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Ratgeber Kopfschmerz

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Gewitter im Kopf

Diagnose

Die erste Diagnose stellt für gewöhnlich der Hausarzt. Dieser sollte mit den Kriterien, nach denen die Erkrankung definiert ist, unbedingt vertraut sein. Es ist daher ratsam, wenn Sie den Arzt vorher nach seiner Kompetenz auf diesem Gebiet fragen. Ansonsten sollten Sie einen Neurologen konsultieren. Im Gespräch (Anamnese) ermittelt dieser die Vorgeschichte der Beschwerden, wobei er die typischen Kriterien der Migräne abfragt. Führt der Patient einen Kopfschmerz-Kalender, in welchem er die Schmerzmuster genau dokumentiert, kann der Arzt leichter herausfinden, woran der Patient leidet. Fällt die Diagnose zweifelhaft aus, prüft der Arzt, ob das Leiden nicht auch andere Ursachen haben könnten. Beispielsweise muss er ausschließen, dass der Patient nicht an krankhaften Veränderungen im Gehirn, wie Epilepsie, bestimmten Entzündungen, schlimmstenfalls sogar an einem Hirntumor leidet oder etwa bereits einen Schlaganfall hatte.

Mitunter werden die Schmerzen auch verursacht, wenn etwa Halswirbelsäule oder Kiefergelenke verformt sind, der Patient an einer Erkrankung des Herz-Kreislaufsystems, der Augen oder der inneren Organe leidet. Um dies zu prüfen, wendet der Neurologe moderne Verfahren an:

  • Im Elektro-Enzephalo-Gramm (EEG) misst er die Hirnströme, genauer, die elektrische Aktivität des Gehirns.
  • Mit einer Computer-Tomographie (CT) oder Magnetresonanz-Tomographie (MRT) scannt er das Gehirn, um krankhafte Strukturen zu erkennen - zum Beispiel einen Tumor. Dabei stellt das CT vor allem Knochen und Knorpel gut dar. Mit der MRT lassen sich Weichteile besser untersuchen.
  • Durch die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) erkennt der Neurologe, ob die Durchblutung im Gehirn gestört ist.

Formen der Migräne

Was die Diagnose so schwierig macht: Nur selten treten bei allen Erkrankten alle Phasen einer Migräne auf. Deshalb unterscheiden Mediziner zwei Formen, die Migräne ohne Aura und die Migräne mit Aura.

Migräne ohne Aura: Neun von zehn Betroffenen haben keinerlei Vorboten oder Wahrnehmungsstörungen. Bei ihnen beginnt die Attacke mit dem pulsierenden Kopfschmerz, der bis zu 72 Stunden anhält.

Migräne mit Aura: Rund zehn Prozent der Patienten erleben ihre Migräne regelmäßig mit einer Aura, andere haben abwechselnd Attacken mit und ohne Aura. Dabei können sich die seltsamen Bewusstseinsveränderungen unterschiedlich äußern:

  • Migräne-Kopfschmerz mit typischer Aura: Meist verbunden mit Sehstörungen, die sich vor Eintritt des Kopfschmerzes komplett zurückbilden
  • Familiäre hemiplegische Migräne: Störungen in der Bewegung bis hin zu Lähmungserscheinungen in den Extremitäten. Mindestens ein Verwandter ersten oder zweiten Grades leidet bereits an derartigen Ausfällen.
  • Sporadische hemiplegische Migräne: Lähmungserscheinungen, ohne dass diese Symptome bereits unter Familienmitgliedern aufgetreten sind.
  • Migräne vom Basilaristyp: Schwindel, Tinnitus, Hörminderung, Doppeltsehen, Störungen der Bewegung, Gefühlsstörungen
  • Aura ohne Kopfschmerz: Ein kleiner Teil der Betroffenen erlebt sogar eine Aura ohne Kopfschmerz. Typische Seh- oder Sprachstörungen setzen zwar ein. Der Schmerz danach allerdings bleibt aus.

Führen Sie ein Tagebuch!

Damit der Arzt schnell die richtige Diagnose stellen kann, ist es ratsam, einen Kopfschmerz-Kalender zu führen. Daran erkennt er Schmerzmuster und kann sie gegebenenfalls den Kriterien der Migräne zuordnen. Notieren Sie vor allem folgende Fakten:

  • wie oft die Schmerzen auftreten,
  • auf welche Weise sie einsetzen,
  • wie lange sie anhalten,
  • wie stark sie sind,
  • ob sie bei körperlicher Tätigkeit zunehmen,
  • welche Symptome die Attacke begleiten,
  • zu welcher Tageszeit die Beschwerden auftreten,
  • in welchen Situationen sie sich äußern.

Den Vordruck für ein solches Tagebuch können Sie im Portal hier als PDF-Datei herunterladen.

Der Migräne zum Verwechseln ähnlich

Einige Kopfschmerz-Arten zeigen durchaus ähnliche Symptome wie die Migräne. Hier ist die Kenntnis des Arztes gefragt, die Symptome genau zu analysieren und von den anderen Arten zu unterscheiden. Für diese Differenzialdiagnose kommen in Frage:

  • Kopfschmerzen vom Spannungstyp: Während die Migräne grell pocht, sticht oder hämmert, äußert sich Spannungs-Kopfschmerz eher dumpf, drückend oder ziehend. Auch die typischen Begleitsymptome der Migräne fehlen. Übelkeit und Erbrechen treten nicht auf. Unbehandelt hält der Schmerz mindestens eine halbe Stunde an, kann sich im schlimmsten Fall sogar eine Woche lang hinziehen. Dabei ist er allerdings längst nicht so heftig und lässt meist bei Bewegung an der frischen Luft nach.
  • Clusterkopfschmerz: Mit einem bohrenden Schmerz hinter oder über dem Auge bricht eine Cluster-Attacke über den Betroffenen herein. Das Auge tränt auf der schmerzenden Gesichtshälfte, das Lid zieht sich nach unten und die Pupille verengt sich. Selten stellen sich Übelkeit und Erbrechen ein. Typischerweise treten die heftigen Anfälle über vier bis zwölf Wochen gehäuft auf, in schlimmen Fällen bis zu acht Mal am Tag. Dabei halten die Schmerzen höchstens drei Stunden an, lassen oft aber schon früher nach.
  • Kopfschmerzen durch erhöhten Blutdruck: Besonders beim Aufwachen dröhnt Menschen mit Bluthochdruck häufig dumpf der Schädel. Allerdings machen sich weder Übelkeit noch Erbrechen bemerkbar.
  • Infektionen oder Stoffwechselerkrankungen: Auch dabei kann pulsierender Kopfschmerz in regelmäßigen Abständen auftreten.
  • Fehlstellungen der Halswirbel, Augenerkrankungen wie ein Glaukom, Entzündung der Nasennebenhöhlen, Zahnerkrankungen oder Schädel-Hirn-Traumen verursachen manchmal ebenfalls migräneartige Kopfschmerzen.
  • Hirnblutung: Sehr selten kann auch eine Hirnblutung Symptome wie bei einer Migräne auslösen.
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