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Reishunger im Interview "Wieso schmeckt Reis immer wie Pappe mit Salz?"

Reishunger
Die Reishunger-Gründer Torben Buttjer und Sohrab Mohammad bei ihrem Pitch in "Die Höhle der Löwen"
© VOX / Bernd-Michael Maurer
Die Gründer von Reishunger buhlen bei "Die Höhle der Löwen" um ein Investment der Jury. Dem stern erzählen Torben Buttjer und Sohrab Mohammad, wie sie auf die Idee eines Reisshops im Netz kamen - und was ihr Geschäft mit Bofrost gemeinsam hat.

Torben Buttjer und Sohrab Mohammad wollen mit ihrer Firma Reishunger bei "Die Höhle der Löwen" die Jury überzeugen. Immerhin 450.000 Euro möchten sie von den Löwen bekommen - und bieten im Gegenzug fünf Prozent der Firmenanteile an. Kein Schnäppchen für die möglichen Investoren. Doch die Gründer glauben fest an den Erfolg ihres Reis-Imperiums. Mit dem stern sprachen die Gründer darüber, wie sie auf die Geschäftsidee gekommen sind.

Herr Mohammad, man kann sich ja mit allerlei Krams selbstständig machen. Gerade im Food-Bereich gibt es eine Menge spannender Start-ups. Wieso musste es bei Ihnen Reis sein?

Torben und ich hatten schon während unseres gemeinsamen Studiums die Idee, ein Unternehmen zu gründen. Dass es letztlich Reis geworden ist, war ein Zufall. Ich kannte guten Reis von meinen iranischen Eltern. Torben kannte gute Reis aus seinem Auslandssemester. Wir saßen dann eines Tages beide in der Uni-Mensa vor unseren Tellern mit pappigem Reis und dachten uns: Wieso schmeckt so ein natürliches Lebensmittel wie Reis hier bei uns in Deutschland immer nach Pappe mit Salz? Wir fingen an, zu recherchieren und entdeckten dutzende Reissorten, die sich in Farbe, Form und Geschmack komplett unterschieden. Wir dachten uns: Wäre es nicht cool, all diese Sorten mit Herkunft, Zubereitungstipps und Rezepten auf einer Seite anzubieten?

Aber kann ich Reis nicht ganz einfach im Supermarkt kaufen? Warum sollte ich bei Reishunger bestellen?

In erster Linie bekommt man bei uns die komplette Palette verschiedener Reissorten aus der ganzen Welt: Echter Basmati Reis aus Indien, Roter Reis aus der französischen Camargue oder Schwarzer Reis aus dem italienischen Piemont. Das ist allein aus Platzgründen in einem gewöhnlichen Supermarkt ja gar nicht möglich. 

Welcher Artikel wird am häufigsten verkauft?

Am beliebtesten sind unsere Klassiker: Basmati-Reis, Risotto-Reis und Milch-Reis. Aber auch Exoten wie der Schwarze - oder der Rote Reis werden sehr häufig erst zum Probieren und in der Folgebestellung dann in Großpackungen gekauft.

Noch ist der Lebensmittelkauf im Netz in Deutschland ja eher schleppend unterwegs. Entwickelt sich das erst? 

Ich glaube, dass der Online-Lebensmittelhandel eine sehr große Zukunft vor sich hat. Das zeigt die Entwicklung der letzten Jahre. Wenn ich von Online-Lebensmittelhandel spreche, meine ich aber eher die Frage, wie man es schafft, das Lebensmitteleinzelhandelskonzept in den Onlinebereich zu übertragen.

Können Spezialanbieter, die nur ein Produkt anbieten, langfristig überleben?

Wir spielen da mit Reishunger eine gesonderte Rolle: Wir sind ja ein Hybrid zwischen Hersteller und Händler – und der Onlinekanal ist nur ein Kanal, den wir bedienen. Vor 20 Jahren hätten wir vermutlich auf Kataloge gesetzt. Und dass Spezialanbieter ihre Produkte durch spezielle Kanäle langfristig erfolgreich anbieten können, wissen wir spätestens seit der Teekampagne oder Bofrost.


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