HOME

Oktober: Arbeitslosenzahl fällt unter drei Millionen

Noch wirkt sich die Krise nicht auf den Arbeitsmarkt aus: Im Oktober ist die Zahl der Menschen ohne Job unter die Marke von drei Millionen und damit auf den tiefsten Stand seit 16 Jahren gefallen. Und auch für 2009 gibt es gute Nachrichten, auch wenn die Arbeitslosigkeit dann wieder steigen wird.

Erstmals seit 16 Jahren sind in Deutschland weniger als drei Millionen Arbeitslose registriert. Die Zahl der Menschen ohne Job fiel im Oktober auf 2,997 Millionen, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag in Nürnberg mitteilte. BA-Vorstandschef Frank-Jürgen Weise sprach von einem "von vielen Menschen erhofften Signal für den Arbeitsmarkt". Aktuell sei der Arbeitsmarkt von der Eintrübung der Konjunktur noch nicht betroffen. Aber spätestens in der zweiten Jahreshälfte 2009 werde die Arbeitslosigkeit steigen.

Bundesarbeitsminister Olaf Scholz sagte in Berlin, das Unterschreiten der Drei-Millionen-Marke sei "ein trotziges Signal der Zuversicht" angesichts der vielen schlechten Meldungen von Banken und Börsen. Die Reformen der vergangenen Jahre hätten den Arbeitsmarkt wetterfester gemacht.

Im Oktober registrierte die BA 84.000 Arbeitslose weniger als im September. Im Vergleich zum Oktober 2007 waren 437.000 Menschen weniger erwerbslos. Ein Rückgang ist im Oktober im Zuge der Herbstbelebung üblich. Aber auch saisonbereinigt unter Herausrechnung der jahreszeitbedingten Schwankungen ging die Arbeitslosenzahl um 26.000 zurück.

Zuletzt waren im November 1992 weniger als drei Millionen Arbeitslose verzeichnet worden. Weise ging davon aus, dass diese Marke auch im kommenden Monat nochmals unterschritten wird, bevor sie im Dezember wieder übertroffen werde. Im Frühjahr 2009 werde sie "sicher über drei Millionen bleiben".

Weise: Arbeitsmarkt besser gewappnet

Nach Ansicht des BA-Chefs ist der Arbeitsmarkt besser gegen den Konjunktureinbruch gewappnet als in früheren Jahren. "Wir rechnen mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit, allerdings nicht in dem Maß wie in früheren Abschwungphasen", sagte Weise. Die Einstiegshürden in den Arbeitsmarkt seien niedriger, sodass Menschen mit eher schlechten Voraussetzungen auch in Schwächephasen der Konjunktur eine Chance hätten.

Für 2009 erwartet die BA im Jahresschnitt einen Anstieg der Arbeitslosigkeit um 30.000. Das erste Halbjahr werde "noch sehr moderat" verlaufen, bevor in der zweiten Hälfte der Anstieg beginne", sagte Weise. Bislang hat die BA noch keine Hinweise, dass etwa in der konjunkturanfälligen Zeitarbeit vermehrt Mitarbeiter entlassen werden.

Die BA begrüßte Pläne von Arbeitsminister Scholz, die Zahldauer beim Kurzarbeitergeld auf 18 Monate auszuweiten, damit Unternehmen Auftragsflauten ohne Entlassungen überbrücken könnten. Es gelte aber, am bisherigen Kurs festzuhalten, durch Qualifizierung und Bildung für mehr Beschäftigung zu sorgen. So gebe es offene Stellen für Verkäuferinnen, aber keine passende Kinderbetreuung außerhalb der üblichen Arbeitszeiten. Bei anderen scheitere die Jobsuche an der Qualifizierung.

Reuters / Reuters