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28. April 2005, 11:10 Uhr

Kuschelpflege fürs Sensibelchen

Cabriofahrer starten glücklich in den Frühling, denn sie können den Sonnenschein in vollen Zügen genießen. Doch vor der dem cruisen im offenen Mobil ist Arbeit angesagt.

Cabrios machen Spaß, aber auch Arbeit© Gernot Kramper

Arbeit kommt vor dem Vergnügen. Während bei einem geschlossenen Fahrzeug das Dach keine besondere Aufmerksamkeit verlangt, ist das Verdeck anfällig. Damit die Freude am Open-Air-Vergnügen andauert, müssen zuerst die Spuren des Winters beseitigt werden. Dach und Mechanik wollen intensiv gepflegt werden.

Jeder Tag ist Pflegetag

Ein Verdeck braucht stete Aufmerksamkeit. Grobe Verunreinigungen wie Vogelkot, Baumharze, Ausscheidungen von Insekten müssen so schnell wie möglich entfernt werden, um keine dauerhaften Schäden zu hinterlassen. Für die Sofortmassnahme reicht ein feuchter Schwamm oder auch ein feuchtes Küchentuch. Das Verdeck sollte nur geöffnet werden, wenn die Außenhaut völlig trocken ist. Wird sie feucht zusammengefaltet, bilden sich schnell Druckstellen und Stockflecken. Umgekehrt sollten Textil- wie Kunststoffverdeck nicht wochenlang geöffnet bleiben, dann können sich Verfärbungen an den Faltstellen bilden. Um ein textiles Verdeck sauber zu halten, reicht der Gang in die Waschanlage nicht aus. Älteren Cabrios sollte man die Waschstraße ohnehin nicht zumuten. Meistens reicht das trockene Abbürsten mit einer weichen Naturborste. Ein Hochdruckreiniger darf auf gar keinen Fall benutzt werden. Ebenfalls tabu sind alkalischen Waschmittel. Die Nähte des Verdecks werden durch Kleber wasserdicht gemacht. Sie dürfen nicht mit diesen Lösungsmitteln in Berührung kommen. Das Aufsprühen von Heißwach ist ebenfalls tabu. Die Schlussfolgerung: Cabrio-Fahrer sollten Waschstrassen besser meiden, denn früher oder später kommt es sonst zum Malheur.

Intensiv-Kur

Leider haftet gewöhnlicher Dreck im Verdeck besser als auf dem Blechdach, von Verschmutzungen wie Vogelkot gar nicht zu reden. Kommt man um eine Nassreinigung nicht herum, sollte man im ersten Durchgang nur klares, kaltes Wasser und die Bürste benutzen. Danach ist man auf einen Spezialreiniger angewiesen. Mit lauwarmem Wasser wird der Reiniger aufgebracht. Dabei muss das Verdeck wiederum ausgebürstet werden. Wichtig: Arbeiten Sie immer in Faserrichtung! Zuerst fällt die Bewegung schwer, aber mit Herumgeschrubbe ruinieren Sie die Imprägnierung und rauen die Fasern auf. Anschließend wird das Verdeck mit viel Wasser abgewaschen. Viel Wasser bedeutet auch "viel": Sie benötigen einen Schlauch mit Wasseranschluss. Nur mit dem Eimer bewaffnet, nimmt man immer weniger als nötig. Das Wasser lässt die Gewebefasern aufquellen und sorgt so für besseren Regenschutz. Anschließend sollte das Dach gut durchtrocknen und anschließend mit einem besonderen Imprägniermittel behandelt werden.

Ein Stoffverdeck erfodert einen sensiblen Umgang© Gernot Kramper

Das Gestänge, die Gummis

Unter dem Dach wartet das Gestänge. Egal ob es manuell oder mit Motoren betrieben wird, diese Mechanik ist anfällig. Schmutz in den Gelenken führt zum Knarzen und auf Dauer zu Verschleiß. Die Gelenke müssen sorgfältig gereinigt werden, anschließend werden sie mit harzfreiem Fett geschmiert oder mit silikonhaltigen Multifunktionsspray. Bitte nicht zuviel des Guten tun, überschüssiges Schmiermittel wird mit einem Lappen entfernt.

Auch die Dichtungsgummis benötigen eine regelmäßige Pflege, um geschmeidig zu bleiben. Auch hier sollte man spezielle Sprays oder Stifte verwenden. Weil das Verdeck beweglich ist, werden die Gummis beim Cabrio besonders beansprucht.

Arbeiten für den Fachmann

Echte Reparaturen am Dach sollte man dem Fachmann überlassen. Verblichene Farben können ebenfalls aufgefrischt werden. Dabei muss zunächst die Imprägnierung restlos entfernt werden, anschließend wird das Färbemittel aufgetragen. Auch geschickte Handwerker sollten das Nachfärben dem Fachbetrieb überlassen. Kleine Nachlässigkeiten können nämlich schnell zu einem scheckigen Ergebnis führen.

 
 
 
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