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Tennis Power Ranking - Die zehn besten Spielerinnen der Welt


Selten war es so einfach, bei den Tennis-Damen einen großen Titel zu gewinnen. So verwundert es auch nicht, dass unsere Top Ten wieder gut durchgemischt wurde und es eine neue Siegerin gibt. Zwei deutsche Spielerinnen sind aber auch dabei.

Mit Kim Clijsters, Na Li, Petra Kvitova und Samantha Stosur hat das Jahr 2011 vier verschiedene Grand Slam-Siegerinnen zu bieten. Außer Clijsters gehörte keine zu den absoluten Topfavoriten. Und ein gutes Omen waren die Erfolge auch nicht unbedingt, Clijsters kämpft schon länger mit Verletzungssorgen und sowohl die Chinesin als auch Kvitova konnten ihre Form nicht halten.

Nun ist Stosur in den kommenden Wochen auf dem Prüfstand. In Tokio und Peking stehen zwei gut dotierte Turniere an, Ende Oktober folgt dann die WTA Tour Championship in Istanbul. Möglich sind dort auch deutsche Erfolge, denn Sabine Lisicki verpasste die Top Ten nur knapp und mit Andrea Petkovic und Angelique Kerber sind zwei Spielerinnen vertreten.

Wer zum ersten Mal auf das Power Ranking stößt, dem seien nochmal die Regeln erklärt. In das Ranking fließen Punkte aus der WTA-Weltrangliste der letzten vier Turniere ein, dabei zählt das zuletzt gespielte mit der vollen Punktzahl, die vorherigen zu 80, 60 und 40 Prozent. Diese Punkte werden zusammengezählt und ergeben für den September folgende Top Ten:

10. (neu) Anastasia Pavlyuchenkova (RUS, 20 Jahre, Weltrangliste: 16) / Letzte vier Turniere: Toronto (1. Runde), Cincinnati (1. Runde), New Haven (Viertelfinale), US Open (Viertelfinale) / Power Ranking-Punkte: 598

Mit ihren 20 Jahren gehört Anastasia Pavlyuchenkova zu den talentiertesten Spielerinnen, mit etwas mehr Konstanz wird sie schon bald in den Top Ten auftauchen. Nach den French Open 2011 erreichte sie in New York zum zweiten Mal in ihrer Karriere ein Viertelfinale eines Grand Salm-Turniers, gegen Serena Williams war die Russin dann aber chancenlos. Ein großes Highlight folgt für Pavlyuchenkova noch, Anfang November trifft sie mit Russland im Finale des Fed Cups auf Tschechien.

9. (4.) Victoria Azarenka (BLR, 21 Jahre, Weltrangliste: 5) / Letzte vier Turniere: Wimbledon (Halbfinale), Stanford (2. Runde), Toronto (Halbfinale), US Open (3. Runde) / Power Ranking-Punkte: 837

Im letzten Power Ranking prophezeiten wir schon das frühe Aus von Victoria Azarenka bei den US Open. Wir sollten recht behalten, denn die Auslosung meinte es nicht gut mit der Weißrussin. An Nummer vier gesetzt wartete mit Serena Williams die Topfavoritin schon in der dritten Runde, beim 1:6 und 5:7 war Azarenka dann auch ohne wirkliche Chance. Unter anderen Umständen wäre sie durchaus eine Kandidatin für das Halbfinale gewesen.

8. (2.) Petra Kvitova (CZE, 21 Jahre, Weltrangliste: 6) / Letzte vier Turniere: Wimbledon (Sieg), Toronto (Achtelfinale), Cincinnati (Achtelfinale), US Open (1. Runde) / Power Ranking-Punkte: 980

Vorerst wohl zum letzten Mal ist Petra Kvitova im Power Ranking platziert. Die Tschechin, die überraschend in Wimbledon triumphierte und Vergleiche mit Martina Navratilova oder Jana Novotna nicht scheute, ist völlig aus dem Tritt geraten. Nach zwei deutlichen Niederlagen gegen Andrea Petkovic kam es in New York noch schlimmer, schon die erste Runde bedeutete gegen Alexandra Dulgheru das Aus. Auffällig waren die vielen leichten Fehler Kvitovas, die der Rumänin den Sieg praktisch schenkte.

7. (1.) Maria Sharapova (RUS, 24 Jahre, Weltrangliste: 2) / Letzte vier Turniere: Stanford (Viertelfinale), Toronto (Achtelfinale), Cincinnati (Sieg), US Open (3. Runde) / Power Ranking-Punkte: 1003

Im letzten Power Ranking noch auf Platz eins geführt, stürzte Sharapova durch ihre frühe Niederlage bei den US Open ab. Schon in der ersten Runde gegen Heather Watson hatte sich angedeutet, dass die Russin ihre Form aus Cincinnati nicht halten konnte. Gegen Flavia Pennetta kam dann die Bestätigung, in einem engen Match siegte die Italienerin dank ihrer größeren Leidenschaft. Als Trost kann Sharapova neben Caroline Wozniacki bereits für die WTA Tour Championship Ende Oktober in Istanbul planen. Zum Fed Cup-Finale tritt Sharapova, die sich unlängst zusammen mit Hope Solo, Na Li und Leichtathletin Allyson Felix von Starfotografin Annie Leibovitz für eine Nike-Kampagne fotografieren ließ, allerdings nicht an.

6. (7.) Vera Zvonareva (RUS, 26 Jahre, Weltrangliste: 4) / Letzte vier Turniere: Carlsbad (Finale), Toronto (Achtelfinale), Cincinnati (Halbfinale), US Open (Viertelfinale) / Power Ranking-Punkte: 1019

Vera Zvonareva hat das konstanteste Jahr ihrer Karriere hinter sich, wirklich zufrieden ist die Russin aber trotzdem nicht. "Ich habe in diesem Jahr zwar eine Menge gewonnen", erzählte die Russin am Rande der US Open, "dabei habe ich aber nur selten mein bestes Tennis gezeigt." Klingt ein bisschen wie eine Kampfansage für die kommende Saison, wobei mit dem Fed Cup-Finale auch in diesem Jahr noch eine große Aufgabe vor Zvonareva liegt.

5. (6.) Andrea Petkovic (GER, 23 Jahre, Weltrangliste: 11) / Letzte vier Turniere: Carlsbad (Halbfinale), Toronto (Viertelfinale), Cincinnati (Halbfinale), US Open (Viertelfinale) / Power Ranking-Punkte: 1031

Vor einer Woche analysierten wir die Chancen der vier besten deutschen Spielerinnen auf den Vorstoß in die absolute Weltspitze. Sabine Lisicki schnitt am besten ab, direkt gefolgt von Andrea Petkovic. Einer Umfrage des Sport-Informations-Dienstes zufolge räumen die Deutschen dagegen eher Petkovic die größten Erfolgsaussichten ein (24,8 Prozent). Zunächst muss die Darmstädterin aber wieder gesund werden. Wegen ihrer Knieverletzung sagte Petkovic ihre Teilnahme am Turnier in Tokio via Twitter ab: "Ich würde so gerne spielen, aber mein Knie braucht jetzt alle Aufmerksamkeit, die es kriegen kann."

4. (neu) Angelique Kerber (GER, 23 Jahre, Weltrangliste: 33) / Letzte vier Turniere: Wimbledon (1. Runde), Bastad (Achtelfinale), Dallas (Halbfinale), US Open (Halbfinale) / Power Ranking-Punkte: 1032

Und es hat Klick gemacht! So oder so ähnlich kann die rasante Entwicklung von Angelique Kerber wohl am besten beschrieben werden. Das Talent war schon immer vorhanden, Fitness und mentale Stärke standen Kerber aber im Weg. Sie stellte ihre Ernährung um, nabelte sich von ihren Eltern ab, trainierte so hart wie noch nie in ihrem Leben und stand laut Fed Cup-Teamchefin Barbara Rittner in New York "erstmals mit einem Lächeln auf dem Platz". Nun will die deutsche Nummer vier diesen Trend in Tokio und Peking bestätigen.

3. (neu) Caroline Wozniacki (DEN, 21 Jahre, Weltrangliste: 1) / Letzte vier Turniere: Toronto (2. Runde), Cincinnati (2. Runde), New Haven (Sieg), US Open (Halbfinale) / Power Ranking-Punkte: 1278

Caroline Wozniacki musste in den vergangenen Monaten viel Kritik einstecken. Eine Nummer eins der Welt ohne Grand Slam-Titel fühle sich irgendwie falsch an, in wichtigen Turnieren würden ihr immer die Nerven versagen und überhaupt, einen echten Winnerschlag gäbe es nicht in ihrem Repertoire. Wirklich widerlegen konnte Wozniacki diese Thesen mit dem Sieg in New Haven und dem Halbfinaleinzug in Flushing Meadows nicht. Aber es wird gerne vergessen, dass die Dänin noch sehr jung ist, sich durchaus noch verbessern kann und schon allein wegen ihres großen Willens irgendwann ein großes Turnier gewinnen kann.

2. (3.) Serena Williams (USA, 29 Jahre, Weltrangliste: 14) / Letzte vier Turniere: Stanford (Sieg), Toronto (Sieg), Cincinnati (2. Runde), US Open (Finale) / Power Ranking-Punkte: 2184

Die frischgebackene UNICEF-Botschafterin wurde bis ins Finale der US Open ihrer Favoritenstellung gerecht. Williams warf mit Azarenka, Ana Ivanovic, Pavlyuchenkova und Wozniacki vier gesetzte Spielerinnen aus dem Turnier, gab dabei keinen einzigen Satz ab. Als es dann gegen Stosur nicht wie gewohnt lief, rastete die jüngere der beiden Williams-Schwestern verbal aus und attackierte Schiedsrichterin Eva Asderaki. Mit einer Strafe von 2000 Dollar kam sie glimpflich davon, wenn man bedenkt, dass ihr Preisgeld 1.379.105 Millionen Dollar betrug.

1. (9.) Samantha Stosur (AUS, 27 Jahre, Weltrangliste: 7) / Letzte vier Turniere: Stanford (1. Runde), Toronto (Finale), Cincinnati (Viertelfinale), US Open (Sieg) / Power Ranking-Punkte: 2553

Fed Cup-Teamchefin Barbara Rittner muss derzeit häufig die Frage beantworten, ob in einer deutschen Spielerin ein Grand Slam-Titel schlummert. Wirklich seriös ist dies kaum zu beantworten, aber die Erfolge von Na Li in Paris, Petra Kvitova in Wimbledon und auch Sam Stosurs Sieg in Flushing Meadows haben gezeigt: Selten war es einfacher, eines der großen vier Turniere zu gewinnen. Bei Stosur kommt noch hinzu, dass sie in diesem Jahr bereits von Sabine Lisicki und Julia Görges geschlagen wurde, auch Kerber war im Halbfinale nicht chancenlos. Ein noch größerer Tennis-Boom ist in Deutschland also durchaus denkbar.

Marcus Krämer

sportal.de sportal

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