20. August 2012, 07:32 Uhr

Für jede Stadt das richtige Nummernschild

Das Nummernschild als "lokalpatriotische" Botschaft: Städte sollen ihre Kfz-Kennzeichen künftig frei wählen dürfen. Laut Verkehrsminister Ramsauer seien diese schließlich "eine Herzensangelegenheit".

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Nicht nur die alten Kleinstadt-Kennzeichen, wie das WIT für Witten, sollen Autofahrer erfreuen: Auch ganz neue Kombinationen sollen nach der Änderung der Fahrzeug-Zulassungsverordnung möglich sein.©

Die Städte und Gemeinden sollen nach Informationen der "Westfälischen Rundschau" ihre Kfz-Kennzeichen künftig frei wählen dürfen. Wie die in Dortmund erscheinende Zeitung in ihrer Montagsausgabe berichtet, will Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer neben der Wiedereinführung von Altkennzeichnen auch die Einführung völlig neuer Kennzeichen ermöglichen. Das bestätigte das Verkehrsministerium der Zeitung auf Anfrage. Die entsprechende Verordnung solle der Bundesrat im September billigen.

Bisher stand bei der geplanten Änderung der Fahrzeug-Zulassungsverordnung die Rückkehr zu Altkennzeichen im Mittelpunkt. "Viele vertraute Unterscheidungskennzeichen sind in den vergangenen Jahrzehnten durch Reform oder Zusammenlegung von Verwaltungsbezirken wie zum Beispiel Landkreisen verschwunden", zitierte die Zeitung Angaben des Ministeriums. "Nun stehen die liebgewonnenen Buchstabenkombinationen vor einer Wiederbelebung."

Die geplanten Neuregelungen eröffneten Zulassungsbehörden aber auch die Möglichkeit, "mehrere Unterscheidungskennzeichen für einen Verwaltungsbezirk" auszugeben. Städte, die in der Vergangenheit nie ein eigenes Kennzeichen im Nummernschild führten, könnten somit nun eine Buchstabenkombination wählen.

Leidenschaft für's Kennzeichen

Ramsauer wolle auf Bürgerwünsche eingehen, sagte ein Ministeriumssprecher der Zeitung. Das Nummernschild könne so zu einer "lokalpatriotischen" Botschaft werden. Der Minister schreibe den Kfz-Buchstaben große emotionale Bedeutung zu: "Kennzeichen sind für die meisten Autofahrer eine Herzensangelegenheit. Sie sind Ausdruck von Heimatverbundenheit, Heimatliebe und Identifikation." Künftig könnten Fahrzeughalter "durch ihr Kennzeichen wieder die Zugehörigkeit zu ihrem Herkunftsort, ihrer Gemeinde, Stadt oder Region zeigen".

Kritiker befürchten ein unüberschaubares Durcheinander. Mit der praktisch vollständigen Freigabe der Kennzeichnung von Kraftfahrzeugen droht nach Auffassung des Landkreistages NRW "eine weitere Zersplitterung der Kennzeichenlandschaft", die auch "erhebliche Nachteile für die Kriminalitätsvorbeugung und -bekämpfung mit sich bringt". Das nordrhein-westfälische Innenministerium wies die Bedenken zurück: An der Feststellung der Fahrzeughalter ändere sich nichts - alles Weitere sei "eine Sache der Gewöhnung".

AFP/DPA
 
 
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