So surfen Sie sicher

18. Februar 2013, 14:25 Uhr

Der Internet-Explorer ist einer der beliebtesten Browser - und leider auch ziemlich unsicher. stern.de erklärt, wie Sie den Windows-Browser sicherer machen oder welche Alternativen sich lohnen. Von Christoph Fröhlich

Der Internet Explorer ist unsicher. Immer wieder warnen Behörden vor schweren Sicherheitslücken im Microsoft-Browser, der standardmäßig auf allen Windows-Systemen vorinstalliert ist. Mit mehr als 50 Prozent Marktanteil ist der Internet Explorer ein lukratives Ziel für Hacker und Virenprogrammierer. Doch mit ein paar Tricks können Sie sich vor dem neuesten Sicherheitsproblem schützen.

Internet Explorer aufrüsten

Wenn Sie auf den Internet Explorer nicht verzichten wollen, können einige Sicherheitslücken gestopft werden, indem Sie das "Enhanced Mitigation Experience Toolkit" (EMET) installieren. Die gerade einmal sechs Megabyte große Softwarekomponente soll Hacker und Schadsoftware davon abhalten, sich Zugriff auf das eigene System zu verschaffen, ohne dass das Surfverhalten beeinträchtigt wird. Das Programm funktioniert für die Betriebssysteme Windows XP, Vista und 7 inklusive aller Service Packs. Generell sollten Sie immer die neueste Version eines Browsers installieren. Beim Internet Explorer ist das derzeit die Nummer neun, die Sie hier herunterladen können.

Außerdem empfiehlt Microsoft, die Browser-Einstellungen anzupassen: Wählen Sie in den Optionen den Reiter "Sicherheit" und setzen Sie bei den Punkten "Internet" und "Lokales Internet" die Sicherheitsstufen auf "Hoch". Damit können Sie die sogenannten ActiveX-Steuerelemente deaktivieren, die für bestimmte Webtechnologien nötig sind. Allerdings kann es sein, dass einige Dienste nicht mehr richtig funktionieren. Wenn dies der Fall sein sollte, können Sie die Sicherheitsstufe auf "Mittel" setzen.

Sollten Sie auf bestimmte Webseiten angewiesen sein, wollen aber auch höchste Sicherheitseinstellungen nicht verzichten, können Sie die Webadresse auch als vertrauenswürdige Seite hinzufügen. Gehen Sie dafür in die Internetoptionen, wählen den Punkt "Vertrauenswürdige Site" - dargestellt durch einen grünen Haken -, klicken auf "Sites" und ergänzen die die jeweilige Website.

Browser wechseln

Besser ist es dagegen, gleich den Browser zu wechseln. Neben dem Internet Explorer gibt es:

Google Chrome 21
Mozilla Firefox 15
Opera 12
Safari 6 (Hinweis: Die neueste Version 6 ist nicht für Windows erschienen)

Die populärsten Surf-Alternativen sind derzeit Firefox und Chrome. Diese können auch mit einigen Add-ons aufgerüstet werden, um die Sicherheit weiter zu erhöhen.

Empfehlenswerte Erweiterungen für Firefox:

No Script: Das Add-on erlaubt das Ausführen von Javascript und anderen Plugins - eine der häufigsten Sicherheitslücken - nur bei vertrauenswürdigen Webseiten.
WOT - Sicher surfen: Das Tool ist eine der beliebtesten Firefox-Erweiterungen und zeigt in Ampelfarben, wie vertrauenswürdig eine Webseite ist.
Better Privacy: Das Mini-Programm schützt vor unlöschbaren Langzeit-Cookies, die automatisch Aktivitäten der Nutzer erfassen können.

Eine Liste der beliebtesten Firefox-Erweiterungen finden Sie hier.

Empfehlenswerte Erweiterungen für Chrome:

WOT - Sicher surfen: Wie das Firefox-Pendant markiert das Tool mit Ampelfarben, wie vertrauenswürdig eine Website ist
Keep My Opt-Outs: Die Personalisierung von Werbung über Cookies wird in Ihrem Browser dauerhaft deaktiviert.

Bitbox - der Sicherheitsbrowser

Als besonders sicher gilt der Browser Bitbox: Dahinter verbirgt sich ein in einer virtuellen Maschine laufender Firefox, der einerseits ungehinderten Zugang zum Web bietet, andererseits das Betriebssystem vor Angriffen schützt. Eine virtuelle Maschine ist eine Art PC im PC, der vom Rest des Systems abgekoppelt ist. Wird dieser angegriffen, bleibt das eigentliche Betriebssystem verschont.

Der Browser wird von der Sirrix AG im Auftrag des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik entwickelt und steht für alle Nutzer kostenlos zum Download bereit. Nach der Installation wird auf dem Desktop ein Ordner angelegt, in dem sämtliche Benutzereinstellungen und heruntergeladene Dateien gespeichert werden. Nur Bitbox kann auf dieses Archiv zugreifen, um das restliche System zu schützen. Ist ein Virenscanner vorhanden, nutzt Bitbox diesen, um heruntergeladene Dateien auf Schadsoftware zu untersuchen.

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