15. Oktober 2012, 13:15 Uhr

Kleines Gerät, große Erwartungen

Nächste Woche soll das iPad Mini vorgestellt werden. Für Aufregung sorgt eine deutsche Ladenkette, die angebliche Preise und Versionen des neuen Apple-Tablets durchsickern ließ. Von Christoph Fröhlich

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Apple-Chef Tim Cook will die Geheimhaltung des Unternehmens verstärken - scheitert aber kläglich. Immer wieder landen Fotos von Geräten und Bauteilen vorab im Netz, zuletzt das iPad Mini.©

Tim Cook ist ein verschwiegener Mensch. Wird der Apple-Chef auf neue Produkte oder Pläne für die Zukunft angesprochen, erntet der Fragesteller oft nur ein müdes Lächeln. Selbst Walt Mossberg, einer der renommiertesten Technikjournalisten der Welt, konnte Cook auf der diesjährigen IT-Konferenz "D10" nur wenig entlocken. Stattdessen bekräftigte Cook die Stärke des eigenen Unternehmens und betonte: "Wir werden die Geheimniskrämerei um unsere Produkte noch verstärken." Und setzte noch einmal entschieden nach: "Das meine ich ernst."

Mini-Tablet soll am 23. Oktober gezeigt werden

Genützt hat es nichts: Schon Wochen vor der Präsentation des iPhone 5 waren alle Details des Flaggschiff-Handys bekannt. Erste Bilder kursierten schon fast ein halbes Jahr vorher im Netz, sie stammten vornehmlich aus asiatischen Fabriken, in denen die iGadgets gebaut werden.

Jetzt scheint sich die Geschichte zu wiederholen: Dass Apple einen kleineren Tablet-Computer unter dem Namen iPad Mini auf den Markt bringen wird, gilt mittlerweile als beschlossene Sache. Sogar einen Termin für die Präsentation soll es schon geben: Laut dem IT-Portal "All Things Digital" soll Cook am 23. Oktober den Schleier lüften und den kleinen Bruder des iPads vorstellen. Wie üblich kommentierte der Konzern die Spekulationen nicht, Einladungen wurden bislang noch nicht an die Presse verschickt.

Die Überraschungen dürften sich aber in Grenzen halten, denn es rauschen bereits zahlreiche Bilder von angeblichen Bauteilen durchs Netz, einige Fotos sollen sogar das fertige Tablet zeigen. Sollten sie der Wahrheit entsprechen, würd das iPad Mini ein 7,85-Zoll-Display haben, was einer Diagonale von 19,94 Zentimetern entspricht.

Zum Vergleich: Das normale iPad besitzt ein 9,7-Zoll-Display, damit wäre die Diagonale beim Mini-Tablet knapp 20 Prozent kleiner. Außerdem soll es den neuen Lightning-Anschluss besitzen, der schon im iPhone 5 seine Premiere gefeiert und den alten Dock-Connector ersetzt hat.

iPad Mini ab 249 Euro?

Seit dem Wochenende schwirren noch weitere Bilder durchs Netz, die dem Konzern sauer aufstoßen könnten: Ein Foto zeigt einen Screenshot aus dem Warensystem von Media Markt, das 16 verschiedene Versionen des iPad Mini zeigt. Demnach soll das Winz-Tablet mit 8, 16, 32 und 64 Gigabyte Speicherplatz zu haben sein, außerdem gibt es je eine Version mit und ohne mobiles Internet in den Farben schwarz und weiß.

Sollte die Liste stimmen, kostet das Einsteigergerät ohne mobiles Internet und acht Gigabyte 249 Euro - für Apples Verhältnisse ein Kampfpreis, der vor allem gegen die günstigen Konkurrenten Google Nexus 7 und Amazons Kindle Fire HD gerichtet sein dürfte. Die Premiumversion mit 64 Gigabyte Speicherplatz und mobilem Internet wäre für 649 Euro zu haben.

Weitere neue Geräte erwartet

Die aufgetauchte Liste widerspricht Berichten der britischen Tageszeitung "Guardian", die erfahren haben will, dass das iPad Mini kein mobiles Internet bieten wird. Das Gerät wird demnach nur als Wifi-Only-Version erscheinen. Stattdessen solle das größere iPad überarbeitet werden und jetzt auch das ultraschnelle mobile Internet LTE außerhalb von Nordamerika unterstützen.

Nur in einem Punkt sind sich alle einig: Apples Erwartungen an das iPad Mini sind hoch. Sträubte sich Steve Jobs vor einigen Jahren noch, ein kleines Tablet zu bauen - angeblich bezeichnete er sie sogar als "Totgeburt" -, soll das Gerät nun einen wichtigen Beitrag zum Weihnachtsgeschäft liefern. Das "Wall Street Journal" will von asiatischen Zulieferern erfahren haben, dass Apple Komponentenbestellungen für zehn Millionen Mini-iPads für das vierte Quartal 2012 bestellt hat.

Und Apple wird es nicht bei neuen iPads belassen: Wie die US-Seite "9to5Mac" berichtet, soll eine 13-Zoll-Version des Macbooks mit Retina-Display vorgestellt werden. Bislang ist der Laptop mit dem hochauflösenden Bildschirm (2880 mal 1800 Pixel) nur in einer 15-Zoll-Version verfügbar. Der Computer wurde im Juni auf Apples Entwicklerkonferenz WWDC vorgestellt.

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Von Christoph Fröhlich
 
 
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