. .

Ratgeber Diabetes

Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 

Die Anti-Zucker-Spritze

Spritze, Pen und Pumpe

Insulinspritzen: kaum spürbare Einstiche

Je nach Höhe der Insulinkonzentration in einer Patrone können Diabetespatienten zwischen zwei verschiedenen Spritzen wählen: den U40-Spritzen mit 40 Einheiten Insulin pro Milliliter und den U100-Spritzen mit 100 Einheiten Insulin pro Milliliter. Insulinspritzen sind dünner als herkömmliche Spritzen und bestehen aus Kunststoff. Sie sind mit einer fest integrierten oder aufsteckbaren Metallkanüle verbunden, die vier, sechs, acht oder zwölf Zentimeter lang ist. Für sehr schlanke Patienten ist eine Vier-Millimeter-Nadel am besten geeignet, alle anderen sind mit einer Sechs- oder Acht-Millimeter-Nadel besser beraten. Die Spitze der Nadel ist auf besondere Art geschliffen, daher ist der Einstich kaum zu spüren. Hersteller weisen darauf hin, dass die Nadeln Einwegartikel sind und jedes Mal eine neue zu verwenden ist.

Auch wer einen Insulin-Pen benutzt, sollte immer U100-Spritzen im Haus haben - für den Fall, dass der Pen einmal versagt.

Der Pen ist wie ein Füller - mit Insulin statt Tinte

Die meisten Zuckerkranken entscheiden sich für einen Pen. Der Stift sieht aus wie ein langer, dicker Füllfederhalter, mit dem Unterschied, dass dort, wo beim Füller die Feder sitzt, beim Pen die Kanüle liegt und der Pen statt mit Tinte mit Insulin gefüllt ist. Für die Stifte gibt es Kanülen von vier bis zwölf Millimeter Länge.

Die Insulinpatronen enthalten hoch konzentriertes Insulin (100 Einheiten pro Milliliter), die Substanz reicht somit für mehrere Tage. Den Pen sollten Diabetespatienten immer bei sich tragen, damit sie sich auch unterwegs unkompliziert Insulin spritzen können. Die zu injizierende Menge lässt sich einfach mit einem Drehknopf einstellen.

Die Pumpe ahmt die Bauchspeicheldrüse nach

Die dritte Variante ist die Insulinpumpe. Mithilfe dieses Geräts wird versucht, die Tätigkeit der Bauchspeicheldrüse nachzuahmen. Die Pumpe arbeitet mit kurz wirksamem Insulin. Im Ruhezustand gibt sie in kurzen Abständen kontinuierlich Insulin ab. Das deckt den Grundbedarf.

Zu den Mahlzeiten spritzen sich Zuckerkranke per Knopfdruck die benötigte Extramenge, abhängig von der Menge an Kohlenhydraten, die sie zu sich nehmen. Was die Pumpe jedoch nicht leisten kann: Sie misst nicht eigenständig den Blutzucker und reagiert deshalb nicht auf eventuelle Schwankungen, die etwa bei körperlichen Anstrengungen oder Sport entstehen können.

Die batteriegetriebene Pumpe ist meist kleiner als eine Zigarettenschachtel. Sie lässt sich an den Gürtel hängen oder an einer Art Halfter am Körper tragen. Von dem Gerät führt ein kleiner Schlauch, ein sogenannter Katheter, zu einer Kanüle. Diese kurze, dünne Metall- oder Teflonnadel liegt im Bauchfettgewebe der Patienten, damit sie kontinuierlich mit Insulin versorgt werden. Der Katheter kann ein bis drei Tage dort bleiben, dann muss der kleine Stift ausgetauscht werden.

Der Umgang mit der Pumpe will gelernt sein

Auch Schwimmen, Duschen oder Baden sind mit der Pumpe kein Problem. Wer vorher etwas gegessen und sich dafür eine Insulindosis gegeben hat, kann die Pumpe über einige Zeit ablegen. Dabei muss er keinen zu hohen Blutzucker oder Insulinmangel befürchten: Falls der Katheter einmal verstopft ist oder die Batterieleistung nachlässt, schlägt das Gerät Alarm. Den richtigen Umgang mit dem Gerät lernen Zuckerkranke im Pumpenschulungsprogramm bei ihrem Diabetesarzt oder in einem spezialisierten Krankenhaus.

Die Pumpen sind sehr teuer. Daher müssen interessierte Patienten oder ihr Arzt so ein Gerät bei der Krankenkasse beantragen. Die Kasse verlangt Gründe dafür, warum Spritze oder Pen nicht in Frage kommen. Vielleicht ist eine ideale Stoffwechsellage immens wichtig, etwa wenn ein Betroffener häufig an Unterzuckerung leidet oder sein Blutzuckerwert sich mit Pen oder Spritze nicht beherrschen lässt. Das ist zum Beispiel beim so genannten Dawn-Phänomen der Fall: Im Morgengrauen (englisch: dawn) steigt dann der Blutzuckerspiegel immer wieder an.

Seite 1: Die Anti-Zucker-Spritze
Seite 2: Humaninsulin
Seite 3: Kunstinsulin
Seite 4: Spritze, Pen und Pumpe
Seite 5: Konventionelle Insulintherapie
Seite 6: Intensivierte Insulintherapie
Seite 7: Kombinationstherapien
Seite 8: Ein Medikament aus Echsen
 
 
MEHR ZUM THEMA
powered by wefind WeFind