauen: Linksaußen Eduard Koksharov - einer der letzten Vertreter der goldenen russischen Generation - kam von RK Celje und Dmitri Erochin von Kaistik Volgograd. Das Ziel für Chekhov heißt erst einmal Achtelfinale, aber bereits das könnte schwer zu erreichen sein in der schweren Gruppe B.

MKB Veszprém
MKB Veszprém hat sich das Viertelfinale als Ziel vorgenommen. Vergangene Saison war bereits das Achtelfinale Endstation, ein Jahr zuvor das Viertelfinale. Beide Male kam das Aus gegen den FC Barcelona. Torwart-Legende Dejan Peric verließ den Club und kehrte nach Slowenien zurück. Aber mit dem kroatischen Nationalkeeper Mirko Alilovic als Neuzugang und Nandor Fazekas hat Veszprém weiterhin ein starkes Duo zwischen den Pfosten. Mit Ference Ilyes vom TBV Lemgo hat Trainer Lajoc Moscai eine weitere Verstärkung im Team. Es wird aber die letzte Saison für den Serben Marco Vujin, der ab 2012 für den THW Kiel spielt. Das Saisonziel Viertelfinale ist angesichts der schweren Gruppe ein hochgestecktes Ziel, sollte aber machbar sein.

Atlético Madrid
Raider heißt jetzt Twix und Ciudad Real geht nun unter dem Namen Atlético Madrid ins Rennen um Handball-Trophäen. Dass der neue Name das Team eher noch beflügelt, zeigte der spanische Supercup, wo der FC Barcelona nach allen Regeln der Kunst auseinandergenommen wurde. In dieser Form gehört Atlético zu den ganz großen Favoriten auf den Gewinn der Champions League und auf den Gruppensieg sowieso. Als einzige Mannschaft der Gruppe B sollten die Spanier mit dem Erreichen des Achtelfinales keine Probleme haben. Im Team hat sich nur wenig verändert. Abwehrspezialist Viran Morros schloss sich dem FC Barcelona an. Dafür durfte Trainer Talant Dujshebaev zwei neue Spieler begrüßen: Edu Fernández von Rayas Valladolid und Nikolaj Markussen von Nodsjaelland Handbold aus Dänemark.

Füchse Berlin
Als totaler Newcomer gehen die Füchse Berlin in der Champions League an den Start. Nur vier Jahre nach dem Bundesliga-Aufstieg spielen die Füchse bereits unter den ganz großen Teams mit. Um in der Königsklasse bestehen zu können, fanden einige namhafte Spieler ihren Weg an die Spree. Der größte unter ihnen ist sicherlich Iker Romero, der vom Champion aus Barcelona kam. Außerdem neu: Jonathan Stenbäcken von Sävehof und der Russe Evgeni Pevnov von TSG Friesenheim. Auch wenn die Berliner international Nobodys sind, sollte es gelingen, das Achtelfinale zu erreichen.

Bjerringbro-Silkeborg
Ebenfalls zum ersten Mal dabei sind die Dänen von Bjerringbro-Silkeborg. Spiele vor großer Kulisse sind dem dänischen Vizemeister nicht unbekannt, stellte man im Meisterschafts-Finale gegen AG Kopenhagen im Rückspiel im Parken Stadion doch mit 36.000 Zuschauern einen neuen Weltrekord für ein Handball-Spiel auf. Das Ziel Achtelfinale wird mit einigen neuen Spielern wie Kreisläufer Robert Arrhenius angegangen, doch der schwedische Internationale verletzte sich in der Vorbereitung an der Schulter und wird die ersten Spiele ausfallen. Aus Nantes kam Audrey Tuzolana, aber ob dies genügt, um die Mannschaft um den Ex-Flensburger Kasper Nielsen und Torwart-Talent Niklas Landin in die K.o.-Runde zu führen, muss doch stark bezweifelt werden.

Vive Targi Kielce
Nachdem man das polnische Meisterfinale überraschend gegen Wisla Plock verloren hatte, fand sich Vive Targi Kielce auf einmal in der Qualifikation wieder, konnte sich dort aber mit dem Heimvorteil im Rücken gegen Valladolid und die Rhein Neckar Löwen durchsetzen. Vergangene Saison verpassten die mit großen Ambitionen gestarteten Polen in der Hammergruppe mit Kiel, Barcelona, Chambery, den Rhein Neckar Löwen und Celje das Achtelfinale. Dieses Jahr müssen sie nun erneut in der vermeintlich stärksten Gruppe antreten, können aber einige namhafte Neuzugänge einbringen, um dieses Ziel zu erreichen. Von den Rhein Neckar Löwen kamen Torwart Slawomir Szmal und Spielmacher Grzegorz Tkaczyk. Von TuS Nettelstedt-Lübbecke wechselte der Isländer Thorir Olafsson nach Kielce und schließlich kam der kroatische Nationalspieler Denis Buntic von Ademar Leon aus Spanien. Dessen Landsmann Mirza Dzomba beendete seine Karriere und Henrik Knudsen ging zu Bundesliga-Aufsteiger Bergischer HC. Nach der Enttäuschung im vergangenen Jahr sollte es für Kielce dieses Jahr für das Achtelfinale reichen.

Gruppe C: HSV Hamburg, Cimos Koper, HCM Konstanta, St. Petersburg, Wisla Plock, HC Metalurg

HSV Hamburg
Die neue Bundesliga-Saison begann für den HSV enttäuschend. Nach zwei Niederlagen bei den Füchsen Berlin und den Rhein Neckar Löwen scheint der Meisterschafts-Zug für die Hanseaten bereits abgefahren. Per Carlén kann die großen Fußstapfen, die Vorgänger Martin Schwalb hinterlassen hat, noch nicht ausfüllen. Auch die weiteren Spiele ließen bisher noch nicht erahnen, dass der HSV auch dieses Jahr auf europäischer Ebene ein Spitzenteam ist und erneut das Final Four erreichen kann. Zum Glück meinte es die Losfee gut mit den Hamburgern und die Vorrundengruppe C sollte kein allzu großes Problem für den deutschen Meister werden. Alles andere als der Gruppensieg wäre eine Enttäuschung. Neben Trainer Carlén sind sein Sohn Oscar, der nach einem zweiten Kreuzbandriss sechs Monate ausfallen wird, und Torwart Dan Beutler neu im Team. Da sich mit Marcin Lijewski auch der zweite Linkshänder im Rückraum verletzte, wurde man in Hamburg auf dem Transfermarkt kurzfristig noch einmal aktiv und verpflichtete Renato Vugrinec für den rechten Rückraum.

Cimos Koper
Zum zweiten Mal in der Champions League dabei ist Cimos Koper, die gerade aus der besten Saison der Vereinsgeschichte kommen: Nicht weniger als drei neue Pokale wanderten in den Trophäenschrank: Challenge Cup, slowenischer Meistertitel und Pokal. Um zum ersten Mal die Gruppenphase der Champions League zu überstehen, wurden vier neue Spieler geholt. Darunter Keeper Gorazd Skof (Zagreb), der den nach Skopje abgewanderten Darko Stanic ersetzt. Hinter dem HSV ist in der Gruppe C eigentlich alles möglich und auch Koper wird ein gehöriges Wörtchen um die ersten vier Plätze mitreden können.

HCM Constanta
Vergangene Saison verpasste HCM Constanta nach einem langen Kampf mit St. Petersburg und Sarajevo nur knapp den Einzug ins Achtelfinale. Dieses Jahr soll es nun aber mit der K.o.-Runde klappen. Drei Neuzugänge kamen, darunter Rumäniens Top-Star Valentin Ghionea. Drei Spieler verließen auch den Club. Timuzsin Schuch wechselte nach Veszprem und Daniel Muresan ging zu Sporting Lissabon. Der zweite oder dritte Platz in der Gruppe wird angestrebt, aber das Team geht mit dem Nachteil in den Wettbewerb, seine Heimspiele nicht in Constanta, sondern in der größeren Halle in Buzazu auszutragen. Auch dieses Jahr wird es schwer mit dem Achtelfinale.

St. Petersburg
Ein Punkt fehlte dem jungen Team aus St. Petersburg vergangene Saison, um das Achtelfinale zu erreichen. Dieses Jahr soll alles besser werden, glaubt auch Coach Dimitri Torgovanov, der sich besonders auf die Duelle mit dem HSV freut, für den er einige Jahre als Kreisläufer aktiv war. Sein Team konnte der russische Vizemeister weitgehend zusammenhalten. Neuzugänge sind Only Gennadiy Komok (ZTR Zaporozhe) und Nikita Samarskiy (Kaustik Volgograd). Mit der im vergangenen Jahr gewonnenen Erfahrung könnte es diese Saison mit dem Achtelfinal-Einzug klappen, aber weiter wird es auf keinen Fall gehen.

Wisla Plock
Bereits zum siebten Mal geht Wisla Plock in der Champions League an den Start, einmal erreichte das Team dabei das Achtelfinale - vor 15 Jahren. Mit Nikola Eklemovic (Veszprem) und dem polnischen Nationalspieler Michal Kubisztal (Füchse Berlin) wurden zwei erfahrene Leute für die Königsklasse geholt. Antreten wird der polnische Meister in der neuen Orlen Arena, die 5500 Zuschauer fasst. Die Konkurrenz in der Gruppe kann zwar in der jüngeren Vergangenheit auf mehr Erfahrung in der Champions League zurückblicken, doch Plock gelang mit den Finalsiegen in der polnischen Meisterschaft über Kielce eine der größten Überraschungen im europäischen Handball diese Saison, und das Team kann auch in der Champions League für Furore sorgen. Das Achtelfinale sollte drin sein.

Metalurg Skopje
Die Bilanz von Trainer Lino Cervar, seitdem er Trainer vom mazedonischen Meister Metalurg Skopje ist, ist beeindruckend: 68 Siege, 1 Remis und 1 Niederlage. Aber diese Serie fand ausschließlich auf nationaler Ebene statt. Der Einzug in die Champions League ist Neuland für Cervar, der als Spieler mit der kroatischen Nationalmannschaft beinahe alles gewann, was es zu gewinnen gab. In der Qualifikation setzte sich Metalurg gegen den israelischen und norwegischen Meister durch. Von Gruppenkonkurrent Koper kam die neue Nummer 1 im Tor Darko Stanic. Der frühere Veszprem-Spieler Zarko Markovic kam aus Saudi Arabien und aus der Bundesliga von Frisch Auf Göppingen stieß Defensivspezialist Miladin Kozlina zum Team hinzu. Das Erreichen des Achtelfinales wird für die Mazedonier aber wohl ein Traum bleiben müssen.

Gruppe D: Montpellier, AG Kopenhagen, THW Kiel, Ademar Leon, Pick Szeged, Partizan Belgrad.

Montpellier
Die Gruppenphase soll für Montpellier nur eine Durchgangsstation auf dem Weg zum Final Four in Köln sein. Zweimal scheiterte der französische Meister zuletzt im Viertelfinale an Medvedi Chekhov und den Rhein Neckar Löwen. Rückraumspieler Adrien Di Panda (Ademar León) und David Juricek (Saint-Raphael) verließen den Club. Zwei Slowenen wurden geholt: Keeper Primosz Prost soll den lang verletzten Michael Robin ersetzen und Dragan Gajic wurde für die Tempogegenstöße verpflichtet. Zudem kehrt Abwehrrecke Wissem Hmam nach langer Verletzung wieder zurück ins Team. Linksaußen Michael Guigou wird hingegen die ersten Wochen der neuen Saison verletzt ausfallen. Montpellier sollte in der Gruppe D ohne Mühe das Achtelfinale erreichen.

AG Kopenhagen
In seinem ersten Jahr in der obersten dänischen Spielklasse wurde der von Millionär Jesper Nielsen unterstütze AG Kopenhagen sogleich dänischer Meister und Pokalsieger. Nun folgt also die erste Saison in der Champions League, deren Gewinn sich Nielsen zum Ziel gesetzt hat -  wenn auch nicht gleich im ersten Jahr. Um dieses Ziel irgendwann zu erreichen, wurde - nicht nur vor dieser Saison - massiv in neue Spieler investiert. Von den Rhein Neckar Löwen, nun nur noch Nielsens Zweitclub, kamen die beiden Isländer Olafur Stefansson und Gudjon Valur Sigurdsson, wobei Stefansson nach einer Knie-Operation bis Ende Okotber ausfallen wird. Einzelne Spiele will AGK im Parken Fußball-Stadion austragen, wo im Finale der dänischen Meisterschaft mit 36.000 Zuschauern ein Weltrekord für ein Handball-Spiel aufgestellt wurde. Nicht weniger als drei Trainer sind für das Team zuständig und sollen dafür sorgen, dass die Gruppenphase ohne Probleme überstanden wird, was auch gelingen sollte.

THW Kiel
Nachdem der THW Kiel im Vorjahr das Final Four verpasste, soll dies in diesem Jahr nicht noch einmal geschehen. Zum ersten Mal seit 23 Jahren gab es nicht einen einzigen Wechsel im Kader der Kieler, der -  sollten alle Spieler gesund bleiben - zu den stärksten der gesamten Champions League zählt. Nach einer knallharten Vorbereitung, in der der THW sämtliche 14 Testspiele gewann, zeigten die Zebras auch in der Bundesliga ihre starke Frühform und starteten mit fünf Siegen in Serie und einem Torverhältnis von 165:106 in die Saison. Für den THW gibt es nur ein Ziel: den Champions League-Sieg. Und auf dem Weg dorthin ist das Weiterkommen in der Gruppenphase nur ein kleiner Zwischenschritt, der dem deutschen Rekordmeister auch keine Probleme bereiten wird.

Ademar Leon
Dieses Jahr machte Ademar Leon das Rennen um den dritten Platz der spanischen Liga hinter dem FC Barcelona und Ciudad Real. Damit ist das Team zum insgesamt zehnten Mal dabei. Traditionell setzt Leon auf junge talentierte Spieler und so agierten nicht weniger als sieben Spieler früher für die spanische Junioren-Nationalmannschaft und Ademar-Trainer Isidoro Martinez war früher deren Coach. Von Montpellier verstärkte sich das Team mit dem französischen Abwehrspezialisten Adrien di Panda. Zudem kam mit Rafa Baena der Topscorer der spanischen Liga aus Antequera. Der Brasilianer Felipe Borges kam von Pinheiros, dem Sieger der Pan Amerikanischen Champions League. Allerdings war auch der Aderlass groß, fünf Spieler verließen den Club, darunter der Kroate Dennis Buntic, der nach Kielce ging. Der vierte Platz in der Gruppe sollte auf jeden Fall machbar sein.

Pick Szeged
Im 50. Jahr seiner Clubgeschichte wird es Pick Szeged schwer haben, das Achtelfinale der Champions League zu erreichen. Der ungarische Vizemeister setzt weiterhin auf die Jugend, hat aber das Achtelfinale noch nicht abgeschrieben. Zum Problem auf dem Weg zum vierten Platz in der Gruppe könnte aber der massive Spielerwechsel vor dieser Saison werden: Fünf neue Spieler kamen und nicht weniger als neun verließen den Club. Zudem mussten sich beide Torhüter - Roland Mikler und Péter Tatai - im Sommer einer Operation unterziehen und verpassten die komplette Vorbereitung. Der vierte Rang wird für Szeged wohl ein unerreichbares Ziel bleiben.

Partizan Belgrad
Zum ersten Mal seit 2003 hat es Partizan Belgrad wieder in die Champions League geschafft und das in dem Jahr, bevor die Europameisterschaft in Serbien stattfindet. Dabei ist das Team aber einzigartig in der diesjährigen Königsklasse. Nicht nur haben sie nur Serben in ihrem Kader, sondern auch noch mit dem 30-jährigen Aleksandar Brkovic den jüngsten Coach der gesamten Liga. Partizans einzige Chance liegt darin, dass sie von der Konkurrenz unterschätzt werden, aber selbst dann sollte das Team gegen die Konkurrenz ohne Chance sein, die nächste Runde zu erreichen.

Henning Schulz

sportal.de / sportal

Wissenscommunity