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Arbeitsmarkt im Aufschwung Weniger Arbeitslose in West und Ost


Die Frühjahrsbelebung und Konjunktur führt zu sinkenden Arbeitslosenzahlen im April in allen Bundesländern. Die Bundesagentur für Arbeit und die Politik zeigt sich zuversichtlich: Im Mai könnte die Drei-Millionenmarke unterschritten werden.

Die Zahl der Jobsuchenden verringerte sich um 132.000 auf 3,078 Millionen, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag in Nürnberg mitteilte. Bereits im kommenden Monat werden laut BA-Chef Frank-Jürgen Weise wieder weniger als drei Millionen Menschen in Deutschland arbeitslos sein.

Die April-Arbeitslosenzahl war die geringste seit 1992. Gegenüber dem April des Vorjahres waren 321.000 Menschen weniger arbeitslos, die Arbeitslosenquote verringerte sich binnen einen Monats um 0,3 Prozentpunkte auf 7,3 Prozent. Gleichzeitig erhöhte sich die Zahl der Erwerbstätigen auf 40,51 Millionen, was gegenüber dem April des Vorjahres einen Zuwachs um 554.000 bedeutet.

Wie Weise sagte, hält diese positive Entwicklung weiter an. "Es ist wirklich zu erwarten, dass es im Mai unter drei Millionen geht", sagte Weise. So suchten die Unternehmen weiter neue Arbeitskräfte. Auch die Krise in Japan nach der Atomkatastrophe von Fukushima könne dem deutschen Arbeitsmarkt bisher nichts anhaben. Lediglich rund 1000 Beschäftigte mussten als Folge dessen in Kurzarbeit gehen, die meisten davon in der Autobranche.

Von dem inzwischen seit längerem anhaltenden Aufschwung profitieren in Deutschland vor allem junge Menschen. Hier habe Deutschland in Europa eine Spitzenposition, sagte Weise. Etwas schlechter sehe es dagegen bei den älteren Erwerbsfähigen aus.

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) erklärte, es bleibe abzuwarten, wie sich die Ereignisse in Nordafrika und in der arabischen Welt, aber auch in Japan weiter auf die deutsche Wirtschaft auswirken. Im Augenblick sei der Arbeitsmarkt jedoch "aufnahmefähig wie ein Schwamm". Die Zahl der offenen Stellen steige und viele Unternehmen suchten immer intensiver nach Fachkräften. "Auch deswegen ist die volle Freizügigkeit auf dem Arbeitsmarkt ab dem 1. Mai für Deutschland eine große Chance."

Die Linken sehen den viel gelobten Aufschwung skeptisch: Die Arbeitsmarktexpertin der Partei Sabine Zimmermann erklärte, es sei vor allem ein Aufschwung von Minijobs, Leiharbeit und anderen Formen prekärer Beschäftigung. "Deutschland ist zum Motor der Niedriglohnbeschäftigung in Europa geworden." Zimmermann forderte einen allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn von zehn Euro in der Stunde, um Lohndumping flächendeckend auszuschließen.

Export-Bundesländer führen die Liste an

Im Jahresvergleich profitierten vor allem die Arbeitslosenquoten der stark exportorientierten Länder Baden-Württemberg (minus 18,6 Prozent) und Bayern (minus 17,6 Prozent) vom Aufschwung. Am schwächsten schnitt Berlin mit minus 0,6 Prozent ab, gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern (minus 2,5 Prozent).

Dafür verzeichneten die Küstenbewohner den stärksten Rückgang ihrer Arbeitslosenquote im Vergleich zum Vormonat. Um 1,1 Punkte ging die Quote in Mecklenburg-Vorpommern von März auf April zurück, gefolgt von Brandenburg und Thüringen mit minus 0,7 Punkten. Am schwächsten war der Rückgang mit jeweils 0,1 Punkten in den drei Stadtstaaten sowie mit je 0,2 Punkten in Hessen, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen.

AFP/DPA DPA

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