. .

Ratgeber Diabetes

Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 

Die Anti-Zucker-Spritze

Kunstinsulin

Jede dritte Insulininjektion besteht heute aus Kunstinsulin. Diese Insulinanaloga gibt es seit 1996. Sie wirken schneller und kürzer beziehungsweise länger als Humaninsulin. Auch Kunstinsulin wird synthetisch mithilfe von Bakterien oder Hefepilzen hergestellt. Die Struktur seiner Eiweißbausteine ist im Vergleich zum natürlichen Insulin aber verändert. Das beeinflusst den Zeitpunkt und die Dauer der Wirkung. Auch bei den Analoga gibt es kurz und lang wirkende Insuline.

Die Hersteller preisen die Insulinanaloga als maßgeschneiderte Therapie, als "Designer-Insulin" an: Nun müssten Menschen mit Diabetes mit dem Essen nicht mehr warten, bis das Insulin wirkt, heißt es. Sie könnten es auch nach der Mahlzeit spritzen, weil sich die Insulinmenge an den verzehrten Kohlehydraten anpassen ließe.

Doch so recht überzeugen können die neuen Präparate nicht: Denn ob sie Schäden an Augen, Nieren und Nerven oder am Herzen am Ende besser verhindern als Humaninsulin, weiß man noch nicht. Außerdem müssen Zuckerkranke auch bei normalem Humaninsulin den viel zitierten Spritz-Ess-Abstand nicht mehr einhalten.

Die Kassen zahlen nicht immer

Künstliches Insulin, auch Insulinanaloga genannt, ist 30 bis 60 Prozent teurer als Humaninsulin. Weil die Belege dafür fehlen, dass es besser wirkt, darf der Diabetesarzt Kunstinsuline nur unter bestimmten Bedingungen verschreiben, die sich aber immer wieder ändern. Daher ist es ratsam, sich im Einzelfall bei seiner eigenen Krankenkasse zu erkundigen. Derzeit gibt es für Patienten mit Diabetes Typ 1 keine Einschränkung bei der Verordnung. Anders ist es bei Menschen mit Diabetes Typ 2: Hier zahlen die Kassen nur dann für schnell wirkende Insulinanaloga, wenn sie nicht teurer sind als Humaninsulin. Doch es gibt hier Ausnahmeregelungen, etwa wenn der Patient allergisch ist gegen Humaninsulin. Für lang wirkende Insulinanaloga gilt ähnliches.

Um diese Bestimmungen zu umgehen, haben die Hersteller mit vielen Krankenkassen so genannte Direkt- oder Rabattverträge abgeschlossen: Sie bieten das künstliche Insulin zum gleichen Preis an wie Humaninsulin. Auf diese Weise können Betroffene weiterhin ihr Kunstinsulin auf Rezept bekommen, falls sie damit gut zurechtkommen.

Fachleute diskutieren darüber, ob Kunstinsuline das Wachstum von Krebszellen anheizen können. Anfang der 90er Jahre stoppten Forscher sogar einen Test mit Kunstinsulin, weil Versuchsratten auffällig oft Brustkrebs bekommen hatten. Beim Menschen wurden solche Risiken bislang aber nicht beobachtet.

Noch nicht ausreichend klar ist zudem, wie einige dieser Medikamente langfristig auf Kinder wirken. Diese sollten daher darauf verzichten.

 
 
MEHR ZUM THEMA
powered by wefind WeFind