24. April 2010, 09:42 Uhr

Erinnern Sie sich noch an die Schweinegrippe?

Vor einem Jahr ist die Schweinegrippe über die Welt hereingebrochen und sorgte wochenlang für Schlagzeilen. Heute ist H1N1, wenn überhaupt, nur noch eine Randnotiz. Ein Rückblick.

Schweinegrippe, Pandemie, WHO, Mexiko, H1N1, Virus, Alarm, Impfung

In Massen gekauft und darauf sitzengeblieben: Der Impfstoff Pandemrix, der gegen den Schweinegrippe-Virus hätte helfen sollen©

Als das Schweinegrippevirus vor einem Jahr von Mexiko aus seinen Zug durch die Welt antrat, wussten selbst Experten nicht, mit welchem Gegner sie es zu tun haben. Nach dem Auftreten der ersten Erkrankungs- und Todesfälle vor allem in Mexiko alarmierte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am 24. April die Weltgemeinschaft. Zügig breitete sich der Erreger aus und erreichte auch Deutschland. Die ersten Bundesbürger infizierten sich vor allem auf Reisen nach Mexiko, Nordamerika und Spanien. Am 29. April 2009 wurden in Deutschland die ersten drei Schweinegrippefälle bestätigt - bis heute erkrankten hierzulande mehr als 226.000 Menschen, 253 starben. Dennoch hat das Virus lange nicht so stark gewütet, wie anfangs befürchtet.

Mitte November erreichte die Schweinegrippe-Welle in Deutschland ihren ersten Höhepunkt. Die meisten Infektionen verliefen zwar glimpflich. Allerdings erkrankten im Vergleich zur normalen, saisonalen Grippe weniger Ältere, dafür häufig jüngere Menschen. Nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft Influenza am Robert-Koch-Institut (RKI) waren 80 Prozent der an Schweinegrippe Erkrankten unter 60 Jahre alt. Möglicherweise sind ältere Menschen durch frühere Influenza-Infektionen besser gegen das neue Virus gewappnet. Die meisten Todesfälle betrafen zwar Menschen mit Vorerkrankungen, aber auch hier waren die 35- bis 59-Jährigen die größte Gruppe.

Diskussionen um die H1N1-Impfung

Für heftige Debatten sorgte die im Herbst gestartete Massenimpfung. Meldungen über verstärkte Nebenwirkungen durch die im Impfstoff Pandemrix enthaltenen Wirkstoffverstärker verunsicherten die Menschen. Dass Bundesbeamte und Soldaten einen anderen Impfstoff ohne Zusätze erhielten, rief zusätzlichen Unmut hervor. Von einer "Zweiklassenmedizin" war die Rede. Nicht zuletzt wegen dieser Debatten, aber auch weil sich der Erreger als weniger gefährlich als angenommen erwies, ließen sich nach Schätzungen des niedersächsischen Gesundheitsministeriums nur rund fünf bis sechs Millionen Bürger gegen die Schweinegrippe impfen. Und die Bundesländer blieben auf dem Impfstoff sitzen. Nach wochenlangem Gezerre wegen der Kosten einigten sich Bund und Länder schließlich mit dem Pharmahersteller Glaxo-Smith-Kline auf eine Reduzierung der ursprünglich bestellten 50 Millionen Impfdosen auf 34 Millionen. Weil dies immer noch zuviel ist, soll ein großer Teil ins Ausland verkauft werden, was bisher allerdings noch nicht gelungen ist.

Schwachstellen bei der Pandemie-Strategie

Inzwischen ist die Grippewelle abgeebbt, das Virus aus den Schlagzeilen verschwunden. Die Gesundheitsbehörden auch in Deutschland werden sich nun mit den Schwachstellen bei der Pandemie-Strategie wie etwa der Informationspolitik oder der Impfplanung, auseinandersetzen müssen - auch im Hinblick auf künftige Seuchen. Gegen die WHO waren Forderungen laut geworden, Pandemien künftig nicht nur nach der Ausbreitung des Erregers, sondern auch wieder nach dessen Gefährlichkeit zu bewerten.

Überraschend ist: Auch wenn es wenige Fälle gibt, gilt nach wie vor die höchste Pandemiestufe sechs. Der Erreger H1N1 habe "sich nicht erledigt", sagt eine RKI-Sprecherin. Auch das Europäische Zentrum für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten (ECDC) geht davon aus, dass das Virus weiter zirkulieren wird. Zwar halten die Experten eine weitere Welle im Frühjahr und Sommer für unwahrscheinlich, sie schließen aber kleinere Ausbrüche nicht aus.

DPA/AFP
 
 
KOMMENTARE (10 von 15)
 
bayerbienengift (26.04.2010, 11:09 Uhr)
hat man das Schweinegerippe eigentlich beerdigt?
immerhin war das Schweinegerippe war ein Todesopfer.
Ereichle (25.04.2010, 11:17 Uhr)
Na toll
endlich hat man einige Schuldige gefunden die man in die Pfanne hauen darf.
Und wer war das

Zahl der Infizierten steigt rasant

Arme Länder müssen um Impfstoff bangen
Experten befürchten bald Todesfälle

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etwa der Stern? Kann doch nicht sein... oder?
jetrabbit (25.04.2010, 00:41 Uhr)
schweinegrippe
das war eine schweinerei. imunschwächende pharmaka, von dubiosen firmen schnell zusammengefrimmelt, mit riesiger propaganda maschine grössmöglichen profit gemacht.... das war ein paradebeispiel für lobbyismus.
triptis33 (24.04.2010, 20:10 Uhr)
was ?
was für`ne schweinegrippe ???????????
WernerMeyer (24.04.2010, 15:53 Uhr)
Wir wissen nicht...........
was damit geplant war,aber das diese
Lügerei einen Zweck hat ist doch klar,

wir sollten bei der Familie Rotschild anfragen lassen was sie damit bezweckte..........
Lazarus09 (24.04.2010, 14:30 Uhr)
@sebale1 Ich gebe ihnen Recht
aber leider predigen wir tauben Ohren ,sonst würden wir nicht von der Tiegerenten Partei regiert.
Die Hauptvorantreiber der Zerstörung der Sozialen Sicherheit durch die Hartz Module SPD singt schon wieder im Hintergrund ein anderes Lied denn sie wollen wieder an den Trog und der dumme Michel hört sich diesen Unfug an ,selbst die Presse spielt bei diesem Spiel mit.
Es ist als würde der Brandstifter nach erfolgreicher Tat versuchen einen Feuerlöscher zu verkaufen.Zurück zum Thema vor einem Jahr wurden wir ausgebuht als wir von Hysterie zu Gunsten der Pharmaindustie schrieben...heute sieht man wer Recht behalten hat.
Wir werden von Interessenverbänden zur wahrung der Interessen von Kapital und Wirtschaft regiert... ob Imspfstoff,Friedenseinsatz :-) , oder Hotelpreise ..Aktuell Griechenlandhilfe welche eigendlich nur den Ausverkauf des Landes und die Zerschlagung des Sozialen Netzes bewirken soll ...die Beispielliste ließe sich verlängern.
Im Fall Griechenland Irland Spanien Italen sogar Deutschland würde der Austritt aus dieser Ruinösen Währungsunion und die Rückgabe der Währungssuveränität wahre Wunder bewirken ...halt eben nur nicht für das Kapital .
dido09 (24.04.2010, 13:01 Uhr)
Polen kaufte keinen Impfstoff
Das war klug. Aber vielleicht auch schlecht - für die Flugsicherheit?
hardius (24.04.2010, 12:48 Uhr)
Kein Betrug
Solche Sachen sollte man niemals auf die leichte Schulter nehmen. Allerdings , in unserer Region wirken sich Hygienevorschriften und auch die Selbstdisziplien der Bürger pandemiehemmend aus.
Und das ist eine wohlwollend zur Kenntnis genommene Erkenntnis und auch gut so!
Heinerich (24.04.2010, 11:55 Uhr)
sebale1
Betrug !
Bitte mitteilen welches die anderen Mittel sind oder sein könnten.
Wie wäre es denn mit einem Volksentscheid wie in anderen Staaten üblich die ihre Bürger für vollmündig halten und respektieren, nicht so wie unsere Volksverdummer
Heinerich (24.04.2010, 11:53 Uhr)
Betrug !
Bitte mitteilen welches die anderen Mittel sind oder sein könnten.
Wie wäre es denn mit einem Volksentscheid wie in anderen Staaten üblich die ihre Bürger für vollmündig halten und respektieren, nicht so wie unsere Volksverdummer
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